• Dodo Bosse

    Dodo Bosse

    , Malerin aus Zehlendorf, mit Wurzeln in Hessen, einem farbigem Leben und einem Atelier in Kreuzberg

    Unter Nachbarn

    Das gefällt mir: In Steglitz und Lichterfelde existiert eine Kunstszene mit MusikerInnen, DarstellerInnen und bildenden KünstlerInnen, die endlich immer mehr in Erscheinung tritt, nicht zuletzt in Form des Kunst.Raum.Steglitz. e.V. Dabei vermisse ich schmerzlich den kürzlich verstorbenen Wolf van Roy aus Lichterfelde West und frage mich, wo sind seine Holzstatuen geblieben, z.B. „Flora“, die einst im S-Bahnhof Lichterfelde West standen? Das nervt mich: Da gibt es eigentlich nichts, außer vielleicht die lärmenden Laubpuster, die – seien wir ehrlich – sooo unnötig wie old-fashioned sind und gerne gegen neue effiziente Laubrechen eingetauscht werden sollten. Das empfehle ich: Probieren Sie es aus, alleine, mit Kinderwagen: Man kann locker von Lichterfelde West bis in die Schlossstraße zum Einkaufen LAUFEN. Das ist wirklich wahr! Auch wenn es kaum jemand glaubt oder gar tut, weil man das noch nie gemacht hat, weil ja keine Zeit da ist, weil man abends ja noch zum Fitnesstermin muss. Es dauert circa 35 Minuten, man braucht keinen Parkplatz, und ist ein wirkliches Entdeckererlebnis für Groß und Klein: von A nach B zu Fuß! Geht auch von Lichterfelde West nach Lichterfelde Ost, nach Zehlendorf Mitte, Dahlem Dorf, gar in den Grunewald!

    Wollen Sie sich oder jemand anderen in dieser Rubrik vorstellen? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter leute-m.raack@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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Maike Raack von Maike Edda Raack tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Steglitz-Zehlendorf,

wer bei Kälte auf der Straße lebt und nicht erfrieren möchte, muss einen Schlafplatz in einer Notübernachtung oder einem Nachtcafé ergattern – oder hoffen, dass der Kältebus ihn oder sie an einen warmen Ort bringt. Ekkehard Hayner von der Wohnungsnotfallhilfe der Gebewo-Soziale Dienste-Berlin gGmbH sagt: „Steglitz-Zehlendorf hat sich im Hinblick auf die Wohnungslosen im Bezirk bislang nicht mit Ruhm bekleckert. Es gibt Innenstadtbezirke, die machen mehr.” In Neukölln gebe es beispielsweise drei und in Charlottenburg fünf Notunterkünfte. In Steglitz-Zehlendorf: keine. Wie viele von den laut Berliner Stadtmission mindestens 3.300 Obdachlosen in Steglitz-Zehlendorf leben? Dazu gibt es keine Angaben; gewiss aber ist: Es gibt versteckte Obdachlosigkeit im Bezirk, gerade was Frauen betrifft. „Oft schon haben sie in der Familie Gewalt vom Partner erfahren oder prostituieren sich, um irgendwo unterzukommen. Diesen Frauen wollen wir nun für die Nacht ein kleines Stück Heimat geben“, so Ann Jeanette Rupp, Projektleiterin bei der milaa gGmbH, gegenüber LEUTE Steglitz-Zehlendorf.

Unter dem Namen „Maria und Martha“ wird die milaa gGmbh („miteinander leben, aber anders“) gemeinsam mit dem evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf ab dem 2. Januar die erste Notunterkunft mit Plätzen für insgesamt neun obdachlose Frauen eröffnen. Der Name bezieht sich auf zwei ungleiche Schwestern in der Bibel. „Wir wollen damit signalisieren, dass wir ohne Vorbehalte offen sind für alle, die kommen wollen“, sagt Ann Jeanette Rupp.

Das Projekt, das vom 2. Januar bis 31. März täglich von 19 Uhr bis 8 Uhr obdachlose Frauen für die Nacht aufnimmt, Abendessen, Frühstück und Beratungsleistungen nach Bedarf bietet, kann übrigens noch Unterstützung brauchen: „Ob Sach-, Zeit- oder Geldspenden – jeder, der sich einbringen möchte, findet hier eine Möglichkeit“, sagt Rupp.

Maike Edda Raack hat Romanistik und Politikwissenschaften studiert. Für den Tagesspiegel ist sie seit 2007 im Einsatz. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-m.raack@tagesspiegel.de.

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Maike Raacks Tipp für Sie

A vocal touch: Für Fans der Jazz- und Pop-Chor-Szene lohnt sich am Samstag der Weg nach Prenzlauer Berg: Die Village Voices, ein 15köpfiges Jazzchor-Ensemble der Leo-Borchard-Musikschule in Zehlendorf-Mitte, das ein musikalisches Spektrum von Jazz, Pop über Swing bis zu Ethno-Songs aufweist, geben gemeinsam mit dem international renommierten Chor “Vocal Line” aus Dänemark ein Konzert mit dem Titel “A Vocal Touch”. Vocal Line traten bereits mit Bobby McFerrin in New York und den Rolling Stones auf. Wie schon beim ersten Berlin-Konzert von Vocal Line im Jahr 2009 sind auch diesmal die Village Voices aus Zehlendorf unter der Leitung von Wolfgang Thierfeldt Partner und Opening Act. Am Samstag, 10. Dezember, um 17.00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße 7.
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