Urteil : Haftzuschlag für pädophilen Sexualstraftäter

Ein Projektmanager hat vor Gericht sexuelle Übergriffe auf zwei 13-Jährige gestanden, die er während einer Urlaubsreise missbrauchte. Er musste sich bereits zum fünften Mal vor Gericht verantworten.

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Berlin - Für den Projektmanager klickten am Flughafen die Handschellen. Der vorbestrafte Hans-Joachim B. stand unter Verdacht, während einer Urlaubsreise in der Dominikanischen Republik mehrere Jungen missbraucht zu haben. Die Beweise verdichteten sich und brachten ihn am Donnerstag zum zweiten Mal vor Gericht. Viel redete Hans-Joachim B., der in Berlin Mitarbeiter eines Hilfevereins war. „Ich war beliebt dort“, sagte er. Er habe sich mit den Problemen der armen Leute befasst. Schließlich gab er Übergriffe auf zwei 13-Jährige zu.

Hans-Joachim B. musste sich zum fünften Mal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten. 1996 kam er mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davon, 1997 ergingen dreieinhalb Jahre Haft. Es folgte eine Verurteilung 2001 in Köln. Doch der als Manager tätige Landschaftspfleger hielt sich nicht fern von Kindern. Er gehörte 2006 zu den Gründern des Hilfevereins „Promote Africa“. Man habe sich mit „Berufsorientierung für benachteiligte Schüler“ befasst, sagte der Angeklagte. Die Taten hätten aber nichts mit der Arbeit zu tun.

Im März 2010 war der pädophile Mann in die Karibik gereist. Er verging sich an einem Straßenjungen und schleuste den Elfjährigen nach Deutschland ein. Dafür musste sich Hans-Joachim B. bereits Anfang 2012 vor dem Landgericht Landshut verantworten. Er bekam viereinhalb Jahre Haft. Die nun in Berlin verhandelten vier Übergriffe auf zwei andere Jungen führten zur Erhöhung der Strafe auf fünf Jahre und acht Monate Gefängnis. Kerstin Gehrke

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