Die Deutsche Telekom setzt ihre Strategie der kleinen Schritte fort. Während die Branche über einen möglichen Einstieg der Telekom bei Sprint, Global Crossing oder Qwest spekulierte, zauberte Ron Sommer das bis dato hier zu Lande unbekannte Mobilfunkunternehmen Voicestream als Übernahmekandidaten aus dem Hut.
Corinna Visser
Mit der Vergabe der UMTS-Lizenzen in Deutschland stehen jetzt die Telekomkonzerne fest, die auf dem größten nationalen Markt Westeuropas agieren werden. Deutschland ist nach Finnland, Spanien, Großbritannien und den Niederlanden das fünfte Land, in dem die Entscheidung bereits gefallen ist.
Mobilcom-Chef Gerhard Schmid verspricht den Verbrauchern ein Schlaraffenland, wenn das UMTS-Zeitalter erst einmal angebrochen ist. Kritiker sagen, UMTS (das universale mobile Telekommunikationssystem) sei vollkommen überflüssig.
Deutschlands mobile, multimediale Zukunft kann beginnen. Die Eintrittskarten an die Unternehmen sind verteilt.
Langsam wird es unheimlich in Mainz. Die Beteiligten leben im Milliardenrausch.
Der Pfiff ist so laut, dass er bis in alle sieben abhörsicheren Räume dringt. Das Pfeifen des Beamten der Regulierungsbehörde gibt in Mainz das Signal: Eine neue Runde im Milliardenpoker um die Lizenzen für den Mobilfunk der Zukunft beginnt.
Bisher ist die Deutsche Telekom bei ihren Börsengängen immer erfolgreich gewesen. Das soll so bleiben, wünscht sich Telekom-Chef Ron Sommer und mit ihm wohl auch seine Aktionäre.
Bald haben die Spekulationen ein Ende. Der Tag der Entscheidung rückt näher, heute beginnt in Mainz die Versteigerung der neuen Mobilfunklizenzen.
Mit Spannung schauen die großen Telekommunikationskonzerne Europas am heutigen Montag nach Mainz. In einer ehemaligen Kaserne der US-Army versteigert die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard UMTS.
Was lange währt, wird endlich ziemlich teuer. Gebetsmühlenartig wiederholte Telekom-Chef Ron Sommer in den vergangenen Monaten immer wieder, dass er aus dem deutschen Konzern ein Global Player machen werde.
Not macht erfinderisch. Noch sind die Mobilfunkbetreiber Europas zwar nicht notleidend, aber sie könnten es bald sein, wenn sie weiter so viel Geld für Lizenzen ausgeben müssen - jedenfalls scheinen das einige Mobilfunkunternehmen zu befürchten.
Wenn Manager etwas verschenken wollen, dann muss man skeptisch sein. Schließlich geht es den Unternehmen in erster Linie immer darum, ihren eigenen Gewinn zu maximieren - Mit Selbstlosigkeit hat das unternehmerische Geschäft nichts zu tun.
Bei Ferngesprächen kann man kräftig sparen, wenn man sich die Mühe macht bei den vielen Anbietern auf diesem Markt immer nach dem günstigsten Angebot zu suchen. Bei Ortsgesprächen sieht die Situation aber anders aus.
Wieder einmal hat sich Telekom-Chef Ron Sommer als erfolgreicher Aktienverkäufer gezeigt. Aus 18 Ländern dieser Welt gingen Bestellungen für 700 Millionen Papiere ein, 230 Millionen Aktien standen im Angebot.
Der Poker hat längst begonnen. Zwar ist die Versteigerung der Mobilfunklizenzen der dritten Generation (UMTS) erst für den 31.
Das erste, was Bernd Siegfried von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auffällt, ist, dass das Wichtigste fehlt. Zwar sticht unter all den japanischen Schriftzeichen auf dem Börsenprospekt der Schriftzug "Deutsche Telekom" und das magentafarbene "T" deutlich hervor, doch der Bundesadler fehlt.
Beispiellos, radikal, unangemessen und grauenhaft - so nennt Microsoft die vom US-Justizministerium geforderte Zerschlagung des Softwareunternehmens. Und um das Grauenhafte abzuwenden macht Microsoft nun Vorschläge, die den Richter Thomas Penfield Jackson milde stimmen sollen.
Wer künftig im Mobilfunk eine Rolle spielen und nicht zum Nischenanbieter absteigen will, der muss breitbandigen Mobilfunk anbieten können, der braucht eine UMTS-Lizenz. Keine Frage, das Bietergefecht um die Lizenzen in Deutschland wird mindestens so hart werden wie in Großbritannien, schließlich ist der deutsche Markt größer.
Der Gigant wankt. Noch ist die Strafe im Kartellprozess gegen Microsoft nicht ausgesprochen, doch die Börse straft das größte Softwarehaus der Welt bereits jetzt ab.
Wettbewerbskommissar Mario Monti hat es spannend gemacht. Bis kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung in Brüssel, war nicht klar, ob er die Fusion Vodafone / Mannesmann genehmigen oder ein zweites viermonatiges Verfahren einleiten würde.
Telekom-Chef Ron Sommer ist schlau. Einen Flop der T-Online-Aktie am ersten Handelstag kann er sich nicht leisten.
Es reicht offenbar nicht, ein Technologiewert zu sein, um bei den Anlegern Erfolg zu haben. Man muss auch gute Zahlen und überzeugende Prognosen vorlegen können, damit Investoren zugreifen.
Wahrscheinlich hätte Gerhard Schmid laut gelacht. Er hätte es sicher selbst nicht geglaubt, wenn man ihm noch vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass er sich einmal mit einem ehemaligen Monopolunternehmen verbünden würde.