Debatte um Rahmenlehrpläne in Berlin : CDU stellt sich gegen SPD

Die SPD will einheitliche Rahmenlehrpläne für alle Schüler von Klasse 1 bis 10. CDU-Chef Henkel sagt: "Das lehnen wir absolut und entschieden ab." Und auch bei anderen Bildungsthemen ist die Partei auf Konfrontationskurs.

von
Frank Henkel beim kleinen CDU-Parteitag: "Einheitliche Pläne für alle Schüler von Klasse 1 bis 10 machen überhaupt keinen Sinn."
Frank Henkel beim kleinen CDU-Parteitag: "Einheitliche Pläne für alle Schüler von Klasse 1 bis 10 machen überhaupt keinen Sinn."Foto: Jörg Carstensen/dpa

CDU-Chef Frank Henkel hat sich klar von den neuen Rahmenlehrplänen distanziert. „Einheitliche Pläne für alle Schüler von Klasse 1 bis 10 machen überhaupt keinen Sinn. Das lehnen wir absolut und entschieden ab“, sagte Henkel beim CDU-Bildungsparteitag am Dienstagabend. Er forderte SPD-Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf, die Beratungsfrist der neuen Rahmenpläne von Ende März bis zum Sommer zu verlängern. Auch die CDU-Abgeordneten haben „erheblichen Erörterungsbedarf“, weshalb sie am Dienstag Scheeres in ihre Fraktionssitzung eingeladen hatten.

Bei dem Parteitag ging es um die neuen Rahmenpläne und insbesondere um das Fach Geschichte. Die Hauptkritik richtet sich dagegen, dass es künftig in Klasse 7 und 8 keine chronologische Vermittlung des Stoffes geben soll. Stattdessen soll Geschichte anhand von Themen wie „Armut“ und „Migration“ im Längsschnitt vermittelt werden. „Die Senatorin hat unsere Bedenken nicht zerstreuen können“, hieß es. Für den 25. März hat die CDU-Fraktion deshalb zu einer Diskussionsveranstaltung mit den schärfsten Kritikern dieser neuen Richtung geladen. Die Online-Petition „Geschichte darf nicht Geschichte werden“ wurde bereits von mehr als 4500 Gegnern unterschrieben.

Viele Parteitags-Mitglieder waren in die Sorge, dass die SPD die Unterschiede zwischen den Schulformen nivellieren will. „Die Gymnasien werden des Leistungsgedankens beraubt“, sagte die Leiterin des Europäischen Gymnasiums Berta-von-Suttner, Jutta Randelhoff-Szulczewski. Dadurch entstehe „das Gefühl einer Entkernung des Gymnasiums“.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben