Das Palasthotel in Mitte wird abgerissen, ein neues Luxushotel gebaut - mit Schwimmbad auf dem DachLothar Heinke Nun scheint es doch ernst zu werden: Das ehemalige "Palast"-Hotel an der Karl-Liebknecht-Straße soll abgerissen werden. Dafür entsteht ein Komplex mit vier Gebäuden: Hotel, Büros und Wohnungen.
Lothar Heinke
Vormittags döst der Lunapark. Die Wilde Maus lässt ihre Ohren hängen, im Magic House ruht still der Zauberstab, die Achterbahn steht still, nicht eine der 15 000 Lampen vom 45 Meter hohen, "größten Riesenrad mit offenen, drehbaren Gondeln" blinkt zum "Schlaraffenland" hinüber.
Am Potsdamer Platz dürfen Berliner und Touristen DaimlerChrysler aufs Dach steigenLothar Heinke Die Architektin Helga Timmermann freut sich: "Dies ist das schönste Haus, was wir gebaut haben, ich liebe es!".
Die Marketing-Organisation "Partner für Berlin" verstärkt ihre Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa: "Wir sind aus einer Stadt der Unmöglichkeiten zu einer Stadt der Möglichkeiten geworden", sagte gestern "Partner für Berlin"-Geschäftsführer Volker Hassemer. "Neue Ideen und Initiativen - zum Beispiel bei der Kooperation klein- und mittelständischer Unternehmen - müssen stärker genutzt werden".
Hinter London, Paris und Rom - 1999 kamen mehr als vier Millionen GästeLothar Heinke Die für den Berlin-Tourismus Verantwortlichen freuen sich über die aktuellen Zahlen, wie sie gestern Günther Appel, der Chef des Statistischen Landesamtes, frisch aus dem Computer holte: Im vorigen Jahr kamen 4,17 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland nach Berlin, 16,8 Prozent mehr als 1998. Die Zahl der Übernachtungen stieg von 8,3 Millionen auf 9,48 Millionen.
Das 450 Quadratmeter große Plakat an der der Ebertstraße zugewandten, westlichen Brandwand der neuen DG-Bank stiftet weiter Ärger zwischen dem Bezirksamt Mitte, der Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Expo 2000: Am 17. Februar beschäftigt sich das Verwaltungsgericht mit dem Fall, nachdem sich zuvor die Richter an Ort und Stelle vom Corpus delicti überzeugt haben.
Wenn er so daherkommt mit einem seiner zwei Dutzend Hüte auf dem Kopf, mit seidenem Tuch am Hals, aufrechten Ganges, wachen Augen, immer zu einer kleinen Plauderei bereit und willens, die Welt wieder mal vom Kopf auf die Füße zu stellen - dann haben wir es mit Arturo zu tun. Das verschmitzte Signum "Art.
Die DDR hatte ein Außenministerium, dessen Dimensionen den Wunschvorstellungen von der Wichtigkeit des Staates entsprechen sollten: "Die größte DDR der Welt" war schon von weitem an ihrem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten zu erahnen. 145 Meter lang, 22 Meter breit und 44 Meter hoch räkelte sich der zehngeschossige Büroklotz am Spreekanal, blockte den damaligen Marx-Engels- und heutigen Schlossplatz nach Westen ab und wollte sich mit seiner Vorhangfassade aus hellen Leichtmetall-Elementen - zum Ärger von Architekten und Denkmalpflegern - gar nicht erst in das klassische Umfeld des nahen Forum Fridericianum einfügen.
Mut haben die Jungs ja, das muss man ihnen lassen: Erst erstürmen sie unser heiliges Tor, dann folgt der unaufhaltsame Aufstieg des Fernsehturms. Die James-Bond-Nummer spanischer Naturschützer soll im eiskalten Norden auf ein Stausee-Projekt in der Region Navarra aufmerksam machen, dem neun Dörfer zum Opfer fallen.
Die nicht mehr zählbaren Bücher, die Berlin in bunten Farben abbilden und mit lobenden Worten bedenken, sind um einen Text-Bild-Band reicher geworden: "Sprung in die Zukunft" nennt der Jaron-Verlag die Arbeit von Christian Bahr, und jedem, der das Buch mit Fotografien von Günter Schneider unschlüssig in der Hand hält, sagt der Untertitel, dass es hier schlicht und einfach um das neue Berlin geht. Bildbände haben es so an sich, dass sie ihre Objekte glorifizieren.
Nichts passiert. Still ruht der See.
Garantiert wird uns dieses Problem auch weit ins Jahr 2000 hinein, vermutlich sogar länger verfolgen - der Ladenschluss. Die einen wollen so, die anderen so.
Volker Hassemer guckt so ernst, wie er immer guckt, wenn er etwas Zukunftsweisendes sagt: "So einen Schritt ins neue Jahrhundert wie heute werden wir in hundert Jahren nicht mehr erleben, und der nächste Jahrhundertwechsel wird dagegen geradezu fad sein." Oder, fast noch besser: "Es ist nirgends so schön, sich von diesem Jahrhundert zu verabschieden, und es ist nirgends so spannend, das neue Jahrhundert zu begrüßen - wie in Berlin.
Hatten Sie nicht schon immer den Wunsch, vor einem großen Orchester zu stehen und zu dirigieren? Bald ist das möglich: Am 20.
"Geschichtsträchtig" sagt man wohl zu Gebäuden mit einer solchen Vergangenheit, wie sie das Haus Hannoversche Straße 30 vorweisen kann. Jeder Mensch in der DDR wusste, dass sich in dem hellen sechsgeschossigen Block gegenüber der Chausseestraße die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR befand.
Eines Tages in tausend Jahren, wenn sich die Touristenströme durch die Ruinen dieser Stadt bewegen, wenn man sich gegenseitig am Brandenburger Tor fotografiert, die geschwärzten Mauern des Reichstagsgebäudes bestaunt und ehrfurchtsvoll durch die Goldmosaikfresken im Sauna-Bereich des Hotels Adlon spaziert, wird der Fremdenführer erzählen, warum es der großen Kapitale so erging wie weiland Pompeji."Das hatte damals den Vesuv", wird der Gästebetreuer sagen, "aber Berlin hatte um die Weihnachtszeit seine Lichterketten, seine Engelchen, die himmlischen Funkenmariechen, die Sterne aus Glühbirnen und die stromgefüllten Pfefferkuchen.
Das Foyer des Fernsehturms glitzert und glänzt im Widerschein goldener Masken: Bis zum 2. Juni 2 000 kann gestaunt und gerätselt und darüber gestritten werden, ob die Maskerade nun Kunst ist oder Kitsch oder von beidem etwas.
Vor zehn Jahren skandierte das Volk: "Die Mauer muss weg!".
"Lasset die Geister aufeinander prallen, aber die Fäuste haltet stille!", ruft Pastor Schorlemmer über den Alexanderplatz.
Nicht, dass der 50. Jahrestag der DDR so sang- und klanglos an den Werktätigen vorüber gezogen wäre.
Der Fernsehturm, der jetzt 30 Jahre am Alexanderplatz steht, sollte ursprünglich in den Müggelbergen oder im Volkspark Friedrichshain gebaut werden. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Ost-City entschied die DDR-Führung (und hier besonders der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht), den Turm als "Höhendominante" mitten ins Zentrum zu stellen.
Vorn, gleich am Eingang, hängt ein kleiner Telefonhörer an der Wand, und wenn man ihn abnimmt und ans Ohr hält, spricht eine ernste Stimme den letzten Wehrmachtsbericht des Zweiten Weltkrieges vom Reichssender Flensburg: "Es folgt eine Funkstille von drei Minuten." Die Älteren halten inne: Wo haben wir das gehört?
Am Abend des 9. November - genau zehn Jahre, nachdem der Sturm auf die Berliner Mauer begann - steht der Pariser Platz im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum "runden" Jubiläum des Mauerfalls.
Die Westfassade der Friedrichswerderschen Kirche wird abgerüstet, denn die 16-monatigen Sanierungsarbeiten sind beendet. Dafür gehen sie an der dem Schlossplatz zugewandten Ostseite unvermindert weiter: Wer das Innere des von Karl Friedrich Schinkel entworfenen und zwischen 1824 und 1830 erbauten ersten Berliner neugotischen Sakralbaus betritt, bewundert nicht nur das Ebenmaß des Schiffs und die Formen-Vielfalt der 31 Plastiken des Klassizismus, sondern auch die starken Nerven des Personals.