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    Unter Nachbarn

    Jennifer Cathleen Sager, 51, wohnt am S-Bahnhof Lichterfelde-West; sie arbeitet als Immobilienmaklerin und Relocator.

    Was mir gefällt: Mir gefällt der Kiez um den S-Bahnhof herum am besten. Man hat an Läden fußläufig alles was man braucht (und einiges, was man nicht braucht)! Aber generell liebe ich die grünen Holperstraßen mit den prächtigen, sanierten Altbauten.
    Was mich stört: Nicht viel. Vielleicht nur, dass es im gastronomischen Bereich eher „schickere“ und hochpreisige Restaurants gibt. Mir persönlich fehlt hier eine nette Kneipe mit Kleinigkeiten wie zum Beispiel in Kreuzberg. Hier wohnen ja mittlerweile auch viele jüngere Leute, die keine weißen Tischdecken in jedem Laden brauchen.
    Was ich empfehle: Einen Geheimtipp: die Almhütte am Hindenburgdamm. Eine von außen nicht als solche erkennbare Eventlocation am Hindenburgdamm 7, die auf Ihrer Website spezielle Events wie Brunch, Osterfeuer, Oktoberfest etc. anbietet und die ein tolles, rustikales Ambiente, super Essen und einen großen Garten hat. Man glaubt es kaum, wenn man den Laden von außen sieht.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-b.buchholz@tagesspiegel.de

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von Boris Buchholz Tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Steglitz-Zehlendorf,

mein Freund T. ist sieben Jahre alt – in ihm schlummert viel Energie und er kann auch kräftig austeilen. Am letzten Wochenende musste er allerdings einiges einstecken: Mit seinem Vater besuchte er den Trödelmarkt auf dem Platz des 4. Juli – und wurde von einem Hund in den Oberschenkel gebissen. Er zeigte mir sehr gerne sein grün-blaues Bein mitten auf dem Teltower Damm. T. erzählte mir das Geschehen aus seiner siebenjährigen Perspektive so: Der Hund sei eine Art „kleiner Schäferhund“ gewesen, der mit seinem Frauchen, einer „Omi“, an der Leine unterwegs war. Als T. an ihm vorbeiging, habe er zugebissen. Die Hundehalterin habe erst reagiert und versucht, den Hund wegzuziehen, als T. anfing vor Schmerzen zu brüllen.

Dem Vater sagte sie, ihr Hund tue so etwas nicht, sein Sohn müsse das Tier provoziert haben. Der Vater rief Polizei und Krankenwagen. Und das sei prima gewesen, sagte T., denn erstens habe er mit einem Feuerwehrwehrauto fahren dürfen und zweitens konnte er während der Fahrt einen echten Feuerwehrhelm aufsetzen. Was ihm gar nicht gefallen habe, sei, dass „sich die Frau gar nicht entschuldigt hat“. In diesem Newsletter geht es unter anderem darum, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen – und es geht auch (immer mal wieder) um Verantwortung. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

Boris Buchholz ist freiberuflicher Journalist und Designer – seit Kindesbeinen läuft er in Steglitz und Zehlendorf herum. 2011 gründete er „ß“, eine Zeitschrift für Politik und Kultur im Berliner Südwesten. Mehr über Boris Buchholz erfahren Sie auf seiner Website. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-b.buchholz@tagesspiegel.de

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Boris Buchholz' Tipp für Sie

Leser Eike Henning Müller-Elschner hatte mich in Schwung und auf’s Rad gebracht: Er erzählte mir davon, wie schön die Gartenexperten der Freien Universität die Grünbereiche zwischen den Instituten bepflanzt und angelegt hätten – es würde sich lohnen. Also lenkte ich den Drahtesel gen Dahlem um nachzuschauen. Zwar stimmte es, was mir am Telefon versprochen wurde, doch blieb ich mit meinem Gefährt erst vor dem Chemie-Gebäude in der Takustraße 3 staunend stehen – eigentlich ist hier purer Stein. Allerdings standen darauf bunteste, meist mit Erde gefüllten Holzkisten samt ungewöhnlicher Bebauung und Bepflanzung. Eine rosarot gestrichene Kiste protestierte mit gepflanzten Kartoffeln gegen das Grillen von Schweinefleisch; auf einer anderen stand „It’s always time for a tea“, an der Seite eine Bank, in der Erde steckte eine Tee- inklusive Untertasse. Kiste Nummer 15 beherbergte ein ganzes Feenland: Ein Teich mit bunten Enten, ein Spielplatz, ein Wegweiser mit Pfeilen zum Beach, zum Erdbeergarten und zum Spielplatz – ganz oben ein rosa Schildchen „Fairies Welcome“. Kurz: Eine Open-Air-Kisten-Ausstellung voller Schätze zum Entdecken. Das Ganze ist Teil des Projekts „Grow your Network„, das Philipp Hultsch, Referent für Haushalt und Personal am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie, ins Leben gerufen hat. Mit fünzig Euro und Gartenwerkzeug ausgestattet, haben sich vierzig Teams gebildet, die bis zum 6. Juli in fünf Kategorien gegeneinander antreten. Doch ist der Wettbewerb nur Beiwerk. Im Vordergrund steht das Netzwerk: Studierende sollen mit Lehrenden, Doktoranden mit Angestellten, Biologen mit Chemikern, Pharmazeuten mit Ökologen in Kontakt kommen. Philipp Hultsch wies beim Kick-off daraufhin, dass es am Wochenende bei verschlossenem Uni-Gebäude schwierig sein könnte, an Wasser für die Pflanzen zu kommen. Sein Netzwerk-Tipp: „Freunden Sie sich mit dem Hausmeister an“. Mein Tipp an Sie: Entdecken Sie auf dem Uni-Campus neue Welten, freuen Sie sich an wachsenden Netzwerken und „don’t piss off the fairies!“, wie die Gartenfeen von Kiste 15 auf ihrer Webseite schreiben.

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