Schule : Viele Peugeot sind jetzt servicefreundlicher Auf weiter Reise

Ab Mai gibt es den City Rover – einen Kleinwagen, der aus Indien stammt

Ingo von Dahlern,Roland Koch

Geld kann man sparen, wenn Autohersteller die Wartungsintervalle für ihre Modelle verlängern. Peugeot hat das jetzt für die meisten Diesel getan. Statt alle 20 000 Kilometer müssen sie künftig nur noch alle 30 000 Kilometer in die Werkstatt. Die Regelung gilt für den 1,4 HDi und 2,0 HDi beim 206, den 2,0 HDi beim 407 und alle HDi bei den Baureihen 607, 807, Expert und Boxer für alle seit Oktober 2004 produzierten Fahrzeuge. Wer wenig fährt, muss allerdings mindestens alle zwei Jahre in die Werkstatt. mm

Autos der Marke Tata dürften hierzulande noch weitgehend unbekannt sein. In Indien sind die kleinen Flitzer aus dem Straßenbild nicht wegzudenken. Und wenn es nach dem Wunsch der britischen Autobauer von MG Rover geht, dann soll das in absehbarer Zeit auch in Europa so sein. Gemeinsam mit der Firma Tata wollen sie den neuen Kleinwagen hier etablieren.

Auch wenn das Land der vielen Götter nicht gerade zu den traditionsreichen Autonationen zählt, so hat es doch den Tata-Konzern, der für das moderne Indien steht. Dieser Konzern besitzt Hotels, Technologieunternehmen, Finanzinstitute – und bringt seit einigen Jahren den Kompaktwagen Tata Indica mit großem Erfolg auf den heimischen Markt. Davon beflügelt wurde gemeinsam mit der britischen Marke MG Rover ein Modell für Europa entwickelt.

Unter dem Namen City Rover gibt es das Auto bereits seit November 2003 bei den Nachbarn auf der Insel. Ab Mai 2005 wird er in weiteren europäischen Ländern auf den Markt kommen. Neben den bislang von Tata gefertigten Rechtslenkern sollen dann die ersten Linkslenker über die Straßen rollen.

Basis des City Rover ist der 3,66 Meter lange fünfsitzige Tata Indica mit einem Radstand von 2,40 Meter, der ein spezielles MG Rover Design und eine europäischen Bedürfnissen angepasste Technik erhielt. Mit diesen Maßen wird der City Rover die Modellpalette der Briten nach unten hin abschließen. Denn seitdem BMW den Mini baut, hat Rover in diesem Segment wieder einen Platz zu vergeben. Das bislang kleinste Modell, den Rover 25, unterbietet das City-Auto um gut 30 Zentimeter. Dennoch soll er innen sehr geräumig sein.

Die Preise für Deutschland werden unter 9000 Euro für das Basismodell Solo beginnen. ABS, Servolenkung, Frontairbags, Gurtstraffer vorn und eine Audio-Ausstattung gehören dabei schon zur Serienausstattung. Bei der Spitzenversion Style des in drei Ausstattungen angebotenen City Rover wird es unter anderem auch eine Lederausstattung geben.

Rover kann auf eine lange Tradition im Automobilbau zurückschauen, sucht derzeit aber nach neuen Partnern für die Zukunft. Nach dem Rückzug von BMW hat das Unternehmen mit dem Wikinger-Schiff im Logo überdies ein Joint-Venture mit dem chinesischen Autobauer Shanghai Automotive Industry Consortium (SAIC) geschlossen. In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, wie weit diese Kooperation geht. Den Briten kommt deshalb auch der neue Marktauftritt mit Tata gelegen. In den neuen City Rover setzt man große Hoffnung. Er soll Präsenz und Absatz der Marke erhöhen. „Der optimierte City Rover wertet unsere gesamte Modellpalette auf“, sagt Rod Ramsay, der Marketing-Direktor.

Für das Modelljahr 2005 haben Rover und Tata den City Rover noch einmal gründlich überarbeitet. Dabei wurden rund 50 Änderungen vorgenommen, zu denen vor allem auch neue Interieur-Materialien zählen. Zudem wurden die Service-Intervalle verlängert und schließlich die Voraussetzungen für die Ausstattung des City Rover mit einem Dieselmotor geschaffen. Bislang ist als Motorisierung ein 1,4-Liter-Benziner mit 63 kW (85 PS) vorgesehen, der mit einem Fünfganggetriebe kombiniert ist. Das Fahrwerk des City Rover mit Federbein-Vorderachse und Schräglenker-Hinterachse wurde speziell an europäische Bedürfnisse angepasst und sorgt für ein sicheres und unproblematisches Fahrverhalten.

Der als Basis für den City Rover dienende Tata Indica ist Indiens erstes Auto unter indischem Markenzeichen, das in allen technischen Elementen den aktuellen Weltstandards entspricht. Aber auch hier haben schon früh europäische Automobilexperten mitgemischt. Sein Design wurde von den Mailänder IDEA-Designstudios entwickelt.

Gebaut wird der City Rover im modernen Tata-Werk in Puna, das von Nissan erworben und aus Australien nach Indien verlagert wurde. Auf dem Markt in Europa werden die Autobauer des Subkontinents jetzt wohl für frischen Wind sorgen. Und wenn die Überarbeitung des Autos hält, was sie verspricht, dürfte das Kleinwagensegment nun einen weiteren ernst zu nehmenden Wettbewerber bekommen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben