Herbert Fritsch inszeniert in Köln „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.
Christine Wahl
Im Theater wird zurzeit ständig der Rubikon überschritten: Keine Inszenierung, die sich die bundespräsidiale Blamage auf der Mailbox des „Bild“-Chefs entgehen ließe! Führend ist das Deutsche Theater: Hier führten tragende Bühnencharaktere gleich in beiden Januar-Premieren wiederholt die Wulffsche Wendung im Munde.
Manipulierte Basisdemokratie und Spaß am Improvisieren: „Die Kommune“ von Thomas Vinterberg im Deutschen Theater Berlin.

Deutsches Theater Berlin: Jette Steck inszeniert Sartres „Schmutzige Hände“ als postideologische Farce.

70 Minuten Rausch: René Pollesch zeigt „Kill your Darlings! Streets of Berladelphia“ in der Volksbühne. Das Stück über den Zustand des Kapitalismus wirkt wie ein wahres Antidepressivum.
Heute schon die Trends von morgen aufspüren – das kann in einer nicht übermäßig innovationsfreudigen Theatersaison wie dieser hervorragend über kulturtrübe Tage hinweghelfen. Ein Ort, der sich solcherlei Scouting verschrieben hat, ist das Puppentheater Schaubude (Greifswalder Str.
Die Erfahrung, dass die bürgerliche Existenz sich nicht in jedem Fall gut mit romantischen Neigungen verträgt, haben schon viele Menschen machen müssen. Im Theater an der Parkaue trifft es nun – als Vorwarnung für alle aufstrebenden Bürger/innen und Romantiker/innen ab sechzehn – den Studenten Anselmus.
Mindestens ein Bühnentrend, so viel steht fest, wird uns auch 2012 erhalten bleiben: die Filmadaption. Das Centraltheater Leipzig gastiert nächste Woche (13.
Das Theaterjahr 2011 wird als eines der überdurchschnittlichen Sitzmuskelbeanspruchung in die Annalen eingehen. Kaum ein Abend zwischen Rostock und München, der die Zweieinhalbstundendauer unterschreitet.
Dass Wünsche – gern auch unangemessene – zu keiner Jahreszeit eine derartige Konjunktur haben wie zu Weihnachten und Neujahr, ist ein offenes Geheimnis. Deshalb warten gleich mehrere Berliner Bühnen mit Crashkursen zur Kultur des Wünschens auf, insbesondere für den Zuschauer-Nachwuchs.
Was ist los in der Bühnen-Republik? Welche Trends, Glücks- und Unglücksfälle rollen über die Bretter von Aachen bis Zwickau?
Zum Ende des Kleist-Jahres: Andreas Kriegenburg versemmelt das „Käthchen von Heilbronn“ im Deutschen Theater Berlin.
Medea, die betrogene Frau, die ihre eigenen Kinder tötet, gehört zu den größten Herausforderungen des Theaters. Immer wieder steht die Kolcherin, die mit ihrem Geliebten Jason nach Korinth zieht, auf der Bühne.
Alexander Riemenschneider bringt Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ im Deutschen Theater auf die Bühne.
Spätestens seit Carlo Collodis Kinderbuch Pinocchio sind Handwerker hinreichend vorgewarnt, dass ihnen beim täglichen Broterwerb Ungeheuerliches widerfahren kann. Der Tischlermeister Kirsche jedenfalls findet eines Tages in seiner Werkstatt ein Holzstück, das aus heiterem Himmel zu sprechen beginnt, und gibt den eigenwilligen Fund an seinen fantasiebegabten Kollegen Geppetto weiter.

Die Kunst des Duells: Alvis Hermanis inszeniert Puschkins „Eugen Onegin“ an der Schaubühne.
Pünktlich zum ersten Advent holen die Theater Goldstaub, Engelsflügel und Ganzkörper-Rentierkostüme aus dem Fundus. Schließlich eignet sich keine Jahreszeit besser, um weitsichtig mild gestimmten Zuschauernachwuchs zu akquirieren.
Im Beliebigkeitsdunkel: Zum Abschluss des Kleist-Festivals zeigt das Maxim Gorki Theater „Die Familie Schroffenstein" unter der Regie des erfolgreichen Jungregisseurs Antú Romero Nunes. Mit diesem Stoff aber hat er sichtbar zu kämpfen.
Wie sieht eigentlich der ideale Lebenslauf aus? Das fragen sich nicht nur Jobbewerber, die sich möglichst schnell in einen attraktiven Arbeitnehmerstatus katapultieren möchten.
Kleist reloaded: „Hermann’s Battle“ von Rimini Protokoll im HAU
Letzte Woche wurden in London Details zum neuen James-Bond-Film vorgestellt. Die Dreharbeiten beginnen dieser Tage, auf den Kinostart von „Skyfall“ müssen die Agentenfreunde allerdings noch ein Jahr warten.
Friedrich Nietzsche war offenbar nicht der Einzige, der Fjodor M. Dostojewkskijs „Aufzeichnungen aus einem Kellerloch“ für einen „wahren Geniestreich“ hielt.
Frank Castorf inszeniert Horváth in München

Thomas Langhoff inszeniert Tschechows „Der Kirschgarten“ am Berliner Ensemble