Ob nun heute Abend dieses wichtige Fußball-Pokalspiel Union - Mönchengladbach angepfiffen wird oder nicht, weil die Alte Försterei draußen in Köpenicks Wäldern unter Wasser steht - ihn stört das überhaupt nicht. Er fährt eisern seine Strecke, quer durch die Stadt, von Ost nach West und zurück, ganz in Rot-Weiß mit einem großen Fußball drauf und der Aufforderung: Werdet Mitglied!
Lothar Heinke
Der Berliner Fußball-Club Dynamo fühlt sich verschaukelt, diesmal von der Klassenjustiz der BRD. Die hat gestern gegen den BFC entschieden, wo es doch um die ureigenste Sache des Vereins geht - sein Logo.
Draußen, vor den hohen Fenstern, lebt die Stadt ihren schnellen Gang, aber hier drinnen im Restaurant des Hotels Unter den Linden perlt der Champagner im Glase. Aidas Triumphmarsch lässt die Dekorationen zittern.
Gestern war ja alles noch harmlos, ja, humorvoll: Wie Joachim Zeller seinen bärtigen Kopf hinhielt, damit ihm, dem nunmehro alleinigen Bürgermeister von Mitte, seine beiden Amtsbrüder von Wedding (Hans Nisblé) und Tiergarten (Jörn Jensen) die schweren güldenen Ketten ihrer Bezirke um den Hals legen konnten. Das Protokoll verzeichnete mittleren Beifall der Anwesenden.
Die Aussicht durch die hohen Fenster des Restaurants "Orangerie" ist grandios - in keiner Lokalität kommt man dem wuchtigen Steingebirge des Berliner Doms näher als auf diesem gemütlichen Hochsitz über der Spree. Aber die Tasse Kaffee mit dem schönen Blick als Sahnehäubchen hat schon fast etwas Nostalgisches, und man teilt das Gefühl der Tristesse, mit dem die dienstbaren Geister im Radisson SAS-Hotel in der Karl-Liebknecht-Straße den nächsten Tagen entgegensehen (und dennoch bis zum bitteren Ende nach dem Motto verfahren: "Immer nur lächeln.
Gestern wurden die Restaurierungsarbeiten im früheren Hotel "Esplanade" auf dem Sony-Gelände am Potsdamer Platz beendet - eine nüchterne, kleine Nachricht. Wert: 50 Millionen Mark.
Die Augen scheinen zu blitzen, sein Dreispitz glänzt in der Sonne, er wirkt frisch, aufgeräumt und tatendurstig. Dabei erleben wir Ross und Reiter in einer sehr ungewöhnlichen Situation: Sie haben soeben die Erde verlassen und hängen in mehreren Gurten an der Kette eines Autokrans, der das sechs Meter siebzig hohe und dreizehn Tonnen schwere bronzene Sitz-Standbild des Preußenkönigs Friedrich II.
Dieser neunte November wird zum großen Ereignis für Manfred Fischer. Der Pfarrer der Versöhnungsgemeinde weiht am dem Tag, als vor elf Jahren die Mauer fiel, die neue Kirche ein.
Wir telefonieren mal wieder mit der Botschaft der Russischen Föderation, haben zunächst mal klangvolle "Moskauer Nächte" statt blöder Sprüche im Ohr, um dann zu erfahren, dass es heute nix wird mit der Erfüllung von Sonderwünschen, denn "wir chaben cheute wegen Feiertag geschlooßen".Nanu?
In zwei Jahren trifft sich die High Society der Stadt in Berlins exklusivstem Club, im "Adlon-Palais" in der Behrenstraße: "Dies wird ein reiner Gesellschaftsclub in erstklassigem Ambiente, wo man speist, seine Zigarre raucht, Gedanken tauscht - kurz: Wo sich Gleichgesinnte treffen", sagt Ottmar Braun, der Generalbevollmächtigte der Fundus-Gruppe. Deren Chef, Anno August Jagdfeld, erfüllt sich damit einen zweiten Traum: Die Erfolgsstory seines "Adlon"-Projekts wird fortgeschrieben, denn "in der Haupstadt gibt es genügend Menschen, die das Bedürfnis für das Außergewöhnliche haben - und die sich das auch leisten können.
Kaum ein Berliner Platz ist interessanter als der Alex. Interessanter?
Offiziell ist das hier, direkt unter dem hohen Fahnenmast auf dem Platz des 18. März neben dem Brandenburger Tor, eine "Versammlung unter freiem Himmel".
Mit einem mehrtägigen Volksfest zwischen Brandenburger Tor und Reichstag feiert Berlin den zehnten Jahrestag der deutschen Einheit. Vom 1.
Kommt alles noch: die Nosferatu-Maske von Klaus Kinski. Franka Potentes Kostüm, mit dem Lola über die Leinwände rennt.
Jahrelang haben alle Beteiligten über die Gestaltung des Schlossplatzes gestritten: Wiederaufbau Schloss, Erhaltung Palast der Republik oder Grünanlage. Es wurde viel diskutiert, noch mehr geredet und nie etwas beschlossen.
Buon giorno, was soll ich denn nun erzählen? Was war Höhepunkt von die Reise nach Ischia in sonnenüberströmtes Italien?
Zwischen den hohen Geschossen an der Vorderfront hängt ein Plakat, das man auch im Vorüberfahren aus der U 1 lesen kann: "Bürohaus mit Stuck und Parkett sowie Loftremise provisionsfrei zu vermieten". Das ist Zukunftsmusik.
Die Ministergärten? Ratlos blickt der Mann hinüber zum Tiergarten, zuckt mit den Schultern und geht weiter.
Eleonore Braunseis aus Niederschönhausen hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, jemals die näheren Umstände beim Tod ihres seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vermissten Vaters Ernst Schley zu erfahren. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hatte zwar im vergangenen November der Ungewißheit über Tod oder Leben ein Ende bereitet und kurz mitgeteilt, dass der kriegsgefangene Soldat im März 1945 verstorben sei.
Unser theoretischer Schloss-Baumeister Wilhelm von Boddien ist perplex. "Die Schloss-Gegner kritisieren immer wieder, dass wir keine genauen Pläne hätten und reden von einem Disneyland in der Mitte Berlins.
Ganz Verrückte drehten den blauen Hunderter zu einem Fidibus und zündeten ihn an - Karl Marx, Feuer und Flamme, ging in Rauch auf. Andere kauften in der Nacht zum 1.
Wolfgang Rüppel steht vor übereinandergestapelten, 45 Zentimeter dicken Glasplatten, auf denen sich markante Rasterpunkte zu Gesichtern formen. An der Wand im Atelier im vierten Stock eines Weddinger Fabrikhofes lehnt das Vor-Bild für das Denkmal zum 17.
Bald wieder komplett: Aus hunderten Stuck-Teilen werden jetzt die Säle des einstigen Grand-Hotels zusammengesetztLothar Heinke Vier Männer knien in einem von hohen Glaswänden umgebenen Raum auf dem Boden, um eine Zeichnung zu lesen. Sie blicken auf ein Papier mit verschnörkelten Formen und feinen Linien, die sich zu harmonischen Mustern vereinen.
Das Gelände unter dem futuristischen Dach von Sony am Potsdamer Platz belebt sich zusehends: Gestern Abend traf sich ein auserlesenes Publikum mit den europäischen und deutschen Spitzenmanagern des Konzerns zu einem Festakt im Imax-Kino anlässlich der Eröffnung des "Sony Style Store". Am heutigen Sonnabend ab zehn Uhr ist Sonys viertes Flaggschiff-Kaufhaus (nach New York, San Franzisco und Sydney) für jedermann geöffnet.