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    Unter Nachbarn

    David Eckel, Geschäftsführer von Eckel Presse & PR GmbH.

    Das gefällt mir: In Berlin entsteht so viel Neues, die Stadt ist so lebendig und abwechslungsreich – das begeistert mich immer wieder. Ich habe seit 2002 mit meiner Agentur schon zahlreiche Neueröffnungen von Restaurants und Hotels und sogar die Entwicklung ganzer Wohnquartiere wie den Oskar-Helene-Park in Dahlem begleitet, aber trotzdem gibt es immer wieder neue Konzepte, die mich wirklich überraschen. Auf der anderen Seite schätze ich auch sehr die Ruhe und die vielen Grünflächen in Berlin, allen voran die Domäne Dahlem und den Botanischen Garten in meinem Kiez oder unseren kleinen Rodelberg am Kaiser-Wilhelm-Platz. Das nervt mich: Berlin ist für seine Toleranz berühmt und für sein „laissez faire“ berüchtigt. Daher passt der Kampf des Senats gegen Investoren, Unternehmer, Autofahrer und Eliten im Allgemeinen einfach nicht zu dieser Stadt. Statt immer nur diejenigen zu fördern, die irgendwie „dagegen“ sind, sollte sich die Politik lieber darauf konzentrieren, dass die Grundlagen der Stadt funktionieren – von einer funktionierenden S-Bahn, über die Schaffung neuer Kitaplätze, bis hin zum Erhalt von Straßen, der Sanierung von Schulen und der Steigerung der Sicherheit. Das empfehle ich: In Berlin gibt es tolle asiatische, griechische oder italienische Restaurants, aber ein schöner Biergarten wie das Maria und Josef in Lichterfelde-West ist für mich immer einen Besuch wert. Im Sommer sitzt man dort unter mächtigen Kastanien und im Winter im historischen Stellwerksgebäude und genießt bayerisches Bier und typische Schmankerln. Im Sommer besuche ich mit der Familie auch gerne die Steglitzer Woche oder das Weinfest am Rüdesheimer Platz – das ist zwar im Nachbarbezirk, aber für mich zu Fuß zu erreichen und die Pizza wird sogar mitten auf den Platz geliefert.
    Foto: Dirk Lässig

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von Markus Hesselmann tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Steglitz-Zehlendorf,

Die Brandrede des bayerischen Landwirts ist einer der schönsten Sketche von Gerhard Polt, „Wir brauchen keine Opposition – wir haben schon eine Demokratie!“, einer der goldenen Sätze daraus. Der Mann echauffiert sich über allerlei, das aus seiner Sicht schief läuft politisch. Schlussfolgerung: „Da muss doch endlich einmal etwas passieren! Und das ist der Grund – und deswegen wähle ich auch dieses Mal wieder CSU!“ Wie im Süden Deutschlands, so im Südwesten Berlins. Die Prognostiker von Election.de sagen den Christdemokraten auch dieses Mal wieder den Gewinn des Direktmandats bei der Bundestagswahl voraus. Allerdings steht an diesen Zahlen diesmal ein Achtungschild: Erhoben wurden sie, bevor die die Fälschungsaffäre um Karl-Georg Wellmann, der den Wahlkreis zuletzt dreimal gewonnen hatte, bekannt geworden war. Und die schadete auch dessen Kontrahenten und Bezwinger Thomas Heilmann. Heilmann wurde zwar von den Parteimitgliedern am vergangenen Sonntag zum Direktkandidaten gekürt. Der Vorwurf der Intrige, ein Wort Wellmanns, das Landeschefin Monika Grütters dann ohne einen der Kampfhähne namentlich zu nennen aufgriff, haftet aber erst einmal an ihm. Und dann wären da noch die Landeslisten für die Bundestagswahl: Sabine Beikler und Ulrich Zawatka-Gerlach haben sich in den Parteien umgehört mit dem Ergebnis bei der CDU, dass Heilmann wohl trotz allem auf dem aussichtsreichen Listenplatz vier kommen wird. Falls Steglitz-Zehlendorf also nicht auch dieses Mal wieder CDU wählt, zöge Heilmann, der sich den einstigen Ruf eines Erneuerers der Berliner Christdemokratie hin zur Großstadtpartei jetzt erst wieder neu erarbeiten muss, wohl trotzdem in den Bundestag ein. Diesen Sonnabend soll die Liste auf der Landesvertreterversammlung der CDU verabschiedet werden.

Markus Hesselmann ist Redaktionsleiter bei „Tagesspiegel Leute“, arbeitet seit 20 Jahren für den Tagesspiegel und lebt seit 1988 in Berlin. Neben den Bezirks-Newslettern betreut er die Bezirksseiten auf Tagesspiegel.de (hier Steglitz-Zehlendorf) und die Social-Media-Auftritte von „Tagesspiegel Leute“. Diskutieren Sie mit bei Facebook und Twitter. Wenn Sie darüber hinaus Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie bitte eine E-Mail an leute@tagesspiegel.de

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Markus Hesselmanns Tipp für Sie

Erinnerung: Vortrag und Stolpersteine. Im Frühjahr 1944 wurden fünf Kinder aus dem Haus Kinderschutz in die hessische Landesheil- und Erziehungsanstalt Hadamar gebracht und dort ermordet. Die Kinder mit einem jüdischen Elternteil hießen Peter Widetzky, Rudolf Langen, Klaus Friedländer, Gerhard Kopper und Horst Spieler. Die Hintergründe dieser Tat der Nazis und das Schicksal der „fünf Jungen vom Haus Kinderschutz“ werden nun von Annegret Ehmann und Christoph Kreutzmüller in einem Vortrag nachgezeichnet. Am Mittwoch, den 29. März, um 10 Uhr in der Emil-Molt-Schule, Claszeile 60. Im Anschluss werden Stolpersteine in Erinnerung an die ermordeten Jungen vor dem ehemaligen Haus Kinderschutz in der Claszeile 57 verlegt. Ich danke unserem Leser und Autor Dirk Jordan für den Hinweis auf den Vortrag und die Stolpersteine. Von ihm lesen Sie bei uns in der kommenden Woche auch wieder einen Beitrag über Erinnerung im Bezirk. Das Foto der Gedenktafel hat übrigens „OFTW“ gemacht, ein Fotograf aus Steglitz-Zehlendorf, der für Wikipedia unter anderem Stolpersteine und Gedenktafeln aufnimmt und den wir im Tagesspiegel schon vorgestellt haben.
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