Keine Beweise : Richter sprechen mutmaßlichen Autozündler frei

Fünf Wochen lang saß Martin H. in Berlin in U-Haft: Er sollte ein Auto angezündet haben. Doch mehrere Gutachten entlasteten den Mann.

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Vor allem 2011 haben in Berlin immer wieder Autos gebrannt. Im November hat die Polizei zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen, die durch ihre Zündeleien eine heftige Explosion ausgelöst haben sollen. Neue Aufmerksamkeit erfahren die Autobrände nun, weil die Berliner Polizei bei einem Fall flächendeckend Handy-Daten ausgewertet hat.Weitere Bilder anzeigen
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04.11.2011 20:21Vor allem 2011 haben in Berlin immer wieder Autos gebrannt. Im November hat die Polizei zwei mutmaßliche Brandstifter...

Nach der tödlichen Hetzjagd auf den 23-jährigen Giuseppe M. ist einer der beiden mutmaßlichen Täter aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Haftbefehl gegen den 22-jährigen Verdächtigen Baris B. sei aufgehoben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag. Dem Mann könne nach Rekonstruktion des Falles am Unglücksort nahe dem U-Bahnhof Kaiserdamm keine Beteiligung an der Hetzjagd nachgewiesen werden. Es werde aber weiter wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn ermittelt. Der 21-Jährige Ali K. ist noch in U-Haft.

Der 23-jährige Giuseppe M. war laut Staatsanwaltschaft am 17. September auf der Flucht vor den Schlägern, die ihn verfolgten, in Panik aus dem U-Bahnhof auf die Straße gerannt. Dort achtete Giuseppe M. nicht auf den Verkehr und lief vor ein Auto, er starb noch am Unfallort. Sein Freund Raul S. konnte sich in Sicherheit bringen. S. war zunächst in eine andere Richtung geflüchtet und dann zurückgekehrt, um seinem Freund Erste Hilfe zu leisten. Beide jungen Männer waren im U-Bahnhof von den beiden Tatverdächtigen angepöbelt und geschlagen worden – es ging um Zigaretten. Die beiden Angreifer aus Neukölln sind der Polizei bereits wegen Raub, Diebstahl und Körperverletzung bekannt.

Am Unfallort hatten hunderte Menschen bei einer Demonstration des toten jungen Mannes gedacht. Noch immer werden dort Blumen niedergelegt, Fotos hinterlassen. Freunde, Angehörige, Schulkameraden, Lehrer treffen sich dort in Trauer. dpa/kög

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