Markt 1, 16831 Rheinsberg, Tel. 033931/22 64.
Claus-Dieter Steyer
Schwäne kennen keine Grenzen. Sie überwinden spielend Zäune und Mauern, setzen sich respektlos auf den Todesstreifen oder überschwimmen einfach die durch Bojen gekennzeichnete Trennlinie im Fluss.
Ohne einen einzigen Vertreter der Landesregierung ist gestern in Wustermark am westlichen Berliner Autobahnring Richtfest für Deutschlands erstes Factory Outlet Center (FOC) gefeiert worden. Im März nächsten Jahres wollen die britischen und deutschen Investoren ihr Fabrikverkaufszentrum eröffnen.
Ausgerechnet mit einem Hühnerei lässt sich die Entwicklung unserer Städte wohl am besten illustrieren. Zuerst glichen sie einem gekochten Ei mit einer festen Schale.
Politik: Brandenburger Verein fest in der Hand von Ex-Mitarbeitern des DDR-Staatssicherheitsdienstes
Der Brandenburger Arbeitslosenverband wird wesentlich durch frühere hochrangige Stasi-Angehörige dominiert. Wie Recherchen des Magazins "Klartext" des Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) ergaben, haben vor allem Dozenten der Hochschule des MfS in Potsdam-Golm den Verband im Frühjahr 1990 gegründet.
Endlich kennen wir das Leibgericht der deutschen Kaiser: Gebratenes Schwanenfleisch. Das behauptet jedenfalls das Gaststättenehepaar Bianca und Horst Geiseler aus dem nördlich Berlins gelegenen Ützdorf am schönen Liepnitzsee.
In einigen Jahren hätte sich das Thema SS-Truppenlager am Rande von Oranienburg wahrscheinlich von selbst erledigt. Sturm, Regen und Frost würden den einstigen Mannschaftsunterkünften dank offener Türen und Fenster wohl weiterhin so arg zusetzen, dass sie irgendwann einstürzen.
Bei so einem Namen muss der Ausflügler einfach einkehren: "Restaurant Liebesquelle". Er regt schließlich die Fantasie in fast jedem Alter an.
Das kleine Dorf Lanke kämpft derzeit mit dem 15 Kilometer entfernten Berlin wie einst David gegen Goliath. Nur ist diesmal der Ausgang völlig ungewiss.
Während sich für die meisten Wassersportler die Saison nun dem Ende zuneigt, heisst es bei einer Gruppe selbstbewusst: Wir fahren durch! Die Hydro-Byker oder Wasserfahrrad-Treter rund um Lychen kennen keine Pause.
Bei solchen Referenzen dürfte eigentlich nichts schief gehen: Goethe schwärmte von einer Köstlichkeit, russische Zaren sollen sich beim Verspeisen mehrfach zufrieden den Bauch gestreichelt haben, Napoleon und die reichsten Kaufleute von Lissabon scheuten für die Delikatesse weder Mühen noch Kosten, und selbst der zu Goethes Zeiten amtierende Papst zeigte sich höchst entzückt: Das Teltower Rübchen war ein Begriff. Nun soll an diesem Wochenende die Wiedergeburt dieses kleinen Gemüses mit seiner einst berühmten mäßig milden Schärfe gefeiert werden.
Anfang des Jahres räumte eine viel beachtete Ausstellung im Kreismuseum von Luckenwalde mit jahrzehntelangen Legenden und Halbwahrheiten auf. Sie rankten sich um eines der größten Kriegsgefangenlager auf deutschem Boden zwischen 1939 und 1945, am Rande der 50 Kilometer südlich Berlins gelegenen Kleinstadt.
Da auf der Brandenburger Landkarte kein Bodden zu finden ist, dürfte es auch kein Boddenhaus geben. Und doch steht 35 Kilometer nördlich Berlins direkt an der B 109 neuerdings ein Gasthaus mit so einem sonderbaren Namen.
Die Teilung der Stadt ist unüberhörbar. Pausenlos dröhnt der Lärm von der Autobahn sowohl nach Norden als auch nach Süden.
Am großen Lottschesee, Tel. 033396/71 997, geöffnet Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 22 Uhr.
Die Bewohner der Oderregion und viele Ausflügler zieht es jetzt wieder verstärkt an den Grenzfluss. Sie stehen Kopf schüttelnd am Ufer oder auf Brücken und gestikulieren über den sonderbaren Wasserstand.
Da werfe noch jemand den Brandenburger Gastwirten vor, sie hätten keine Ideen zur Vermarktung ihrer Restaurants. Im Haus Domizil am Ortsausgang von Wandlitz steigt morgen Abend ab 19 Uhr eine ganz besondere Show.
Wo ein unbekannter Kosmonaut vom Sockel grüßt, verlassene Militärbauten den Weg säumen und obendrein ein überlebensgroßer Lenin den Weg weist, fällt die Besinnung auf weit zurückliegende Zeiten nicht schwer. Besser kann die Einstimmung auf rund 80 000 alte Bücher kaum ausfallen.
Wie doch der erste Eindruck täuschen kann. Da spiegelt sich schon von weiten im klaren Waldsee ein helles Schloss mit einem hohen Turm, reichlich verzierten Balkons und Fenstern und einer Sommerterasse, so dass sich schnell die Vorfreude auf ein mitten im Wald verstecktes Schmuckstück einstellt.
Der Besuch in der Großfunkstelle Nauen muss in den zwanziger Jahren wie eine festliche Inszenierung abgelaufen sein. Da läuft oder fährt der Gast eine ganze Weile auf den wuchtigen dunklen Klinkerbau zu, betritt ehrfurchtsvoll die Stufen, öffnet die Tür - und steht plötzlich im Dunkeln.
Das Stolpe-Foto auf den Wahlplakaten wirkte gestern noch befremdlicher als in den Wochen zuvor. So liebenswürdig und freundlich lächelnd war der Spitzenkandidat in den vergangenen Wochen kaum einmal zu sehen gewesen.
Der junge Mann strahlte und sah in Gedanken schon die Überschrift des Leserbriefes an große westdeutsche Zeitungen vor sich: "Der Osten verschwendet tatsächlich Unsummen von Steuergeldern". Dann solle das Problem von Kleinmachnow geschildert werden und schon würden die ohnehin skeptischen Wessis auf die Barrikaden steigen, sagte er.
Wer die Sprache spricht, übernimmt das Kommando. Nach diesem Motto führte Polens Präsident Kwasniewski am Mittwoch wie selbstverständlich den Politikertross über die Oderbrücke von Frankfurt nach Slubice an.
Der Trick mit den großen Parkettpackungen im Kofferraum glückte nur einmal. Da glaubte der Zöllner am Grenzübergang Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) noch die Geschichte des 40-jährigen Polen, der vom gegenüberliegenden Slubice nach Deutschland einreisen wollte.