In Schauspielschulen wie der Berliner „Ernst Busch“ existiert die Puppenspielkunst zwar längst als eigener Studiengang. Dennoch scheint sich wenig daran geändert zu haben, dass die breite Öffentlichkeit beim Stichwort Puppen-, Figuren- oder Objekttheater ausschließlich ans Kinder-Weihnachtsmärchen denkt.
Christine Wahl
Können Musiktherapie oder eine Dokumentation über Walgesänge Gefangene zu „besseren Menschen“ machen? Oder wäre vielleicht doch eher ein Bewerbungstraining die erfolgversprechendste Resozialisierungsmaßnahme?
Eliten-Demontage: Stephan Kimmig inszeniert Gorkis „Kinder der Sonne“ am Deutschen Theater.
„Wer ist heute in der Lage, eine komplexe Beschreibung der gegenwärtigen Situation zu geben, die gleichzeitig einen Raum für gesellschaftlichen Wandel eröffnet?“ Gute Frage, übrigens nicht nur in Bühnenkreisen.

„Bakunin auf dem Rücksitz“: Uraufführung in den Kammerspielen des Deutschen Theaters
Im Grunde ist das Theater eine unglaublich grausame Angelegenheit: Kaum ein Abend ohne Leichen. Wenn im Deutschen Theater am 28.

Lies mal wieder: Jan Bosse schlägt im Berliner Maxim Gorki Theater "Die Blechtrommel". Die Inszenierung muss sich nichts vorwerfen lassen, kann aber die Frage nach dem Grund ihrer Existenz nicht überzeugend beantworten.
„Ich hab’ mal Karate gemacht, ich hab’ mal Musik gehört, ich hab’ mal Geschwister gehabt. Aber jetzt sauf’ ich.
„Ich hab’ mal Karate gemacht, ich hab’ mal Musik gehört, ich hab’ mal Geschwister gehabt. Aber jetzt sauf’ ich.

"Der Menschenfeind" mit Lars Eidinger. Ivo van Hove, Leiter der Toneelgroep Amsterdam, hat bei seinem Berliner Regiedebüt an der Schaubühne aus Molières Heuchler-Typen digitale Unverbindlichkeitsjunkies gemacht

"Nach Moskau! Nach Moskau" – der Saisonauftakt in der Volksbühne hinterlässt gemischte Gefühle.
Agnes Hansch, die Trägerin des Körber-Preis für junge Regie, fragt sich mit ihrer neu gegründeten Künstlerinnen-Truppe "Zentrale", was denn eigentlich aus den Forderungen der Feministinnen geworden ist?

1962 löste das Stück einen Skandal aus - heute ist es ein Spiel mit Ironie. Saisonstart mit Hintersinn: "Die Sorgen und die Macht" in den Kammerspielen des Deutschen Theaters.
Filme in der Originalsprache anzuschauen, ist für manchen eine Selbstverständlichkeit. Für den polyglotten Theatergänger gestaltet sich die Angebotslage schon etwas schwieriger.
Langsam erwachen die Theater aus dem Sommerschlaf. Und wenn man Georg Scharegg, Anne Verena Freybott und Heike Pelchen glaubt, haben sich die Bühnen für die neue Saison landesweit Heroisches vorgenommen: Krisenbewältigung!
Im Stripclub „Private Dancers“ wird die Leiche des Waschmaschinenherstellers Mielke aufgefunden, ein klarer Fall für die Drei Engel für Wedding. Das kiezeigene Ermittlerinnenteam Susi, Grazia und Lena muss sich in die Bresche werfen, weil der verantwortliche Polizeibeamte Hermann Schneider bereits auf den ersten Metern versagt.
"Dritte Generation" in der Berliner Schaubühne: Ein bemerkenswertes Stück voll schwarzem Humor.
Christine Wahl rekrutiert terroristischen Nachwuchs.
Christine Wahl erlebt Wasservögel außer Rand und Band.
Christine Wahl freut sich über Anti-Materialismus im Theater.
Nichts gegen das Bildungswesen. Zumindest nicht hier und jetzt!
Die schlechte Nachricht: Die Fußball-WM ist am Sonntag vorbei, die Feierlaune sowieso. Und sämtliche durch Müller-Pässe und Klose-Tore erfolgreich bemäntelten Probleme im einig Partyland liegen ab sofort wieder offen zutage.
Auf’m Platz ließ die Leistung zu wünschen übrig – aus der Fußball-Weltmeisterschaft sind die Engländer, „Wembley-Revanche“ hin oder her, ja recht eindeutig rausgeflogen. Auf’m Theater aber bleiben sie, zumal im Sommer, die unangefochtenen Kings: Kaum hat die Freiluftsaison begonnen, kramen sämtliche Open-Air-Bühnen ihren saisonalen Shakespeare heraus.
Die Popularität der Königstochter, Migrantin, betrogenen Ehefrau und Kindsmörderin Medea ist ungebrochen. Regisseurin Barbara Frey ließ sie vor einigen Jahren am Deutschen Theater in einer Art Fernsehkasten mit Küchenzeile zeitgeistige Ehetrübsal blasen.