Von außen sieht das neue Gebäude am Waldseeweg wie ein modernes Ärztehaus aus: An der Fassade hat Architekt Nils Peters Naturstein, Glas und Holz kombiniert. Innen läuft im "Zentrum für Schulmedizin und Alternative Heilweisen In Balance" alles ein bisschen anders als in anderen Ärztehäusern.
Amory Burchard
Vor dem Landgericht wurde gestern erstmals ein erstinstanzlicher Freispruch für eine Pazifistin bestätigt, die Soldaten im Kosovoeinsatz zur Fahnenflucht aufgerufen hatte. Die Frau aus Frankfurt am Main hatte 1999 mit weiteren Kriegsgegnern öffentlich gefordert, "sich kriegerischen Einsätzen zu verweigern".
Als "pädagogisch unverantwortlich" bezeichnete gestern die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft den Austausch, der den Lehrerüberhang im Osten und den Lehrermangel im Westen der Stadt ausgleichen soll. Dieses "Personalkarussell" mit rund 600 Lehrern betrifft, wie berichtet, Grundschulen und Gymnasien gleichermaßen: Lehrer der unteren Grundschulklassen der Ost-Bezirke sollen an West-Grundschulen wechseln, damit dort Lehrkräfte für Mangelfächer an den Gymnasien frei werden.
Kampfhundehalter sind offenbar noch nicht ausreichend über die neue Hundeverordnung informiert. Bei den Meldestellen des Landeseinwohneramtes versuchten gestern viele, ein polizeiliches Führungszeugnis zu beantragen, ohne sich vorher beim Veterinäramt gemeldet zu haben.
Auf die Sachverständigen, die die Eignung der Kampfhundehalter und das Verhalten der Tiere begutachten sollen, kommt eine große Verantwortung zu. Eine Prüfung sollten die Halter allerdings schon hinter sich haben, wenn sie zu den Gutachtern kommen: Das Veterinäramt lässt sich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und überzeugt sich davon, dass der Halter weder alkoholkrank noch rauschmittelsüchtig ist.
Keine neue Hundeverordnung ohne Gebührenordnung: Für die Anmeldebescheinigung bei den Veterinärämtern müssen die Halter 60 Mark zahlen. Meldestellen berechnen für das polizeiliche Führungszeugnis 20 Mark.
"Berlin ist gut auf die neue Hundeverordnung vorbereitet", sagte gestern der Sprecher der Gesundheitsverwaltung, Klaus-Peter Florian. Die ersten Maßnahmen, die einen besseren Schutz gegen Kampfhunde bieten sollen, könnten heute planmäßig anlaufen.
Demonstrativ haben sich die Bezirksämter Mitte, Tiergarten und Wedding gestern zu ihrer 11. gemeinsamen Sitzung im Krankenhaus Moabit getroffen.
Jazz-Rock vom Lkw-Hänger, revolutionäre Sprüche vom Bezirksbürgermeister und kaltes Büfett für Chefärzte und Verwaltung: So hatten sich die Berliner Gesundheitsverwaltung und Krankenkassen den ersten regulären Juli-Arbeitstag im Krankenhaus Moabit wohl kaum vorgestellt. "Wir bleiben dem Haus verbunden" nannte die Tiergartener Klinik, die zum Ersten des Monats geschlossen werden sollte, ihre gestrige Aktion.
Ein Bündnis autonomer und antirassistischer Gruppen will am Sonnabend den Flughafen Schönefeld blockieren. Mit mindestens 1000 Demonstranten wolle man von 9 bis 18 Uhr Abschiebungen verhindern, sagte gestern ein Sprecher.
Das Krankenhaus Moabit gibt sich unmittelbar vor dem 1. Juli weiterhin kämpferisch.
Die Debatte über die neue Berliner Krankenhaus GmbH wird nicht abreißen, bis sie am 1. Januar 2001 gegründet wird.
Zwischen Sozialsenatorin Schöttler (SPD) und Innensenator Werthebach (CDU) gibt es einen Dissens um die Sozialhilfe für Bürgerkriegsflüchtlinge. Während Schöttler Sozialämter verpflichten will, ausreisepflichtigen Flüchtlingen eine Grundversorgung - Unterkunft, Verpflegung und medizinische Hilfe - zu bieten, blockiert die Innenverwaltung ihre Senatsvorlage.
2000 Besucher erwartet das Urban-Krankenhaus an diesem Sonntag zum Notfalltag. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz, der Feuerwehr und der Polizei wird die Klinik ihre Rettungs- und Notfallmedizin vorstellen.
"Ich fühle mich wie ein Stück ..
Es ist eine nüchterne Bestandsaufnahme eines bewegenden Phänomens: Der Judaist Bill Rebiger schildert "Das jüdische Berlin" mit Insiderwissen und akademischem Abstand zugleich. Groß sind die historischen Abgründe, die er überwinden muss, um "Kultur, Religion und Alltag gestern und heute" der Juden in Berlin auf 200 kleinen Handbuchseiten zusammenzubringen.
Das Damoklesschwert der Stellenstreichungen hängt nicht länger über dem Berliner Landesverband des Roten Kreuzes. Es hat zugeschlagen.
Zwischen der Ausländerbeauftragten des Senats und der Innenverwaltung gibt es einen Dissens um die Einbürgerungsgebühren für Kinder. Barbara John ist der Auffassung, dass das Staatsangehörigkeitsgesetz Nachlässe bei den Gebühren ermögliche.
Der Tod Christiane Herzogs werde "wie eine dunkle Wolke" über der Benefizgala für das Chaim Sheba Medical Center hängen, sagte Lea Rabin gestern im Hotel Adlon. Aber absagen wolle man die Veranstaltung am heutigen Dienstagabend im Schloss Bellevue auf keinen Fall, war doch Christiane Herzog Ehrenpräsidentin des deutschen Freundeskreises für das größte Medizinzentrum im Nahen Osten.
Mit Trauer und Bestürzung wurde der Tod Christiane Herzogs gestern in Berlin aufgenommen. Der Regierende Bürgermeister, Eberhard Diepgen, teilte mit, Frau Herzog habe als First Lady Menschlichkeit in die Politik gebracht, dabei aber ihre eigene Person immer in den Hintergrund gestellt.
Es waren nur zwei Minuten, aber die werden die jungen Russen wohl nie vergessen. "Wir haben mit dem Präsidenten gesprochen", sagte Dmitri Samokhin strahlend.
Das Deutsch-Russische Forum schreibt einen Förderpreis für Städtepartnerschaften aus. Mit 15 Prämien bis zu 20.
"Sehr geehrter Herr Präsident, bitte machen Sie alles, dass unser Land zu größerer Prosperität gelangt und dass unser Volk in Würde leben kann." Das sind die Worte, die Viktor Koslikin, Pressesprecher der Russischen Botschaft, gerne an Vladimir Putin richten würde.
Offiziersmützen der Russischen Streitkräfte, rote Handschuhe und flammende Worte: "An Putins Händen klebt das Blut Tschetscheniens, Herr Bundeskanzler". Mit einem Prostestmarsch vom sowjetischen Ehrenmal am Brandenburger Tor zum Kanzleramt erinnerte die "Gesellschaft für bedrohte Völker" gestern an die Menschenrechtsverletzungen im Tschetschenien-Konflikt.