• Gr++nder_Nikolaus und Antonia (1)

    Nachbarschaft

    Antonia und Nikolaus Albert haben an der Greifswalder Straße das Startup „Careship“ gegründet. Sie waren auf der Suche nach einer Pflegeunterstützung für ihre Großmutter und stellten fest, dass es in Großstädten dafür noch keine gute digitale Lösung gibt. Mit „Careship“ wollen die beiden 28-Jährigen nun Alltagshelfer für die leichte Pflege ohne Pflegestufe vermitteln.

    Frau Albert, Sie und Ihr Bruder stammen aus Wien. Wieso ist die Zentrale von Careship denn dann in Pankow? Wir sind Wahlberliner und haben auch schon vor der Gründung von „Careship“ in Berlin gelebt. Für eine Unternehmensgründung bietet Berlin sehr gute Voraussetzungen, wie den Zugang zu Mitarbeitern und den Austausch mit anderen Unternehmen. Mit unserer Zentrale in Pankow haben wir einen optimalen Standort gefunden und möchten Careship auch in anderen Regionen weiter ausbauen, um so viele Menschen wie möglich unterstützen zu können.

    Sie vermitteln zwischen Betreuern und Familien, die Unterstützung für ihre Angehörigen benötigen. Wie funktioniert die Suche? Nach einer ausführlichen telefonischen Beratung fragen wir den Bedarf ab. Da wir großen Wert auf langfristige 1:1-Beziehungen legen, ist es unser Anspruch, immer den Alltagshelfer zu finden, der am besten passt. Daher gehen wir sehr genau auf individuelle Wünsche und Anforderungen ein. Und: Wir sorgen dafür, dass immer derselbe Betreuer kommt.

    Welche Leistungen bieten Sie an und was kosten diese? Unser Angebot reicht von Gesellschaft leisten (gemeinsam kochen und essen, vorlesen, Kartenspiele etc.), Freizeitgestaltung (gemeinsame Theaterbesuche oder Ausflüge), Arztbegleitung bis hin zu Hilfe in der Hauswirtschaft (einkaufen, staubsaugen, wischen, Fenster putzen, Gartenarbeit etc.) und Unterstützung bei leichter Pflege. Die Leistungen kosten pro Stunde zwischen 18 Euro und 20 Euro, wenn beispielsweise eine Demenzausbildung seitens der Betreuungsperson erforderlich ist.

    Die Betreuer sind nicht bei Ihnen angestellt. Wie viel Geld bekommen sie am Ende? Unsere Alltagshelfer arbeiten auf selbstständiger Basis. Wir übernehmen die Vermittlung von Kunden, die Rechnungsstellung und bieten Möglichkeiten zur Weiterbildung. Der Stundenlohn ist abhängig von der jeweiligen Leistung. Wir behalten 20 Prozent des Preises, den der Kunde am Ende zahlt, als Provision ein. Kostet eine Stunde also 20 Euro, erhält der Betreuer 16 und Careship 4 Euro.

    Wie sieht es rechtlich aus, wer ist am Ende haftbar? Und wie weiß ich, dass die von Ihnen vermittelten Betreuer kompetent und vertrauenswürdig sind? Alle unsere „Careship“-Helfer sind qualifiziert, geprüft und versichert. Angehende „Careship“-Helfer durchlaufen einen fünfstufigen Bewerbungsprozess und können anschließend laufend an Weiterbildungen teilnehmen. Wir kennen jeden unserer Alltagshelfer persönlich und setzen ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis sowie entsprechende Vorerfahrungen voraus. Zudem sind alle unsere „Careship“-Helfer über uns haftpflichtversichert. Infos, Foto: promo

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de

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Christian Hönicke von Christian Hönicke
Liebe Nachbarn aus Pankow,

halb Pankow blickt hoffnungsvoll nach oben. Sollte es wirklich wahr werden, dass unsere Schlafzimmer, Terrassen, Balkone, Höfe, Spielplätze und Parks künftig vom Fluglärm verschont bleiben? Ganz vorsichtig ausgedrückt: Die Vision von himmlischer Ruhe scheint seit Dienstag keine ferne Utopie mehr zu sein. „Ein guter Tag für Pankow“, jubelte selbst Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke).

Der vom Senat beauftragte Gutachter Stefan Paetow sieht nämlich rechtlich kaum Chancen für einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel. Dazu müssten entweder alle drei BER-Gesellschafter – Bund, Berlin und Brandenburg – zustimmen (unwahrscheinlich) und dann müsste auch noch belegt werden, dass der BER dauerhaft als einziger Flughafen überlastet sein wird (noch unwahrscheinlicher). Variante zwei: Berlin kündigt einseitig den gemeinsamen Landesentwicklungsplan und betreibt die Offenhaltung Tegels an Bund und Brandenburg vorbei auf eigene Faust (am unwahrscheinlichsten, da de facto politischer Seppuku).

Ein durchgehender Betrieb Tegels ist laut dem Bundesrichter Paetow aber so oder so nicht möglich. Weil es dafür einen neuen Planfeststellungsbeschluss braucht, wäre maximal eine Wiederinbetriebnahme nach zwischenzeitlicher Schließung drin, frühestens zum Januar 2022 – wahrscheinlicher ist aber, dass es hier zu weiteren jahrelangen Verzögerungen käme (vgl. Berliner Verwaltungstempo, Anwohnerklagen). Alles in allem: TXL muss nach logischem Ermessen dichtgemacht werden, schlussfolgert auch unser Chefredakteur Lorenz Maroldt. Pankows Bürgermeister Benn stimmt zu: „Ich hoffe, das Gutachten trägt dazu bei, die Debatte in absehbarer Zeit zu einem Abschluss zu bringen. Die Argumente waren ja bekannt. Schön, wenn das dann auch nochmal wissenschaftlich bestätigt wird.“

Einziger verbliebener Haken: Für Pankows Ruhe müsste der BER endlich mal eröffnen. BER-Chef (und TXL-Gegner) Engelbert Lütke Daldrup hält an der Utopie 2020 fest, die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Dafür müssten ihm angesichts klammer Kassen aber wohl diverse höhere Mächte unter die Arme greifen. Pankow blickt also weiter hoffnungsvoll nach oben. Auf dem Boden sieht die Lage derzeit ja mitunter noch weit hoffnungsloser aus (siehe unten).

Christian Hönicke ist Pankower. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de

Christian Hönickes Tipp für Sie

Die Auktionshalle Berlin ist ein Geheimtipp für Flohmarktfans, die auch dem Kick einer Auktion nicht abgeneigt sind. Versteigert werden Schätze aus Entrümpelungen und Wohnungsauflösungen, das Sortiment reicht von der Plattensammlung über Schmuck und Bauernschränke bis hin zu von der Polizei beschlagnahmten Fahrrädern und Autos. Die Auktionen finden jeden Donnerstagmorgen statt, meist sind nur professionelle Flohmarktbetreiber zugegen, die ihre Ware einkaufen. Am 20. Januar aber – zur Eröffnung der zweiten Lagerhalle – wird ausnahmsweise auch am Samstag (ab 9 Uhr) versteigert. Das eignet sich also prima als Wochenendausflug, zumal die Anfahrt an Pferdekoppeln vorbeiführt. Gerade bei Möbelstücken, die für Mauerpark & Co. zu sperrig sind, sind richtige Schnäppchen drin. Außerdem können Sie Ihre Schätze mitbringen und vor Ort kostenfrei unverbindlich begutachten lassen. Für das leibliche Wohl während der meist mehrere Stunden dauernden Prozedur ist auch gesorgt: Es gibt Knacker, belegte Brötchen, Kaffee und Süßigkeiten. Am Stener Berg 41e, unweit des Schloßparks Buch. Infos