Bei Universum, Witali Klitschkos Boxstall, haben sie bestimmt mächtig überlegt, um auf das Motto des Kampfs zu kommen. Der Slogan musste natürlich irgendwie knallig sein, schließlich kostet die teuerste Karte 1000 Mark, und Sat 1 überträgt live.
Frank Bachner
War es wirklich so schlimm? War die Debatte so langweilig, dass man schon außerhalb des Plenarsaals, aber noch direkt am Eingang, einschlief?
Das ist ja eine richtig spannende Frage, die taugt sogar zur Wette: Wer bleibt wach? Die Saaldiener?
Der britische Sprinter Linford Christie hatte mal springende Pumas in seinen Augen, ein PR-Gag seines Sponsors: Haftschalen mit dem Firmen-Logo. Formel-1-Patriarch Bernie Ecclestone trägt eine ganz normale Brille, aber als Motiv auf Haftschalen käme nur ein Logo in Frage: Dollarzeichen.
Ralf Schumacher ließ sich massieren, mehr passierte nicht. Das ist nicht viel, wenn einer gerade mit 190 Stundenkilometern in eine Leitplanke gerast war.
Vor dem Gang ins Heiligste gibt es Wichtigeres. Rinderfilet mit Pommes frites, dazu ein milder Rotwein.
Bestimmt hätte Cindy Goor nur ein paar Sekunden später Genickstarre bekommen. Sie ist ja fast zwei Köpfe kleiner als Bart Goor, und jetzt muss sie schon endlos ihren Gatten auf die Wange küssen.
Am Kuchenstand, vor der Braunschweiger Schwimmhalle, hatte Lars Conrad mal eine Frage. Neben ihm stand ein Zwei-Meter-Mann, fast 15 Jahre älter, die Haare schon angegraut.
Ganz zum Schluss gab es noch einen Paukenschlag. Thomas Ruprrath (SG Bayer Wuppertal/Uerdingen) schwamm bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig seinen dritten deutschen Rekord.
Ihr Gymnasium, sagt Annika Mehlhorn, halb jammernd, halb anklagend, sei die Schule mit der härtesten Notengebung. "Im ganzen Landkreis gibt es keine härtere.
Thomas Rupprath liegt flach, als der Anruf kommt. Ein Masseur knetet seine Waden, und Rupprath sagt ins Handy: "Ja ja, ich habe gewonnen.
Marburg war nicht bloß ein Termin, Marburg war ein Befehl. Marburg war so etwas wie ein Hinweis darauf, dass Ralf Beckmann nicht bloß auf dem Papier der Chef ist.
Birgit Boese ist Handwerksmeisterin, erzieht einen Sohn, hat einen scharfen Verstand und kann sich gut artikulieren. Birgit Boese steht mit beiden Beinen im Leben.
Das letzte Getöse auf offener Bühne musste sein, das ließ sich nach der ganzen Vorgeschichte nicht vermeiden. Aber jetzt ist die jüngste, publikumswirksame Dopingnummer beendet, und das ist auch gut so.
Sie kann nicht richtig vom Startblock springen. Sie kann auch nicht allzu lange schwimmen.
Mika Häkkinen verriet nichts, und das war irritierend. Er stand einfach da, im Fahrerlager, vor dem riesigen Motorhome seines Teams McLaren-Mercedes, und zeigte nichts.
Das Vorzelt, das Ferrari im Fahrerlager an seinen riesigen Motorhome gebaut hat, ist angenehm kühl. 30 Journalisten warten im Zelt.
Es hatte ein bisschen etwas von Industriespionage, aber in ihrer sanftesten Form. Michael Schumacher umrundete einen McLaren-Mercedes und blickte interessiert auf das Auto des Konkurrenten.
Michael Schumacher fiebert diesem Tag förmlich entgegen. Diesem Sonntag und diesem Rennen.
Im Ring musste Graciano Rocchigiani nicht allzu viele Prügel einstecken: 41 Siege, nur fünf Niederlagen, das ist eine gute Bilanz für einen Profiboxer. Rocchigiani, von allen Rocky genannt, belästigt seine Fans auch nie mit komplizierten Sätzen.
Holger Kleinbub stand da mit seinem Blumenstrauß, Karl Schöllhorn stand da mit seinem Mikrofon, die 2000 Fans standen da mit einer Frage: überreichte einen Blumenstrauß, und das hätte er nicht tun sollen. Mit hochrotem Kopf, das sagen Beobachter, stürmte Stelian Moculescu ins Freie.
Ach nein, Stanozolol soll der australische Top-Schwimmertrainer Gennadi Turetski besessen haben. Ausgerechnet das gute, alte Dopingmittel Stanozolol, das 1988 schon den Sprinter Ben Johnson schnell gemacht und ins Aus geführt hatte.
Die Besucher vom Vermarkter ISL waren relativ hochkarätig. Annette Engelhardt, die Projektleiterin für das Internationale Stadionfest (Istaf) der Leichtathleten in Berlin, war aufgetaucht.
Außerhalb des Saales gab es Beobachter, die sich einig waren: Clemens Prokop darf eigentlich nicht mehr als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) kandidieren. Nicht nach diesem Antrag, der die Wirkung einer verbalen Ohrfeige hatte.