Immobilien : Ein guter Schutz gegen Einbruch sind aufmerksame Nachbarn

ANDREAS LOHSE

Wirksame mechanische Vorrichtungen können kurzfristig installiert werden / Bei Eingriff in die Bausubstanz Vermieter informierenVON ANDREAS LOHSE Die Ferien haben begonnen.Zwar wird gerade in der Großstadt während der Urlaubszeit nicht zwangsläufig häufiger eingebrochen als im Rest des Jahres - doch bekanntlich macht Gelegenheit Diebe.Darum sollte, wer verreist, Vorsorge treffen.Denn oftmals sind Wohnungstüren nur ein pappiges Nichts, Fenster eine Einladung zum Einsteigen und die Rolläden nicht mehr als ein Sichtschutz.Einbruchsicherheit gibt es nicht, allerdings Einbruchschutz.Und der Weg dorthin beginnt im Kopf: Lösen Sie sich von dem Gedanken, daß ja eigentlich bei Ihnen nichts zu holen sei und daß "die", wo "sie" reinwollen, auch reinkommen. Sicherheitstechnik ist nicht zwangsläufig nur häßlich, teuer und unbequem.Wirksame mechanische einbruchshemmende Maßnahmen lassen sich auch kurzfristig noch ergreifen.Einbrecher wollen so schnell wie möglich in die Wohnung hinein und je höher die Barriere, desto eher geben sie auf.Ein senkrecht schließendes Stangenschloß beispielsweise verhindert bei zweiflügeligen Altbautüren, daß Einbrecher "Riegel ziehen", also einen der Flügel soweit verschieben, um mit einem Schraubenzieher den anderen zu entriegeln.Werden die Türen zudem von innen mit einem dicken Blech verstärkt, halten sie etwaigen Tritten von außen stand.Bei Schlössern, deren Zylinder auf der Türaußenseite hervorstehen, läßt sich mittels einer von innen zu verschraubenden Ausgleichsrosette verhindern, daß sie mit einer Zange abgedreht werden.Am Fenster kann man einen Zusatzriegel montieren lassen, so daß sich der Rahmen nicht aus dem Flügel hebeln läßt.Doch Obacht: Eingriffe in die Bausubstanz, wie beispielsweise die Verankerung eines Fenstergitters im Mauerwerk, sollte man zuvor mit dem Vermieter besprechen und sich schriftlich genehmigen lassen.Auch vor dem Anbringen eines Querriegelschlosses, das in Türblatt und -rahmen verankert wird, sollte man mit dem Hausbesitzer reden.Andernfalls könnte er beim Auszug verlangen, daß der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt und Schäden beseitigt werden. Allerdings darf man bei allen technischen Möglichkeiten und Maßnahmen nicht vergessen, daß ein ganz erheblicher Schutz noch immer eine aufmerksame Nachbarschaft ist.Viele Mieter in großen Häusern kennen sich nicht einmal vom Sehen und machen sich deshalb auch keine Gedanken, wenn sich nebenan jemand an der Wohnungstür zu schaffen macht.Verständigen Sie sich also mit ihren Mitmietern auf ein Mindestmaß an gegenseitiger Aufmerksamkeit.Bitten Sie ihre Nachbarn, sich während Ihres Urlaubs um die Wohnung zu kümmern und bieten Sie ihrerseits dieselbe Hilfe.Dazu gehört, gelegentlich das Licht einzuschalten, Vorhänge sowie Jalousien zu öffnen und zu schließen.Deponieren Sie bei Freunden einen Wohnungsschlüssel und informieren Sie den Vermieter darüber.Für Ihre Wertsachen, Urkunden und Dokumente sollten Sie ein Bankschließfach mieten.Der Briefkasten muß regelmäßig geleert und - bei längerer Abwesenheit - auf den Grundstücken von Ein- oder Zweifamilienhäusern der Rasen gemäht werden.Informieren Sie Ihre Nachbarn auch darüber, falls Sie Zeitschaltuhren verwenden, die die Wohnung ab und zu beleuchten.Sonst alarmiert der aufmerksame Nachbar womöglich die Polizei zur Jagd auf nicht vorhandene Ganoven.Vermeiden sollten Sie hingegen die gern praktizierte Gepflogenheit, den Anrufbeantworter neu zu besprechen, um Ihre Freude über den wohlverdienten Urlaub aller Welt kundzutun. Geradezu eine Einladung für Einsteiger.Informationen kostenlos bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, Otto-Braun-Straße 27, Mitte, Montag bis Mittwoch 8 bis 15 Uhr, Donnerstag, Freitag bis 14.30 Uhr.

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