Potsdam. Das jetzt offensichtlich gewordene Finanz-Debakel nach den diesjährigen zweitägigen Potsdamer Schlössernächten hat eine Diskussion um die Realisierbarkeit von Veranstaltungen dieses Ausmaßes ausgelöst - und dabei Fragen aufgeworfen: Wer hatte die Idee?
Claus-Dieter Steyer
Eine Neuauflage der Potsdamer Schlössernacht steht nach dem Finanzdebakel der diesjährigen Veranstaltung in den Sternen. Nach den Musikern, Sängern und Aushilfskräften schlagen nun auch die Verkehrsbetriebe in Potsdam (ViP) Alarm: "Unsere Außenstände belaufen sich auf rund 100 000 Mark", sagte Geschäftsführer Georg Dukiewicz dem Tagesspiegel.
Für Ruhm und Ehre lässt sich nichts kaufen. Diese lapidare Feststellung beschreibt treffend das unerwartet große Finanzdebakel der Potsdamer Schlössernacht.
Auf dem ersten Blick mutet die Bezeichnung "Bücherstadt" etwas übertrieben an. Drei Häuser ergeben nun einmal noch keine City.
Nach den beiden Potsdamer Schlössernächten Mitte August warten zahlreiche Musiker noch immer auf ihr Honorar. "Wir werden seit Wochen hingehalten", klagt ein Ensemble-Mitglied aus Potsdam.
Am zweiten Verhandlungstag rollten die Tränen. Daniela J.
Daniela J. lässt sich fotografieren, erzählt sachlich und gelöst aus ihrem Leben.
Das klingt nach Erpressung: "Ich gebe das viele Geld nur, wenn die andere Seite auch mit ihren Millionen einsteigt." Die Berliner Verlegerin Ruth Cornelsen sagte vor fast drei Jahren diesen gewichtigen Satz und brachte ihre Gesprächspartner damit in Zugzwang.
Schwach begonnen, zaghaft gesteigert, wochenlang auf einer Erfolgswelle und zum Schluss mit letzter Kraft ins Ziel gerettet: Die Bilanz der Bundesgartenschau in Potsdam gleicht einer Fieberkurve. Fast hätte sie sogar im Kollaps geendet.
Die diesjährige Weinernte auf dem Wachtelberg über der Havel in Werder fällt mager aus. "So einen regenreichen September hatten wir lange nicht", sagte Winzer Manfred Lindicke zur Eröffnung der gestrigen Lese in seinem fünf Hektar großen Anbaugebiet.
Na, das passte ja: Die Dame, die gestern auf der Bundesgartenschau in Potsdam als zweimillionster Gast das Drehkreuz am Haupteingang passierte, heißt Blume, Barbara Blume, 54 Jahre alt, Potsdamerin und mit Mann, Tochter und Enkel unterwegs. Fröhlich und entspannt wurde Familie Blume von Oberbürgermeister Matthias Platzeck (SPD) und Buga-Geschäftsführer Jochen Sandner begrüßt, die kurz vor Buga-Schluss Grund zur Freude haben.
Dieser Schneidetisch dürfte in der Welt einmalig sein: 262 Meter lang und fast vier Meter breit. Auf ihm werden seit Donnerstag in der 60 Kilometer südlich Berlins gelegenen Cargolifter-Werft in Brand die Hüllen für ein riesiges Luftschiff und einen Transportballon gefertigt.
Bei jeder Autofahrt durchs abendliche Brandenburg fallen sie in den Dörfern und Kleinstädten auf: Die Jugendlichen an den Bushaltestellen. 14 bis 20 Jahre alt mögen sie sein, die da miteinander quatschen, flirten, rauchen, trinken und streiten.
Stau auf der Oder? Der kann bei dem geringen Verkehr auf dem Grenzfluss eigentlich nicht auftreten.
Die ursprüngliche Einladung war knapp und den Einheimischen vorbehalten: Sie können heute erstmals das drei Jahre lang renovierte und umgebaute Schloss Neuhardenberg am Rande des Oderbruchs besichtigen. Doch dann kam alles anders: Aus der ursprünglich geplanten Eröffnungsfeier mit dem Bundeskanzler wurde ein schlichter "Tag der offenen Tür" - und zwar für jedermann.
"Auch das noch!" Überall in den Kneipen rund um den Lausitzring war dieser Satz gestern zu hören.
Die Unglücksserie am Eurospeedway Lausitz reißt nicht ab. Beim gestrigen Champ-Car-Rennen zog sich der Italiener Alex Zanardi bei einem Zusammenstoß mit seinem Landsmann Alex Tagliani schwere Verletzungen zu.
Das Wetter passte sich der gedämpften Stimmung auf dem Lausitzring an: Regen, Wind und niedrige Temperaturen schreckten zwar Tausende Rennsportbegeisterte von einem Besuch nicht ab, aber die Absage der beiden gestrigen Trainingsläufe für das Champ-Car-Rennen am Sonnabend wegen nasser Fahrbahn störte kaum jemanden. "Wenn ich mir nicht vorher die 515 Mark teure Karte besorgt hätte, wäre ich sicher gar nicht erst in die Lausitz gekommen", sagte Thomas Löber aus der Nähe von Stuttgart.
Ungeachtet der Terror-Anschläge in den USA soll das Rennen der amerikanischen Champ-Car-Serie am Sonnabend auf dem Lausitzring stattfinden. "Wir orientieren uns am Wort des US-Präsidenten, dass sich das Volk nicht dem internationalen Terrorismus beugen wird", sagte Eurospeedway-Geschäftsführer Hans-Jörg Fischer gestern.
Die Meldung von den Terroranschlägen auf die USA platze in die letzten Vorbereitungen zum morgigen Auftaktrennen der "German 500", der Champ-Car-Serie auf dem Lausitzring. Wie Geschäftsführer Hansjörg Fischer sagte, sei umgehend eine Krisensitzung einberufen worden, um die Konsequenzen für die meist aus den USA stammenden Teams zu erörtern.
Etwas sarkastisch bezeichnete sich Brandenburgs Landeskonservator kürzlich als "Ruinendenkmalpfleger". Der Zustand vieler schützenswerter Gebäude sei ziemlich traurig.
Als "Mekka für Inline-Skater" wollen sich Luckenwalde, Jüterbog und einige umliegende Dörfer einen Namen machen. Einige Ansätze dafür können jetzt schon ausprobiert werden.
Wer ist der Mann in der Rakete? Amerikaner, Franzosen und Deutsche rätseln, die Russen halten sich zurück.
Es war die berüchtigte Sekunde Unaufmerksamkeit. Ein Blick in den Innenspiegel, eine Kontrolle im Außenspiegel, zuletzt der Schulterblick und der Überholvorgang konnte beginnen.