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Landgericht : Pokerräuber schweigen vor Gericht

Die vier bereits verurteilten Jugendlichen, die im März ein Berliner Pokerturnier überfallen hatten, machen im zweiten Prozess keine Angaben über die Drahtzieher des spektakulären Coups. Einer von ihnen rückte von einer früheren Aussage ab.

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Sieben Wochen nach ihrer Verurteilung blieben die vier Pokerräuber am Dienstag als Zeugen gegen ihre mutmaßlichen Hintermänner schweigsam. Mehr noch: Mustafa U., der im ersten Prozess um den Überfall auf das Turnier im Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz noch ein dickes Lob und Strafrabatt für seine „mutige Aussage“ bekommen hatte, will nun „möglicherweise“ nicht immer bei der Wahrheit geblieben sein.

Nacheinander wurden Vedat S., Ahmad El-A., Jihad C. und Mustafa U. in den Saal 500 geführt. Sie waren am 6. März maskiert und mit Gebrüll in die Pokerrunde gestürmt. Hitzköpfe im Alter von 19 bis 21 Jahren mit Vorstrafen und ohne Beruf. Der 29-jährige Ibrahim El-M. soll sie angeheuert haben. Die Anklage geht davon aus, dass die Idee zu dem Raub von dem 31-jährigen Mohamed Abou-C. kam. Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher hatten zu Prozessbeginn die Aussage verweigert.

Gegen die „Nachwuchsräuber“ waren Haftstrafen bis zu drei Jahren und neun Monaten verhängt worden. Drei der jungen Männer aus Neukölln und Kreuzberg haben Revision eingelegt. Nur das Urteil gegen El-A. ist rechtskräftig. Unwillig aber erklärte er vom Zeugenstuhl aus: „Ich habe mich nicht anwaltlich beraten.“ Von seinen beiden früheren Verteidigern wolle er keinen als Zeugenbeistand. Die Richter gaben ihm eine Frist von fünf Tagen, um einen Juristen zu benennen.

Um Mustafa U. gab es Aufregung. Über einen Anwalt deutete er einen Rückzug von Aussagen an. Er habe „möglicherweise bezüglich der Abläufe und der Personen nicht immer die Wahrheit gesagt“, ließ der 20-Jährige mitteilen. Nur er hatte im ersten Prozess den Angeklagten Ibrahim El-M. erwähnt und als mutmaßlichen Organisator beschrieben.

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