Der oberste deutsche Gartenfachmann kann sich eine blumige Formulierung zur morgen beginnenden Bundesgartenschau erlauben. "Das Fitness-Center der Natur ist fertig", sagte der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Karl Zwermann, gestern nach einem Gang durch den großen neuen Park im Norden der Stadt.
Claus-Dieter Steyer
So viel Prominenz zur Eröffnung einer Fußgängerbrücke über einen Kanal, der noch gar keiner ist, schien auf den ersten Blick völlig ungewöhnlich. Doch offensichtlich wollten sich weder der Regierungschef noch der Landtagspräsident, mehrere Minister, Abgeordnete und Unternehmer das Ereignis in Potsdams Mitte entgehen lassen.
Der Name dieser Buga-Kulisse klingt verdächtig: "Freundschaftsinsel". Hat hier etwa die alte Zeit überlebt, in der der harmlose Begriff von der offiziellen Propaganda so übermäßig strapaziert und missdeutet wurde?
Landkarten für den Süden Brandenburgs sind so schnell wie in kaum einer anderen Region Deutschlands überholt. Denn das Wasser überschwemmt weite Gebiete und bleibt für immer.
Die Chefin des Senftenberger Hotels "Am Damm" macht um den nahen Lausitzring nicht viele Worte. "Er hat uns im vergangenen Jahr gerettet", sagt Karin Ambrosius.
Diese Gruppe von Buga-Gärtnern hat Glück: Unabhängig von Schneegestöber, Regen und Wind bringen sie blühende Pflanzen in die Erde, rücken Palmen an den richtigen Platz und zaubern einen Urwald herbei. Ihr Arbeitsplatz ist die große Halle "Biosphäre Potsdam" direkt am Haupteingang des Buga-Parks.
Die Souvenirs der Bundesgartenschau klappern, schreiben und qualmen. Das ergab die gestrige Suche nach Andenken an das bevorstehende Großereignis in der Innenstadt.
Die Gruppe der aus Süd- und Westdeutschland angereisten Journalisten zückte beim Anblick der Stiefmütterchen wie auf Kommando die Fotoapparate. "Endlich Blumen, endlich Farben", sagt die vom Reutlinger Generalanzeiger nach Potsdam entsandte Kollegin.
Einwohner und Touristen von Potsdam können wieder in die Luft gehen. Das geschieht ganz ungefährlich, wenn auch nicht völlig ohne körperliche Anstrengung.
Zuerst muss ein gängiger Name her. Michael Franke klingt viel zu bieder.
Die Wetterkapriolen merkt der Spreewald-Besucher zuerst an seinen Schuhen. Selbst auf Pfaden abseits der großen Wanderwege zwischen den unzähligen Flussarmen bleiben die Füße in den ganz und gar nicht robusten Schuhen trocken.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) will alles daran setzen, um den Mörder von Ulrike möglichst lebenslang hinter Gitter zu bringen. "Wir streben nach der Freiheitsstrafe eine anschließende Sicherheitsverwahrung an", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Petra Marx, gestern in der Oderstadt.
"Erleichterung" war gestern das wohl am häufigsten gebrauchte Wort in Eberswalde. Menschen standen auf Straßen und Plätzen zusammen, um über die Verhaftung des Mörders der 12-jährigen Ulrike Brandt aus ihrem Heimatort zu diskutieren.
Der Blick durchs Fenster der Erdgeschosswohnung in der Fürstenwalder Georg-Dobrowolski-Straße 11 fällt auf eine Weihnachtspyramide. Daneben stehen vergammelte Kisten, eine Fußbank und im Dunkeln kaum zu erkennendes Gerümpel.
Hohe Kiesberge auf der Fahrbahn, dazu quer gelegte Baumstämme und Stacheldraht als Absperrung: Die Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg gleicht zwischen dem Ortsteil Wartenberg und der Gemeinde Lindenberg im Nordosten längst vergessenen Mauerzeiten. Doch hier wird kein Film gedreht, hier befindet sich ein kleines Dorf im Aufstand.
"Reisebüro Bräutigam wieder geöffnet" - diese Schlagzeile wird den vormaligen Brandenburger Justizminister wohl immer begleiten. Denn unter seiner Ressortleitung gingen Häftlinge bis vor anderthalb Jahren regelmäßig stiften.
Neuruppin. Schnell korrigiert sich der Gefängnisdirektor.
Die Folgen eines einzigen Verkehrsschildes an einer kleinen Dorfstraße klingen unglaublich. Da hagelt es Beschimpfungen über den Gartenzaun, fliegt ein Farbbeutel gegen ein im hinteren Teil eines Grundstückes abgestelltes Auto und wird das Telefon als Sprachrohr für schlimmste Beleidigungen genutzt.
Der Blick auf die Parkplätze rund um die drei Brandenburger Thermalbäder in Templin, Bad Saarow und Bad Wilsnack sagt alles. Unter den Autokennzeichen dominieren die Berliner, vor allem an Wochenenden machen die Großstädter mehr als die Hälfte der Besucher aus.
Der erste Gefängnisneubau in Brandenburg seit der Wende ist gestern im Neuruppiner Ortsteil Wulkow offiziell übergeben worden. Für 82 Millionen Mark entstand auf dem Gelände einer früheren russischen Kaserne ein Bau mit 300 Haftplätzen für Männer.
Das ab morgen in Polen geltende Einfuhrverbot von Schrottautos hat an vielen Grenzübergängen zu langen Wartezeiten geführt. Transportfirmen versuchten gestern, möglichst viele Karossen ins Land zu holen.
Bei der Suche nach dem Mörder der 12-jährigen Ulrike Brandt aus Eberswalde fehlt der Polizei weiterhin eine heiße Spur. Auch die Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Fahndung nach dem Träger eines weinroten T-Shirts brachte bisher nicht den entscheidenden Hinweis, sagte Polizeisprecher Frank Schröder in Eberswalde.
Am mit Abstand schlechtesten ostdeutschen Autobahnabschnitt zwischen Berlin und Dresden rücken endlich die Bagger und Betonmaschinen an. 60 Jahre und länger liegen südlich des Schönefelder Kreuzes die Platten in der Erde.
Im Fall der am 22. Februar ermordeten Ulrike Brandt aus Eberswalde sucht die Polizei jetzt nach dem Träger eines weinroten T-Shirts.