Ausgrabungen : Massengrab in Brandenburg: 7000 Leichen

Archäologen und Denkmalpfleger haben heute ein Massengrab aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges präsentiert. Vor fast 400 Jahren lieferten sich an der Stelle das Schwedische Heer und die Kaiserliche Armee eine erbitterte Schlacht.

Massengrab
In mehreren Lagen liegen die Schlachtopfer übereinander. -Foto: ddp

WittstockArchäologen und Denkmalpfleger haben heute in Wittstock ein Massengrab aus der Zeit der Dreißigjährigen Krieges präsentiert. Die Grabstätte war im Juni bei Bauarbeiten in einem Gewerbegebiet entdeckt worden. Bislang seien mehr als 30 Skelette nachgewiesen worden, teilte Ausgrabungsleiterin Anja Grothe mit. Es handele sich um die Überreste von Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Der Fundort ist den Angaben zufolge heute eine Sandgrube südlich von Wittstock. Am 5. Oktober 1636 sei es jedoch ein Ort von Tod und Sterben gewesen. Am Vortag habe dort der rechte Flügel des schwedischen Heeres den sächsischen Teil der Kaiserlichen angegriffen.

7000 Leichen liegen verteilt über das ehemalige Schlachtfeld

Etwa 40.000 Kämpfer auf beiden Seiten waren beteiligt. Bis zu zehn Angriffe führten die schwedische Reiterei in die gegnerischen Stellungen. Viele Menschen wurden von Schüssen aus Musketen und zersplitternden Geschossteilen tödlich getroffen oder durch Schwerthiebe verwundet. Erst Tage später wurden sie in Sammelgräbern auf dem Schlachtfeld beigesetzt. Bis zu 7000 Menschen sollen in jeden Tagen getötet worden sein. Ihre Gräber liegen bis heute ungekennzeichnet und unerkannt über das ehemalige Schlachtfeld verstreut.

Das im Juni entdeckte Grab wird akribisch untersucht. Nach und nach werden die Skelette freigelegt, fotografiert, vermessen und beschrieben. Dann werden sie geborgen und zur weiteren Bearbeitung verpackt. Die Schlachtopfer liegen in mehreren Lagen, ihrer Kleidung beraubt, übereinander.

An den Skeletten lassen sich teilweise auch die Todesursachen ablesen. Zudem gibt es Hinweise auf Krankheiten. So konnten abgenutzte Gelenke, aber auch Syphilis an den Knochen nachgewiesen werden. (mit ddp)

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