Freizeitzentrum FEZ : Schaffner der Kindereisenbahn Wuhlheide missbrauchte sieben Jungen

Ein Ex-Mitarbeiter der Parkeisenbahn im Köpenicker Freizeitzentrum FEZ ist wegen sexuellen Missbrauchs von sieben Jungen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Auch andere Mitarbeiter sollen sich an Kindern vergangen haben.

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Die Schmalspurbahn wird von Kindern und Jugendlichen unter der Anleitung von Erwachsenen betrieben.
Die Schmalspurbahn wird von Kindern und Jugendlichen unter der Anleitung von Erwachsenen betrieben.Foto: Stefan Nowak

Die Kapuze hatte der langjährige Mitarbeiter der Kindereisenbahn tief ins Gesicht gezogen, als er das Gericht betrat. Daniel P. hat sieben Jungen, die ihm bei der Parkeisenbahn Wuhlheide anvertraut waren, sexuell missbraucht. 47 Fälle und damit alle Vorwürfe der Anklage gestand der 26-Jährige. Der Mann aus Friedrichshain kam mit einer eher milden Jugendstrafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung davon. Die Anklage hatte zwei Jahre und acht Monat Haft gefordert.

Daniel P. aber war möglicherweise nicht der einzige Sexualstraftäter unter den ehrenamtlichen Mitarbeitern der kleinen Bahn im Köpenicker Freizeit- und Erholungszentrums (FEZ). Wie aus Justizkreisen bekannt wurde, liegen zwei weitere Anklagen vor. Sie richten sich gegen vier Männer, die wie P. ehrenamtlich bei der Kindereisenbahn waren und sich in ähnlicher Weise an ihren Schützlingen vergangen haben sollen. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Der Prozess gegen den korpulenten P. lief ohne Öffentlichkeit. Ein Jugendgericht verhandelte, denn der Täter war knapp 15 Jahre alt, als die Missbrauchsserie im Jahr 2000 begann. Sein erstes Opfer war elf Jahre alt. Er betatschte den Jungen während einer Eisenbahnfahrt durch den Wald. In den folgenden Jahren kam es in einem Salonwagen, im Gebüsch und häufig auch im Kinderzimmer des Täters in der elterlichen Wohnung zu Übergriffen. Erst beließ er es bei Berührungen, später sei es auch zu Anal- und Oralverkehr gekommen. Daniel P. soll seine Position als Vorgesetzter ausgenutzt haben. Sechs der Jungen waren unter 14 Jahre alt.

Die Opfer schwiegen jahrelang – bis sich einer der Jungen seiner Schwester offenbarte. Sie erstattete im September 2010 Anzeige und brachte die Ermittlungen ins Rollen. Daniel P., der seit seinem elften Lebensjahr der gemeinnützigen Gesellschaft Parkeisenbahn angehörte und zeitweise Bahnhofsvorsteher war, wurde sofort suspendiert. Auch die weiteren Beschuldigten sollen nicht mehr bei der Schmalspurbahn sein, die von Kindern und Jugendlichen unter Anleitung Erwachsener betrieben wird.

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