So schön kann Globalisierung sein! Ob New York, Rio, Tokio, überall auf der Welt das gleiche schöne Bild: gigantische Feuerwerke und fröhlich feiernde Menschen.
Lorenz Maroldt
Endlich Kandidat! Das hatte die Türkei so lange schon gefordert; jetzt steht sie mit einem Bein im politischen Europa - und freut sich stolz.
Da hat Berlin sie also wieder: die alte, die große Koalition. Nur kurz erhellten andere Möglichkeiten des Regierens den politischen Horizont.
Spätestens seit Montag weiß man, worüber in Berlin zwischen CDU und SPD nach Meinung der SPD wochenlang verhandelt wurde: um die Selbstachtung der Sozialdemokraten. Diese, so wurde gesagt, sei mit vier Senatsposten gewahrt, mit drei Senatsposten verhöhnt.
Der erste Teil der Berliner Koalitionsverhandlungen ist vorüber. Sieben Tage wurde geplänkelt, seit Donnerstag wird gepokert.
Berlin strahlt und glänzt wie selten zuvor, jedenfalls dort, wo die Eintrittskarten teuer sind und die Gäste erlesen. Da wird gefeiert bis zum allmorgendlichen Kopfschmerz.
Als Jörg Schönbohm erklärte, er wolle seine politische Karriere in Brandenburg fortsetzen, mussten manche in Berlin lächeln. Das klang zu abenteuerlich, zu naiv, zu trotzig.
So vieles verändert sich in Berlin, aber von manchen Ritualen mag man hier nicht lassen. Zur politischen Folklore gehören unbedingt die Landesparteitage der SPD nach verlorenen Wahlen.
Der gescheiterte SPD-Spitzenkandidat Walter Momper hat seinem Landesvorsitzenden Strieder geschrieben. Das, immerhin, ist eine gesicherte Nachricht, denn dieser Brief liegt vor.
In Berlin bleibt alles, wie es war? So klang es in der Wahlnacht, aber das ist womöglich ein Irrtum.
Manches zunächst überraschend anmutende Ergebnis einer Wahl erklärt sich am Tag darauf ganz einfach. So stellte sich heraus, dass die hüben wie drüben erfolgreiche PDS nicht etwa scharenweise brave West-Berliner vom Sozialismus überzeugt hat, sondern dass einfach ein Teil ihrer alten Wähler mit Sack und Pack in einen Westbezirk gezogen ist.
Jetzt hat Berlin die Wahl. Aber welche?
Wahrlich, ein pikanter Zufall: Vor mehr als zehn Jahren war der Berliner CDU-Abgeordnete Diethard Schütze als Vorsitzender einer Untersuchungskommission mit der Aufklärung des bekanntesten Berliner Bauskandals befasst: der Antes-Affäre, benannt nach einem korrupten Stadtrat der CDU. Heute ermittelt die Staatsanwaltschaft wieder wegen Korruptionsverdachts im Baugewerbe - diesmal gegen den früheren Aufklärer selbst, gegen Schütze.
Eine Woche vor der Wahl in Berlin wird es dem Regierenden Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzenden langsam schwindelig. Der bodenständige Diepgen, nicht gerade als Überflieger bekannt, blickt in die Tiefe - und unten lauert die absolute Mehrheit.
Brandenburg ist eine kleine Welt für sich. Abhängig zwar, aber trotzig, oft unwillig, sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen - und gerade darauf besonders stolz.
Lassen wir für einen Moment die Frage ruhen, was um Himmels willen eine "haltlose Korruptionsweste" ist. Der SPD-Vorsitzende Strieder meint, dass eine solche gestrickt worden ist, um sie dem SPD-Spitzenkandidaten Walter Momper umhängen zu können.
Wähler haben es besser: Sie können sich entscheiden, aber sie müssen nicht. In Brandenburg hatte die Hälfte aller Wahlberechtigten keine Lust, Parteien und Namen anzukreuzen.
Auf einen gemeinsamen Nenner lassen sich die beiden Landtagswahlen im Saarland und in Brandenburg kaum bringen. Zu unterschiedlich war die Ausgangslage, zu unterschiedlich ist das Ergebnis.
Berlin zeigt Trauer: An einem der kommenden Tage werden in der Stadt die Flaggen auf Halbmast gesetzt. So kündigte es der Regierende Bürgermeister Diepgen an, nachdem ihn der Generalkonsul der Türkei darum gebeten hatte.
BERLIN .Die Polizei ist offenbar beim Einsatz vor dem israelischen Generalkonsulat von einer bewaffneten Kurden-Gruppe überrascht worden, die sich dort unbemerkt versammeln und verstecken konnte.
BERLIN .Mit Spannung erwartet die CDU heute die Sitzung ihres Landesvorstands.
BERLIN .SPD-Fraktionschef Klaus Böger hat sich äußerst besorgt über den Zustand der Großen Koalition geäußert, deren "Stabilität und Kraft" er in Zweifel zog.
Ein Gast für 24 Stunden: Das dichtgedrängte Besuchsprogramm des amerikanischen Präsidenten Bill ClintonVON LORENZ MAROLDT BERLIN.Der Marmorsaal in Schloß Sanssouci, das Grabmal Friedrichs des Großen, Schauspielhaus, Schloß Bellevue und der Flughafen Tempelhof - das sind die großen Stationen beim Besuch des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton in Potsdam und Berlin am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche.
der Blick des Adlers sind noch umstritten Die Baukommission des Bundestags bestimmt die Innenausstattung des ReichtagsgebäudesVON LORENZ MAROLDTLange haben sie nachgedacht, die Mitglieder der Baukommission des Bundestags, haben probegesessen, verworfen, wieder nachgedacht - und sind nun endlich zu einer Entscheidung gekommen: Die Stühle des Bundestags im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes tragen die Farbe Lila.Oder ist es Königsblau?