Eine unheimliche Angst beschleicht die Jäger in den Wäldern rund um Biesenthal. Bang und vorsichtig nähern sie sich ihren Hochsitzen, von denen sie den hier sehr reichen Wildbestand gewöhnlich aufs Korn nehmen.
Claus-Dieter Steyer
Der Brandenburg-Tag in Luckau ist von einem schweren Unfall überschattet worden. Bei einem bis gestern ungeklärten Unfall auf einer aufgeblasenen Rutsche wurden am Samstagabend sechs Kinder und zwei Erwachsene zum Teil schwer verletzt.
Mitunter sind die Brandenburger doch nicht so leicht zu durchschauen. Da kommt ihr Landesvater vor sechs Jahren auf die Idee, genau wie die Sachsen mitten im Sommer ein Volksfest zu veranstalten: den Brandenburg-Tag.
"Witaj" steht auf dem Spruchband zur Begrüßung der Schulanfänger in der Grundschule Heinersbrück in der Nähe von Cottbus. Das "Willkommen" gilt sechs Kindern, die hier das ABC sowohl in Deutsch als auch in Sorbisch lernen.
Belagert statt besetzt: Das von der Polizei am Sonnabend geräumte Haus in Potsdam-Babelsberg blieb gestern scharf bewacht. Kein Bewohner durfte in die Rudolf-Breitscheid-Straße 6.
Drei neue Grenzübergänge über die Oder sollen in den nächsten Jahren gebaut werden: nördlich von Schwedt, südlich von Hohenwutzen sowie zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt. Dazu kommt möglicherweise noch eine Brücke über die Neiße bei Forst, die allerdings nur regionale Bedeutung haben würde.
Überwiegend Freude und Genugtuung hat das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes in den klagenden Nachbargemeinden von Schönefeld ausgelöst. Aber auch skeptische Stimmen sind zu hören.
Der Softwarekonzern Oracle - nach Microsoft die Nummer zwei der Branche - will seine Internetabteilung für Deutschland, Österreich und die Schweiz in der Brandenburger Landeshauptstadt ansiedeln. Das bestätigte das Wirtschaftsministerium gestern auf Anfrage.
Kraftvoll zerrt Helmut Krüger (72) an den Seilen und wechselt geschmeidig von einer Seite zur anderen. Die Zuschauer am Ufer des Scharmützelsees in Bad Saarow-Pieskow applaudieren und recken den Daumen nach oben.
Die Botschaft ist deutlich - und weltweit abrufbar: "Schluss mit dem grünen Terror in der Märkischen Schweiz! Schluss mit dem Familienclan Grützmacher in der Naturparkverwaltung!
Aller guten Dinge sind offenbar auch bei der Potsdamer Schlössernacht drei. Nach der teilweise heftigen Kritik in den Vorjahren klappte die Organisation diesmal fast reibungslos: keine langen Pausen in den Programmen, keine Schlangen vor den Gourmet-Ständen, kaum Wirrwarr bei der An- und Abreise, kein Stolpern auf unzureichend beleuchteten Wegen.
"Bona sera Seniorita bona sera" - im Handumdrehen hatten die drei "Jungen Tenöre" die Herzen der Besucher der 4. Potsdamer Schlössernacht erobert.
Ein Kamel? Ist das wirklich ein Kamel?
Der Osten muss für das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung noch immer ein rotes Tuch sein. Anders ist der geographische Tiefflug in der Ankündigung des gestrigen Besuches von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Ostbrandenburg nicht zu erklären.
Der junge Mann vor dem Haus des Eberswalder Berufsausbildungsvereins konnte seine Frage an den Kanzler nicht stellen. "Kein Durchkommen", sagte er traurig, schüttelte den Kopf über den undurchdringlichen Tross aus Bodyguards, Journalisten und offiziellen Begleitern.
Der Berliner Autofahrer stellt bei der Tour nach Brandenburg den Unterschied kaum fest. Schlaglöcher, unebene Flickstellen, aufragende oder unnötig tief versenkte Gullydeckel, unbefestigte Randstreifen, Spurrinnen und holpriges Pflaster hemmen beiderseits der Landesgrenze den Verkehrsfluss.
Die vielleicht 30 Anhänger der Punk-Szene in Cottbus haben endlich den Durchbruch geschafft: Fernsehteams, Radioreporter und Zeitungskollegen reißen sich um jeden bunten Haarschopf, der sich nur blicken lässt. Immer wieder wird die gleiche Frage gestellt: Wann beginnen denn nun die Chaos-Tage?
Brandenburg hat sich längst einen Namen als lohnendes Ziel für Wochenendausflüge oder Mehr-Tages-Touren gemacht. Aus der Fülle von Angeboten wollen wir in den nächsten Wochen einige Adressen vorstellen.
Heller, unterhaltsamer und musikalischer: Die diesjährige Potsdamer Schlössernacht am 17. und 18.
Die Bank gegenüber dem Pegelhäuschen in Ratzdorf am Zusammenfluss zwischen Oder und Neiße in Südostbrandenburg dürfte in diesen Tagen zu den beliebtesten ihrer Art gehören. Wer hier einen Platz ergattert, hat den besten Blick auf die ständig wechselnde elektronische Anzeige des Pegels und kommt unwillkürlich mit Menschen aus ganz Deutschland ins Gespräch.
So lange in Deutschland warmes Sommerwetter herrscht, besteht für die Hochwasserregion Südpolens nur wenig Hoffnung. Auf diese kurze Formel bringt der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Professor Matthias Freude, die Erklärung für die Katastrophe entlang der Weichsel.
Die Feuerwehren, Förster, Waldarbeiter und viele freiwillige Helfer stehen bereit - jederzeit kann in Brandenburg ein Waldbrand ausbrechen. In mehreren Landesteilen wird schon heute oder morgen mit der Ausrufung der höchsten Waldbrandwarnstufe 4 gerechnet.
Die Oder wird in den nächsten Tagen in Brandenburg rund 9000 Hektar Wiesen und Weiden überschwemmen. Vorsorglich bringen Bauern in den betroffenen Gebieten zwischen Ratzdorf und Frankfurt ihre Tiere in Sicherheit.
Hörner für Horno: Dem von der Zerstörung bedrohten Niederlausitz-Dorf hat der regionale Tourismusverband den Teufel zum Symbol erkoren, genauer zum Maskottchen einer 309 Kilometer langen Radtour durch das riesige Bergbaugebiet. Wer dem auf Schildern, Zäunen und Wänden befindlichen Teufels-Aufklebern folgt, kommt irgendwann zu dem rund 300 Einwohner zählenden Horno an der Neiße.