Schule : Die AMI Leipzig hat es geschafft

Frühjahrssalon so groß und international wie nie zuvor – Alle wichtigen Genf-Premieren mit dabei

Ingo von Dahlern

Aus der vor knapp eineinhalb Jahrzehnten recht provinziell gestarteten Leipziger Frühjahrs-Automesse ist endlich eine Veranstaltung geworden, die dem Anspruch des Namens „Auto Mobil International“ gerecht wird. In Deutschland ist die „AMI“, seit Berlin seine einmal mit großem Engagement aufgebaute „aaa Berlin“ leichtfertig aufgab, gleich nach der „IAA“ die Nummer zwei unter den Personenwagen-Messen geworden. Denn die heute beginnende 14. AMI zeigt sich was Fläche und Beteiligung der Marken angeht, groß wie nie zuvor. Selbst Cadillac, Chevrolet und Ferrari sind jetzt mit im Boot und wer einen Rundgang durch die Hallen macht, ist überrascht vom inzwischen erreichten hohen Niveau der Leipziger Schau.

Es stört auch nicht, dass die Leipziger Premieren fast ausnahmslos nur Deutschlandpremieren sind, da sie bereits Anfang März Weltpremieren auf dem Genfer Salon waren. Denn deutsche Besucher, die von den neuesten Modellen bislang nur lesen konnten, haben hier zum ersten Mal Gelegenheit, diese nun auch kennenzulernen und daneben auch viele Zukunftsstudien, die man in Leipzig bislang eher selten sah. Gewachsen ist auch die Zahl der Aussteller, die im Rahmen der AMI Gelegenheit zu Probefahrten anbieten – auf 21 Aussteller mit rund 110 Modellen. Wer also wissen möchte, was die auf dem deutschen Markt vertretenen Marken anbieten, kommt an der AMI Leipzig nicht mehr vorbei.

Und da man trotz spürbar vergrößerter Ausstellungsfläche für die Personenwagen, die sich nun in vier statt bislang drei Messehallen präsentieren, auch an den Sonderschauen und dem Rahmenprogramm festgehalten hat, ist die AMI weit mehr als nur eine reine Neuheitenschau. Denn mit der Sonderschau „Knutschkugeln und Asphaltblasen – die Kleinwagen der 50er“, dem Geländewagen-Parcours zum Mitfahren und dem Quadfahren für Jedermann auf dem Freigelände, Demonstrationen zum Fahrsicherheitstraining, Spritsparstunden, dem Aktionszentrum Verkehrssicherheit und kleineren Sonderschauen wie „Autoberufe – Chancen für Könner“ und „Tradition und Innovation – 100 Jahre Automobilbau in Sachsen“ gibt es eine Menge Information und auch Unterhaltung für die AMI-Besucher.

Das gilt auch für die inzwischen zur AMI-Tradition gewordenen Aktionstage Fahrausbildung (18. April), Taxitag (20. April), Transporter-Fachtage (20./21. April), Tag für Berufseinsteiger (21. April) und das Club-Weekend mit zahlreichen Markenclubs am 24. und 25. April und die Formel 1-Party am letzten Tag der AMI. Gewachsen ist auch der Bereich Tuning und neben Personenwagen zeigt die AMI auch eine repräsentative Zahl leichter Nutzfahrzeuge. Für Fachbesucher aus den Bereichen Wartung, Pflege, Service und Reparatur von Kraftfahrzeugen besonders attraktiv wird die AMI Leipzig durch die vom 17. bis 21. April stattfindende Fachausstellung AMITEC für Fahrzeugteile, Werkstatt- und Tankstellenausrüstungen, die durch ein Fachforum und Fachveranstaltungen im benachbarten Congress Center Leipzig abgerundet wird.

Kurzum, die AMI Leipzig ist auf gutem Weg, ein immer breiteres Spektrum aus dem weiten Feld „Mobilität“ zu präsentieren. Und das alles in einem vergleichsweise kompakten Format, weit entfernt von der mit ihrer Größe kaum noch überschaubaren IAA in Frankfurt am Main. Hier zeigt die AMI eine attraktive Parallele zu Genf, wenn sie auch bei den Zuschauerzahlen noch weit von denen der Schau am Lac Léman entfernt ist. Aber es sollte nicht überraschen, wenn die Zuschauerzahlen in Leipzig künftig zunehmen – nicht zuletzt auch mit Blick darauf, dass Leipzig auch für viele Besucher aus den künftigen neuen EU-Ländern ein interessantes und gut erreichbares Ziel ist.

Es gibt eine Menge Highlights auf dem Leipziger Messegelände – von Hinguckern, wie den zwei Ferrari-Neuheiten 575M GTC Handling und 612 Scaglietti und den Maseratis GrandSport und Quattroporte, der neuesten Corvette von Chevrolet, dem Mercedes CLS, dem neuen BMW M5, dem Renault Wind, dem Nissan Qashqai, dem Land Rover Range Stormer, dem Opel Trixx Concept Car oder dem VW Concept C Cabrio bis zu so interessanten neuen Modellen wie dem Volvo V50, dem Daewoo Lacetti, dem Opel Tigra Twin Top, dem Peugeot 407, dem neuen Skoda Octavia, dem Citroën C4, dem Ford Fiesta ST oder dem Rover V8.

Die wachsende Bedeutung der Minivans, darunter vor allem auch der kompakten, unterstreichen neben dem klassischen und sportlichen Mitsubishi Grandis der neue Fiat Multipla mit einer sehr viel gefälliger gewordenen Optik für das zweireihige Sechssitzer-Konzept, der kompakte Lancia Musa, der attraktiv gezeichnete Seat Altea, der Renault Grand Scénic, mit dem neben den Fünfsitzer nun ein verlängerter Siebensitzer tritt, sowie der komplett erneuerte Toyota Corolla Verso und der modellgepflegte Honda Stream.

Aber wenn auch die Vans den klassischen Kombis oft harte Konkurrenz machen, verdrängen können sie diese offensichtlich nicht. Das zeigen der neue BMW 5er Touring, der neue Volvo V50, der Daewoo Nubira Wagon und der Peugeot 407 SW sowie der Alfa Crosswagon mit einigen Off-Road-Elementen. Und auch das Segment der Off-Roader und hier vor allem der so genannten SUV wächst. Beispiele sind der Nissan Murano, der Hyundai Tucson, der facegeliftete Ford Maverick und auch so kleine Modelle wie der Fiat Panda.

Gewaltigen Zuwachs gibt es schließlich bei den Cabrios. Dabei setzen immer mehr Hersteller wie Peugeot, Renault, Mercedes-Benz und nun auch Opel beim Tigra Twin Top auf Cabrio-Coupés mit so genanntem Variodach. Aber auch das klassische Stoffdach bleibt aktuell – beim PT Cruiser Cabrio, dem neuen Mini Cabrio, dem Mazda MX-5, dem MG TF, beim Porsche Carrera, wo man es bis Tempo 50 sogar bei der Fahrt bedienen kann, und besonders geschickt beim Smart Roadster, der nun auch als edler Brabus antritt.

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