Vergewaltigungs und Prostitions-Prozess in Berlin : Anklage verlangt fünf Jahre Haft für Feuerwehrmann

Bereits vergangene Woche hatte der 50-Jährige gestanden, Minderjährige missbraucht und mit Geld zu Sex bewegt zu haben. Am heutigen Prozesstag hat der Staatsanwalt sein Plädoyer gehalten und 5 Jahre Gefängnis gefordert.

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Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

Der Feuerwehrmann hatte in seinem Geständnis von „Ablenkung“ gesprochen, die er in einer Ehekrise gesucht habe. Der Staatsanwalt sagte im Plädoyer: „Es ging ihm darum, minderjährige Mädchen für einen Escort-Service zu gewinnen.“ Jürgen H. habe sie dazu bringen wollen, sich zu prostituieren. „Er wollte davon profitieren.“

13 Teenager bedrängte der 50-Jährige. Elf wurden Opfer sexueller Übergriffe. Wegen Missbrauchs in knapp 20 Fällen, Vergewaltigung einer 15-Jährigen sowie Menschenhandels verlangte der Ankläger fünf Jahre Gefängnis. Zum Urteil kommt es am 27. Mai.

„Das Geständnis ist der erste Schritt zur Einsicht in seine Schuld“, erklärte der Staatsanwalt. Mit seiner Aussage habe der Angeklagte den 13 Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart. Das sei strafmildernd zu werten. Doch Jürgen H. sei bei den Taten mit krimineller Energie vorgegangen. „Er hat die Unerfahrenheit, die finanzielle Lage oder psychische Probleme der Mädchen ausgenutzt.“ Ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit.

Der inzwischen suspendierte Beamte aus Tegel, der nach der Anzeige der Mutter einer 13-Jährigen im Oktober vorigen Jahres verhaftet wurde, hatte 27 Vorwürfe ohne Wenn und Aber zugegeben. Er sei „aus dem Ruder gelaufen“, habe dabei „junge Menschen in eine völlig unmoralische Situation gebracht“. Es hänge mit der Trennung seiner Frau im Sommer 2012 zusammen. Sein Anwalt plädierte auf eine Strafe von knapp unter fünf Jahren. Mit der Verurteilung werden H. den Beamtenstatus verlieren, sagte der Verteidiger. Das sei zu berücksichtigen.

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