Schule : Fix mit dem Fox

Der neue Kleinwagen von VW ist erstaunlich geräumig und durchaus auch für flotte Fahrt geeignet

Ingo von Dahlern

Eine Sitzprobe sagt mehr als tausend Worte – und beim neuen Fox von VW hält sie sogar eine Überraschung bereit. Im Innern des Kleinwagens geht es erstaunlich geräumig zu. Dass das nicht nur ein subjektiver Eindruck ist, zeigt der Blick ins Datenblatt. Was Wolfsburg hier als Ablösung für den Lupo anbietet, ist ein ausgewachsener Kompakter: Mit einer Länge von 3,83 Meter und einer Breite von 1,66 Meter ist der Fox gerade einmal sieben Zentimeter kürzer als der Polo, mit 2,47 Meter hat er einen fast identischen Radstand und mit 1,54 Meter ist er sogar acht Zentimeter höher.

Mit der Aufgabe des Lupo, der nur noch als besonders sparsamer Dreiliter-Lupo und als kleiner Sportler Lupo GTI weitergebaut wird, verabschiedet sich Volkswagen vom echten Kleinwagen im 3,50-Meter-Format. „Möglichst viel Auto für vergleichsweise wenig Geld“, heißt die neue Formel für den künftig kleinsten Volkswagen, bei dem sich das Wort „klein“ vor allem auf den Preis bezieht. Denn für einen Einstiegspreis von 8950 Euro bekommt man ein vollwertiges Auto, das keinsfalls nur für Stadtstraßen konzipiert ist, sondern auch auf langer Tour überzeugen kann.

Überraschend leise zeigt sich das Basistriebwerk. Der 1,2-Liter-Dreizylinder mit 40 kW (55 PS) gefällt durch hohe Laufkultur und bietet mit 17,5 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 148 km/h ordentliche Fahrleistungen. Mit durchschnittlich 6,1 l/100 km ist der mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe kombinierte kleine Benziner zudem recht sparsam. Wer flotter unterwegs sein möchte, kann sich für den 1,4-Liter-Benziner mit 55 kW (75 PS) entscheiden. Dieser Motor lässt den Fox Tempo 100 binnen 13 Sekunden und maximal 167 km/h erreichen. Mit durchschnittlich 6,7 l/100 km ist er überdies nicht viel durstiger. Besonders sparsam ist die dritte Maschine im Bunde: 4,9 Liter verbraucht der bewährte 1,4-l-Turbodiesel auf 100 Kilometer. Er leistet 51 kW (70 PS), beschleunigt binnen 14,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 161 km/h. Er erfüllt ebenso wie die beiden Benziner die Abgasnorm EU4.

Ist man flotter unterwegs, beweist der Fox, welche Qualitäten in seinem Fahrwerk stecken. Das ist nicht nur komfortabel, sondern mit Federbeinen vorn und einer Verbundlenkerachse hinten auch fahrsicher. Bei kräftigen Bremsmanövern hält das als Serienausstattung angebotene ABS den Fox in der Spur. Für zusätzliche 400 Euro kann man die Fahrdynamikregelung ESP mit den Funktionen Bremsassistent, elektronische Differenzialsperre (EDS) und Antriebsschlupf-Regelung (ASR) ordern. ESP gibt es auch für das Einstiegsmodell, dann in Kombination mit der Servolenkung für 450 Euro.

Innen ist der Fox schlicht aber aufgeräumt und funktional. Die zentrale Instrumenteneinheit mit dem großen runden Tacho erinnert ein wenig an den New Beetle. Ungewohnt für VW-Fahrer sind die beiden Lenkstockschalter für Fahrlicht und Leuchtweitenregulierung links sowie Scheibenwischer und Heckscheibe rechts. Zu den bemerkenswertesten Eigenschaften des mit großer Klappe versehenen Handschuhfachs vor dem Beifahrersitz gehört, dass es seinem Namen alle Ehre macht – viel mehr als ein Paar Handschuhe passen nämlich nicht hinein.

Als Option gibt es für den Fox eine in Längsrichtung um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank. Das ist keine Innovation, Renault bietet diese Möglichkeit im Twingo bereits seit den Neunzigern an. Praktisch ist dieses Detail aber allemal, lässt sich der Kofferraum bei Bedarf doch zwischen 260 und 353 Liter variieren. Wer will, kann den Fox durch Umklappen der symmetrisch geteilten Rückbank zum kleinen Transporter machen. Er fasst dann bis zu 1016 Liter. Und auch wenn die Ladekante aus Gründen der Karosseriesteifigkeit mit 74 Zentimetern recht hoch ist, reicht die bis zu 1,06 Meter breite Ladeöffnung doch völlig aus, um auch einmal Selbstbaumöbel an Bord zu nehmen. Vom 29. April an steht der Fox bei den deutschen Händlern.

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