Urteil : Stolper-Affäre: Freispruch für Reiche

Das Gericht befindet: Die Stewardess hatte übertrieben. Das "Beinverhalten“ des SPD-Bundestagsabgeordneten Steffen Reiche auf einem Rückflug von Brüssel nach Berlin war nicht zu beanstanden.

Berlin –  „Es gibt überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür, dass er die Stewardess zu Fall bringen wollte“, stand gestern für eine Amtsrichterin fest. Die Frau habe „irgendwie übertrieben“. Reiche wurde ohne Wenn und Aber vom Vorwurf der versuchten Körperverletzung freigesprochen.

Der Streit beschäftigte Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht seit zweieinhalb Jahren. Eine Stewardess hatte behauptet, Reiche habe ihr aus Verärgerung ein Bein gestellt, so dass sie beinahe gestürzt wäre. Der 48-jährige Politiker hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl über 3000 Euro eingelegt. „Durch die falsche Aussage ist mir schwerer Schaden entstanden – persönlich, zeitlich, finanziell“, erklärte Reiche nach dem Urteil. Der Staatsanwalt hatte auf Freispruch aus Mangel an Beweisen plädiert.

Auf dem Rückflug von einer Klausurtagung im Januar 2007 war Reiche mehrmals mit der Stewardess aneinandergeraten. Kurz vor der Landung habe er schließlich „sein Bein gehoben, ich musste mich an den Sitzen festhalten“, sagte die Stewardess. Doch in ihren Aussagen gab es viele Widersprüche. „Es ist überhaupt nicht nachzuweisen, ob es ein Straucheln gab“, hieß es im Urteil. K.G.

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