• katrin-specht

    Unter Nachbarn

    Katrin Specht, 37, ist Kindheitspädagogin und wohnt mit ihrer Familie in Lichterfelde-West.

    Was mir gefällt, ist unsere Kleingartenanlage „Wildkraut“ in Lichterfelde Süd. Das Besondere dieser Öko-Kleingartenanlage ist, dass es keine Zäune und keinen akkurat getrimmten Rasen gibt. Stattdessen blickt man auf wunderbare Blumenwiesen, bunte Wohnwagen und natürlich viel Obst und Gemüse. So geht entspanntes Gärtnern!

    Ich ärgere mich, dass die letzten freien Flächen im Bezirk an Bauunternehmer verkauft werden, die alle mehr oder weniger gleich aussehende Stadthäuser mit Luxus-Eigentumswohnungen errichten. Ich wünsche mir mutigere Politiker, die sich für nachhaltige, soziale und bezahlbare Wohnprojekte im Bezirk engagieren.

    Mein Lieblingsort ist die Krumme Lanke. An besonders heißen Tagen halte ich es nur dort gut aus, denn am Wasser weht immer ein frischer Wind und das Wasser ist sehr klar und sauber. Am liebsten würde ich direkt dort wohnen, um jeden Morgen und Abend im Bademantel zum See laufen und dann ins Wasser springen zu können.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute@tagesspiegel.de

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von Boris Buchholz Tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Steglitz-Zehlendorf,

wissen Sie, diese Mittwoche, an denen die Bezirksverordnetenversammlung tagt, sorgen (fast) immer für viel Stoff zum Berichten (gleich vier BVV-Meldungen habe ich für Sie) – aber sie fordern mich auch körperlich heraus. Und damit meine ich nicht, dass zum Beispiel die gestrige Sitzung des Bezirksparlaments bis kurz vor Mitternacht dauerte. Obwohl: Lauschen Sie mal den verzwickten und ausführlichen Darlegungen der Verwaltung zu der Situation im Standesamt gegen 22.30 Uhr, wenn Sie schon fünfeinhalb Stunden BVV intus haben. Leicht ist das nicht. Was ich aber eigentlich meinte, ist: Es zieht auf der Presse-Tri-Bühne (wir sitzen wirklich auf einer Theaterbühne vor dem Vorhang)!

Vor vier Wochen wurde mir im Laufe der BVV-Nacht so kalt, dass ich mir von Carsten Berger, dem Fraktionsgeschäftsführer der Grünen (er ist bewiesenermaßen härter im Windkanal als ich), seinen „Sea Sheperd“-Kapuzenpulli auslieh. Gestern hatte ich mir meine eigene Fleecejacke – bei Außentemperaturen von 28 Grad plus – mitgebracht. Und tatsächlich, da war er wieder, der Presse-Zug. Doch dann fiel die Klimaanlage komplett aus, die Temperatur im Bürgerssaal stieg stetig, keines der Fenster im Raum und im Foyer lies sich öffnen. Die Debatte wurde hitziger, im Raum wurde es stickig und heiß. Daraus lässt sich eine politische Wahrheit ableiten: In der Bezirkspolitik muss man sich nicht immer warm anziehen – aber man sollte darauf vorbereitet sein.

Boris Buchholz ist freiberuflicher Journalist und Designer – seit Kindesbeinen läuft er in Steglitz und Zehlendorf herum. 2011 gründete er „ß“, eine Zeitschrift für Politik und Kultur im Berliner Südwesten. Mehr über Boris Buchholz erfahren Sie auf seiner Website. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute@tagesspiegel.de

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Boris Buchholz' Tipp für Sie

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist durch die jahrzentelange Präsenz der US-Streitkräfte geprägt: Wer in den Siedlungen am Dreipfuhl, in Düppel oder am Hüttenweg wohnt, lebt in Häusern, die für die amerikanischen Soldaten erbaut wurden. Der Titania-Palast wurde ebenso von der deutsch-amerikanischen Nachkriegsgeschichte geprägt wie der Henry-Ford-Bau oder die Exklave Steinstücken. Das Alliiertenmuseum in der Clayallee hat vergangene Woche eine neue mobile Website zu zehn Orten vorgestellt, an denen die jüngere Geschichte des besetzten Berlins sicht- und erlebbar sind. Jeder Ort wird mit Text und Tipps zur Umgebung, Fotos, historischen Videos und Audiodateien präsentiert. Neben einer interaktiven Karte entwickelten die Museumsmacher einen Spaziergang zu fünf dieser Orte – den ich Ihnen und Ihrem Smartphone ans Herz legen möchte. Los geht es am „Outpost“, dem ehemaligen Truppenkino, in dem heute das Alliiertenmuseum residiert. Über die Kirche der US-Gemeinde, das US-Hauptquartier und den Henry-Ford-Bau geht die Tour bis zur Alliierten Kommandantur. Wem die zehn Online-Orte nicht reichen, der wird in dem kleinen Büchlein „Die Amerikaner im geteilten Berlin“ fündig: Das gleiche Autorenteam stellt hier 23 Orte vor. Das Buch kostet 5 Euro und ist – wie könnte es anders sein – im Buchhandel und direkt im Alliiertenmuseum erhältlich.

Lokaltipp:

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