Schule : Gipfelstürmer aus Fernost

Beim neuen Sportage setzt Kia auf moderne Technik und günstige Preise

Ingo von Dahlern

Der neue Auftritt wird gleich mit einem verbalen Superlativ unterlegt: Der neue Kia sei der beste jemals gebaute Sportage, heißt es beim Hersteller. Nun, bei nur einem Vorgänger ist es nicht gar so schwer, besser zu sein. Der zwischen 1992 und 2001 in 559 000 Exemplaren gebaute erste Sportage war allerdings auch schon ein erfolgreiches Auto. Mehrere Jahre wurde er bei Karmann in Osnabrück montiert – einem Unternehmen, das hohe Ansprüche an die Qualität seiner Produkte stellt.

Für Kia ist der neue Sportage, der technisch keine Verwandtschaft zu seinem Vorgänger zeigt, so etwas wie ein kleiner Bruder des großen SUV Sorento. Mit diesem im Sommer 2002 bei uns eingeführten Auto landete Kia einen selbst von Optimisten nicht erwarteten Erfolg. Denn der Sorento entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem ernsthaften Konkurrenten etablierter Fahrzeuge wie der M-Klasse von Mercedes-Benz. Mit 7082 Neuzulassungen wurde der große SUV von Kia im vergangenen Jahr nur noch vom kleinen Picanto übertroffen und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Kia in Deutschland um 29 Prozent wuchs und erstmals den Wert von einem Prozent Marktanteil übersprang.

Nun soll auch der neue Sportage das Unternehmen Kia weiter nach vorn bringen. Mit einer Länge von 4,35 Meter, einer Breite von 1,80 Meter und einer Höhe von 1,73 Meter ist er viel kompakter als der Sorento. Bei ersten Probefahrten erwies er sich als attraktive Kombination aus geräumigem und variablem Kombi, robustem Offroader und komfortabler Limousine. Er ist ein handliches, überraschend flottes und fahrsicheres Auto. Bereits die Basismotorisierung mit dem Zweiliter-Benziner, der 104 kW (141 PS) leistet, lässt den 1,6-Tonner binnen 11,4 Sekunden Tempo 100 und maximal 180 km/h erreichen. Mit Frontantrieb ist er wegen des entsprechend niedrigeren Gewichts sogar noch flotter.

Zwar kann man sich mit dem allradgetriebenen Sportage auch abseits fest ausgebauter Straßen recht gut bewegen. Ein Geländeprofi ist er allerdings nicht. Sein Fahrwerk mit vier einzeln aufgehängten 16-Zoll-Rädern ist vor allem auf flottes Vorankommen auf gut ausgebauten Straßen ausgelegt. Dazu passt es gut, dass für alle Allradler bereits in der Basisausstattung neben dem ABS die Fahrdynamikregelung ESP einschließlich Traktionskontrolle Serienausstattung ist. Sechs Airbags runden die Sicherheitsausstattung ab.

Innen gefällt der Fünfsitzer durch sein großzügiges Platzangebot auch den Fondpassagieren. Darüber hinaus ist der Laderaum variabel. Dank Drop & Fold-System mit vollständig versenkbarer, asymmetrisch geteilter Rückbank lässt er sich von 332 Liter auf bis zu 1411 Liter erweitern, wobei eine 1,64 Meter lange ebene Ladefläche entsteht. Die kann durch Umklappen der Rücklehne des Beifahrersitzes noch verlängert werden. Zugang zum Ladeabteil schafft eine groß dimensionierte Heckklappe mit separat zu öffnendem Fenster.

Zur Komfortausstattung gehören Klimaanlage, Servolenkung höhenverstellbares Lederlenkrad, vier Fensterheber und die Dachreling. Bei der EX-Ausstattung gibt es unter anderem eine Klimaautomatik, einen Bordcomputer, eine ansprechende Aluminiumoptik für die Mittelkonsole, Alu-Türeinstiegsleisten, Dämmerungssensor, Nebelscheinwerfer und einen selbst abblendenden Innenspiegel mit Kompass.

Der Blick in die Preisliste zeigt, dass Kia seinem Prinzip, moderne Technik zu fairen Preisen zu bieten, treu bleibt: 21 290 Euro kostet der Sportage 2.0 LX, für 23 590 Euro ist der 2.0 CRDi LX und für 28 890 Euro der 2.7 EX H-Matic zu haben. Wer den Allradantrieb nicht braucht, kann beim 2.0 LX 2WD bereits mit 18 150 Euro einsteigen.

Ähnlichkeiten mit einem anderen Auto sind beim Kia Sportage zwar nicht unbedingt gewollt, aber sie sind auch nicht von der Hand zu weisen. Nach dem Duo Kia Magentis/Hyundai Sonata sind der erst im vergangenen Sommer eingeführte Hyundai Tucson und der neue Kia Sportage das zweite Projekt, das die beiden unter ein Konzerndach gehörenden südkoreanischen Marken gemeinsam entwickelt haben.

Das ist trotz der Bemühungen der Designer, mit markenspezifischen Elementen auf der einen Seite einen echten Hyundai und auf der anderen Seite einen typischen Kia auf die Räder zu stellen, unverkennbar. Aber es muss nicht unbedingt schaden. Die Käufer beider Marken haben eine durchaus unterschiedliche Struktur. Mancher, der von Hyundai mit dem Tucson nicht erreicht wird, könnte also durchaus Interesse am neuen Sportage zeigen.

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