Boxen : Olaf Beyer: Ein Europameister bittet zum Rennen Der 800-Meter-Sieger von 1978

organisiert den Silvesterlauf

Jörg Wenig

Potsdam. Es ist 25 Jahre her, da sorgte Olaf Beyer für eine Sensation. Es war die Zeit der großen britischen Leichtathleten Sebastian Coe und Steve Ovett, die sich gegenseitig die Weltrekorde über die Mittelstrecken abjagten. Als Coe 1978 bei den Europameisterschaften in Prag im 800-Meter-Finale antrat, galt er als so gut wie unschlagbar. Höchstens Ovett hatte man noch auf der Rechnung. Doch dann kam ein ganz anderer: Olaf Beyer. Der Potsdamer wurde Europameister.

Ein Vierteljahrhundert nach seinem größten Triumph spielt das Laufen immer noch eine große Rolle im Leben des Olaf Beyer. Er gehört zu den Organisatoren des 7. Potsdamer Silvesterlaufes seines Vereins Potsdamer LC und dreier weiterer Läufe in Brandenburgs Hauptstadt – darunter die stimmungsvolle „Preußische Meile“ im Sommer. Für den Silvesterlauf erwartet Beyer zwischen 150 und 200 Teilnehmer. Das Rennen wird heute um 10.30 Uhr an der Pirschheide am Seminaris Seehotel in Potsdam gestartet, die Strecke führt über sieben Kilometer.

Beyer, der inzwischen 46-jährige Familienvater, läuft selbst nicht mit, da dies mit seiner Rolle als Organisator schwierig werden würde. Bei anderen Rennen aber ist Olaf Beyer immer wieder aktiv dabei. Vor einigen Wochen startete er zum Beispiel bei der Berliner Marathonstaffel für seinen Klub.

Und wenn er rennt, dann möchte Olaf Beyer auch als Senior noch eine ordentliche Leistung bringen. „Ich brauche immer ein bestimmtes Ziel“, sagt der Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik an der Potsdamer Voltaire-Gesamtschule. Im vergangenen Sommer lief er bei einem 1000-Meter-Rennen noch erstaunliche 2:50 Minuten. Das wäre auch für einen 20 Jahre jüngeren Sportler noch eine beachtliche Zeit; kaum einer von Olaf Beyers Schülern wird sie jemals erreichen. „Ich werde nie aufhören zu laufen“, sagt Olaf Beyer.

Ebenso wenig wie die Zuschauer, die die Europameisterschaften 1978 im Fernsehen verfolgten, seinen Sieg vergessen werden. „Sebastian Coe war ein Vorbild für mich, ich hätte nie gedacht, dass ich ihn schlagen könnte“, erzählt Olaf Beyer, der nur eines bedauert: Er hatte nie die Gelegenheit, mit Coe zu sprechen. Als DDR-Sportler waren ihm Kontakte zu westlichen Athleten verboten. „Hinzu kam, dass ich kein Englisch konnte.“ Bis heute hat sich kein Treffen ergeben.

Der Silvesterlauf beginnt am heutigen Mittwoch um 10.30 Uhr am Seminaris Seehotel, An der Pirschheide 40, Potsdam.

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