• Fidel Castro

    Fidel Castro

    , verstorbener kubanischer Revolutionsführer und Gast in Pankow

    Unter Nachbarn

    Ein Hauch von Abenteuer: Besuche des “Genossen Commandante” in der DDR waren etwas ganz Besonderes. Wie er da mit seinem wilden Vollbart und seiner Uniform neben Erich Honecker stand, das hatte schon etwas von großer weiter Welt und Abenteuer. Die Pankower hatten bei solchen Vorführungen praktisch einen Logenplatz, denn das Gästehaus der DDR war zunächst eine Villa im Majakowskiring und später das Schloss Niederschönhausen (damals hieß es tatsächlich so). Organisierter Jubel: 1977 standen in Pankow 12.000 Menschen an der Straße, als Castro zum Schloss fuhr. Warum man das so genau weiß? Weil die DDR-Führung nichts dem Zufall überließ. Sie legte ganz genau fest, an welcher Straße oder Kreuzung wie viele Jubel-Bürger stehen mussten. Betriebe und Schulen erhielten entsprechende Aufstellungsanweisungen. Insgesamt wurden zwischen dem Flughafen Schönefeld und dem Gästehaus damals übrigens 132.000 Bürger aufgeboten. Das war Rekord und zeigt, welchen Stellenwert Castro hatte. Zum Vergleich: Der rumänische Staatschef Nicolae Ceausescu war der DDR-Führung nur 65.000 Jubler wert. Castro hatte wohl einfach mehr zu bieten: zum Beispiel Zucker, Südfrüchte und Rohstoffe. Dafür bekam er Maschinen “made in GDR”. Trauer in Pankow: Die frühere kubanische DDR-Botschaft in der Stavangerstraße ist heute die diplomatische Vertretung des Inselstaates für ganz Deutschland. Nach der Todesnachricht aus Havanna haben dort viele Berliner Blumen für den verstorbenen Revolutionsführer abgelegt. Bis Freitag, 2. Dezember, können sie sich in der Botschaft außerdem in ein Kondolenzbuch für Fidel Castro eintragen.
    tagesspiegel.de (Besuch), tagesspiegel.de (Ausstellung)

    Foto: dpa

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von Ulrike Scheffer tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Pankow,

können Sie gut zuhören? Und sind vielleicht sogar als ausgleichender Charakter bekannt? Dann gäbe es im Pankower Bezirksamt einen Job für Sie. Nein, nicht als Mediator für die Stadträte samt ihres (künftigen?) AfD-Kollegen. Im Bezirk wird vielmehr der Posten einer Schiedsperson neu besetzt. Die soll “unbürokratisch und unparteiisch” etwa bei Streitigkeiten zwischen Nachbarn oder zwischen Mietern und Vermietern vermitteln. Geld verdienen lässt sich damit allerdings nicht, denn es handelt sich um ein Ehrenamt. Arbeit scheint es dafür genug zu geben: Aus der Ausschreibung geht hervor, dass es gleich mehrere Schiedsbezirke in Pankow gibt. In diesem Fall geht es um einen Einsatz in Prenzlauer Berg. Das scheint also eine richtig sinnvolle Sache zu sein. Und es ist nicht die einzige Möglichkeit, sich im Bezirk zu engagieren – auch in diversen Bezirksbeiräten kann man mitreden oder als Bürgerdeputierter in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gehen. Die BVV sucht derzeit beispielsweise Pankower mit Migrationshintergrund, die sich im Integrationsausschuss einbringen. Klar, Ausschussarbeit klingt nicht gerade spannend. Aber direkter kann man kaum Einfluss auf die Politik nehmen. Immer nur meckern ist schließlich auch keine Lösung.
berlin.de, (Schiedsamt) berlin.de (Bürgerdeputierte)

Ulrike Scheffer lebt seit 15 Jahren im Bezirk und betreut den Pankow-Blog auf tagesspiegel.de. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-u.scheffer@tagesspiegel.de.

Ulrike Scheffers Tipp für Sie

Georgische Spezialitäten: Mein Kollege Matthias Meisner, in der Redaktion bekannt als Gourmet und Kenner des Ostens, hat begeistert von seinem Besuch im gerade neu eröffneten Restaurant “Tblisi” (Tiflis) in der Schönfließer Straße (am Arminplatz) berichtet. Es ist das einzige georgische Restaurant im Bezirk und bietet neben gegrillten Fleischgerichten auch jede Menge Vorspeisen mit frischem Gemüse und Kräutern sowie kaukasische Teigtaschen an. Besonders angetan war der Kollege vom Hähnchen in Walnusssoße. Und: Das stimmungsvolle Ambiente hebe sich deutlich von anderen Lokalen aus dieser Region ab, schwärmte er.
restorani-tbilisi.de

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