Einen gestochen scharfen Hintergrund liefern die Osloer Philharmoniker für Anne-Sophie Mutters passionierten Mendelssohn. Die Kadenz im Eröffnungssatz des e-Moll-Violinkonzerts (das die Stargeigerin zum Mendelssohn-Jahr mit dem Gewandhausorchester Leipzig auf CD eingespielt hat) intensiviert sie zum Spiel auf Leben und Tod.
Christiane Peitz
Eigentlich meinten die Hessen es gut: einen Katholiken, einen Protestanten, einen Juden und einen Moslem gemeinsam ehren, das setzt Zeichen! Doch einer wollte nicht. Christiane Peitz über die Folgen des Hessen-Skandals
Metzmacher dirigiert Schostakowitschs 11. Sinfonie "Das Jahr 1905".
Ron Howard entschärft mit der Verfilmung von "Illuminati" Dan Browns Rom-Thriller. Geheimnisvoll geht es schon zu, aber keineswegs unheimlich. Wer die falschen Fährten aus dem Roman kennt, wird sich nur wenig überraschen lassen.
„Orlando Paladino“ an der Berliner Staatsoper: ein mäßiger Haydn-Spaß
Hans-Christian Schmids ergreifende Doku über polnische Wäscherinnen. Der Ort, an dem Menschen sich für Billigstlöhne abrackern, liegt, gerade mal zwei Autostunden östlich von Berlin.
Was beim Wettbewerb für das Einheitsdenkmal falsch gelaufen ist. Eine Analyse von Christiane Peitz, Ressortleiterin Kultur beim Tagesspiegel.

Buhrufe im Kronprinzenpalais: Der Protest gegen den Abbruch des Wettbewerbs zum Berliner Einheitsdenkmal prägte die Ausstellungseröffnung der Verliererentwürfe. Sind wirklich alle 532 Ideen untauglich? Was meinen Sie?
Der Tod ist ihr wieder ein fahler Gesell: Nach der "Winterreise", nach Schuberts Mondnächten und Hugo Wolfs morbiden Liedern bringt Christine Schäfer Ausschnitte aus ihrem Purcell-Crumb-Konzeptalbum und Trauergesänge von Richard Strauss in die Staatsoper mit. Und wieder ist die Melancholie eine Schwester der Koketterie, wieder überführt Schäfer jegliche Schwermut in den Schwebezustand des Staunens.
Der Wettbewerb zum Berliner Einheitsdenkmal war eine mission impossible. Also zurück auf Los. Gute Kunst braucht Zeit, kluge Gestaltung des öffentlichen Raums erst recht.
Der aktuell eindrücklichste Versöhnungsversuch von Glaube und Wissen: Die Kino-Comedy "Religulous" und Paul Verhoevens Buch über Jesus
Susanne Schädlich hat in ihrem Roman "Immer wieder Dezember" ihre Ost-West-Familiengeschichte notiert.
Geschichte zum Anfassen - Derzeit bewegen uns zwei Museen. Das Neue Museum in Berlin gerade neu eröffnet. Das Kölner Stadtarchiv zertört und in Ruinen. Wir sind auf der Suche nach dem Authentischen. Menschen hinterlassen Spuren. Der Versuch Altes im Neuen zu erhalten, bleibt dabei eine Vergeblichkeit.
Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Warum mittelalterliche Handschriften im Wikipedia-Zeitalter so kostbar sind.

In seinem Film "Gran Torino" spielt Clint Eastwood einen geläuterten Rassisten – und rechnet mit seinen früheren Helden ab.
Filme fördern, aber wie? Die Kinobetreiber klagen, das Bundesverwaltungsgericht verhandelt.
Seit 30 Jahren ist er auf der Flucht. Roman Polanski darf nicht in die USA reisen, nicht mal, um seinen Oscar für „Der Pianist“ abzuholen.
Seit 30 Jahren ist er auf der Flucht. Roman Polanski darf nicht in die USA reisen, nicht mal, um seinen Oscar für "Der Pianist" abzuholen. An diesem Dienstag wird das Missbrauchsverfahren gegen ihn in Los Angeles wieder aufgenommen.

Sittenbild und Armutszeugnis: Der Omnibus-Film „Deutschland 09“ zeigt die Sichtweisen von 13 deutschen Regisseuren auf ihr Heimatland.

Regisseurin Ulrike Ottinger staunt über Hochzeitsrituale. Ihr Film "Die koreanische Hochzeitstruhe" zeigt Tradition als Spiel und nicht als Zwang.

In Peter Stricklands Film begibt sich eine Frau auf die Reise ins Herz der Finsternis. "Katalin Varga" ist Kino als Religionsersatz.

Welche Macht und Sprache hat das Volk? Im Forum geben zwei Dokumentarfilme Antworten. Sie kommen aus China und aus dem Iran.
Die Jugendballade "The Exploding Girl“ bietet Schönheit im US-Independent-Film - das ist selten.

Der Wettbewerbsfilm "Forever Enthralled" ist totes Kino: das Schauspiel zur Pose erstarrt, die Historie mit Sepiafarben sediert.