Der ausländerpolitische Sprecher von Bündnis 90/Grüne, Ismail Kosan, wirft dem Berliner Innensenator Eckart Werthebach vor, Einbürgerungswillige aus dem ehemaligen Jugoslawien zu diskriminieren. Werthebach (CDU) hatte Mitte Oktober einen Einbürgerungsstopp für diese Gruppe veranlasst, nachdem das Bundesinnenministerium (BMI) die von Belgrad geforderte Zahlung von Gebühren für die "Ausbürgerung" beanstandet hatte.
Amory Burchard
Berliner Flüchtlingsberatungsstellen wehren sich gegen Kritik der Ausländerbeauftragten des Senats von Berlin. Barbara John hatte gegenüber der Berliner Morgenpost gesagt, dass viele Flüchtlings-Beratungsstellen weniger Tipps für die Rückkehr geben, als vielmehr eine "Bleibeberatung" leisten würden.
Es gibt meterweise Bücher zum Thema Mauerfall. Im Fernsehen und im Radio ist bald von nichts anderem mehr die Rede.
Vier Jahre nach seiner Hinrichtung lässt die Theatergruppe Berliner Compagnie Ken Saro-Wiwa auf der Bühne wiederauferstehen. Der nigerianische Schriftsteller und Umweltaktivist wurde von der Militärdiktatur seines Landes verfolgt, weil er friedlichen Widerstand gegen die Verwüstung von Stammesland durch den Ölkonzern Shell mobilisierte.
In der Jüdischen Gemeinde regt sich heftiger Widerstand gegen Pläne des Vorsitzenden Andreas Nachama, zum Schutz jüdischer Einrichtungen verstärkt israelische Sicherheitskräfte einzusetzen. Gemeindemitglieder äußerten gegenüber dem Tagesspiegel die Befürchtung, es könne sich in Berlin eine "israelische Privatarmee" installieren.
Der Metallbildhauer Zbigniew Fraczkiewicz schlägt in seinem Haus im Riesengebirgsort Schreiberhau - dem polnischen Szklarska Poreba - auf die abgegriffenen Lehnen des Sessels und sagt: "Die Möbel sind deutsch, der Tisch ist deutsch, das Haus ist deutsch." Aus Niederschlesien sind die Deutschen 1945 geflohen und 1946 vertrieben worden.
Berlins Gesundheitssenatorin Beate Hübner appelliert an alle Berliner Eltern, ihre Kinder gegen Masern, Mumps und Röteln impfen zu lassen. Anlässlich der "Impfwoche", einer bundesweiten Aktion der Ärzteschaft, wies die Senatorin gestern darauf hin, dass gerade bei Berliner Kindern kein ausreichender Impfschutz gegeben sei.
Kaufhaus-Erpresser Arno Funke wird von den Lesern des Tagesspiegels streng beurteilt. Nur 11,4 Prozent der Anrufer bei unserer Pro-und-Contra-Telefonumfrage vom Sonntag fanden, dass Funke seinen Freigang aus der Haft nutzen dürfe, um aus seinem autobiographischen Buch zu lesen.
Wenn sich ein Jahrhundert neigt, haben Erinnerungen Konjunktur. Oft berichten die "Profis" der Geschichte: Politiker, Wissenschaftler, Künstler.
Eine Federzeichnung von Loriot alias Vicco von Bülow gehört zu den interessantesten Stücken der Auktion, die am Sonntag in der Kirche zum Heiligen Kreuz veranstaltet wird. Die Erlöse der von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg initiierten Kunstauktion werden an Projekte der Ausländer- und Flüchtlingsarbeit in der Region vergeben.
Wenn Israelis in diesen Tagen nach Berlin kommen, reden sie vom Wetter. Aus Tel Aviv werden 31 Grad gemeldet.
Kurz vor dem Einbruch des Winters im Kosovo sind Berliner Behörden uneins über den Umgang mit den knapp 8000 noch in der Stadt lebenden Flüchtlingen aus der Krisenregion. Während der Innensenator auf eine Klärung der möglichen Abschiebung durch die Innenministerkonferenz wartet, sind Berliner Sozialämter schon dazu übergegangen, den Flüchtlingen die Sozialhilfe zu streichen, obwohl sie noch über Duldungen verfügen.
Im Prozess gegen vier Mongolen, die eine Landsmännin vergewaltigt haben sollen, hat das Berliner Landgericht gestern einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter abgelehnt. Der Anwalt eines der Beschuldigten hatte Richter Hansgeorg Bräutigam vorgeworfen, in seiner Verhandlungsführung von der Lektüre einer Broschüre mit "Hinweisen für die Vernehmung asiatischer Beschuldigter" beeinflusst gewesen zu sein.
Solide Bürgerlichkeit in tonnenschwerer Eisengussarbeit und feinen Kunstsinn in über 100 bearbeiteten Einzelteilen strahlt das Liebermannsche Familiengrab aus: In fast fünf Meter Höhe wölbt sich ein Bogen in den Himmel. Er wird von "falschen" Säulen getragen, zwischen ihren Sockeln symbolisiert eine tiefe Bank die letzte Ruhestätte.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde fordert ein neues SicherheitskonzeptD. von Appen und A.
Die Berliner Polizei ermittelt seit gestern in drei Fällen von Friedhofs- und Mahnmalschändungen: Auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee haben unbekannte Täter 103 Grabsteine umgestürzt. Das jüdische Mahnmal auf der Putlitzbrücke (Tiergarten) wurde mit Hakenkreuzen beschmiert.
Ein zart gebauter alter Herr im grauen Anzug hebt seine Pocketkamera vor die kantige Brille mit den großen, abgedunkelten Gläsern. Yereh Bahir ist im Begriff, ein historisches Foto zu machen.
In einer Rede vor dem Deutsch-Russischem Forum in Berlin kritisierte Moskaus Oberbürgermeister Jurij Luschkow den Internationalen Währungsfonds (IWF), der Russland mit der Erteilung neuer Kredite zugleich zur Rückzahlung der alten verpflichtet hat. Luschkow schlug vor, die Rückzahlungen "zugunsten der Europäischen Union umzustrukturieren", damit sie "unserer gemeinsamen Zukunft" zugute kämen.
Häufige Regierungswechsel und Korruptionsaffären hätten zu einer Stagnation westlicher Investitonen Russland geführt, sagte am Mittwoch Moskaus Oberbürgermeister Luschkow bei einem Besuch in Berlin. Aber nach den Parlamentswahlen im Dezember dieses Jahres werde sich Russland wieder als "sehr interessantes Objekt für Investitionen" darstellen.
Die Jugendlichen, die sich vor dem ausgebrannten S-Bahn-Waggon am Anhalter Bahnhof versammelt haben, sind niedergeschlagen. Der Ort, an dem sie seit einem Jahr ihre Ausstellung "Für Juden verboten" zum jüdischen Alltagsleben im Berlin der Nazizeit zeigten und mit vielen Zeitzeugen sprachen, ist zerstört.
Er war der gefürchtete Eroberer und der gefeierte Befreier Berlins. Er konnte nicht verhindern, dass seine Soldaten in den ersten Wochen plünderten und vergewaltigten.
In der Langen Nacht der Museen gibt es Haupt- und Nebenwege. Letztere können sich nicht nur als Geheimtipps erweisen, sondern auch zu echten Höhepunkten werden.
Die Lange Nacht der Museen hat ihre ganz eigene Dynamik. Sogar die berüchtigten Besucher-Staus vor den beliebtesten Museen - wie beim vorigen Mal vor dem Jüdischen Museum und vor dem Centrum Judaicum - würden von den meisten Menschen als "vergnüglich" empfunden.
60 Stationen steuert der Shuttle-Bus der Berliner Verkehrsbetriebe an, zehn Routen gibt es. Welche Herrlichkeiten am Sonnabend zwischen 18 Uhr und 2 Uhr morgens am Wegesrand warten - das wird erst die Nacht der Nächte zeigen.