
Ein Muslimbruder wird wohl neuer Präsident – doch das Militär hat schnell noch seine eigene Position gestärkt. Der Machtkampf ist unausweichlich.

Ein Muslimbruder wird wohl neuer Präsident – doch das Militär hat schnell noch seine eigene Position gestärkt. Der Machtkampf ist unausweichlich.

Die Party ist vorbei, von dem Fest der Demokratie am Nil kaum etwas übrig. Doch die ägyptische Demokratiebewegung wird dem Ringen der alten Kräfte nicht zusehen.

Kairo - Zu Beginn seiner Kandidatur wurde er als Ersatzrad verspottet, seit Montag ist der steife bärtige Professor für Ingenieurwissenschaften wohl gewählter Präsident Ägyptens: „Ich danke Gott für den Sieg, ein Sieg für alle Ägypter“, rief Mohamed Mursi in einer für ihn seltenen Aufwallung der Gefühle, als ihn seine Anhänger im Hauptquartier der Muslimbruderschaft hochleben ließen. „Wir kommen mit einer Botschaft des Friedens für alle – für die Revolution und die Revolutionäre, für Männer und Frauen, Arbeiter und Studenten, für das Ägypten der Muslime und das Ägypten der Christen.

Der langjährige Mubarak-Freund Schafik lässt sein Wahllokal bei der Stimmabgabe abriegeln.

Darauf war König Abdullah nicht vorbereitet: Nach dem Tod des saudischen Kronprinzen Naif muss die Machtspitze im Königreich umgebaut werden.

Die Aufbruchstimmung nach dem Sturz von Hosni Mubarak weicht zunehmend der Frustration. Ägyptens Bevölkerung kämpft mit anhaltendem Chaos, endlosen Demonstrationen und dem Verfall der Wirtschaft. Die Wahl der neuen Führung wird zur Hängepartie.

Seit der Auflösung des Parlaments ist die Lage in Ägypten wieder völlig unklar. Die Legislative fällt zurück an die verhassten Generäle und Neuwahlen könnten sich hinziehen. Nicht wenige sehen eine Verschwörung des Militärs hinter dem Urteil der Verfassungsrichter.

Ägypten wählt an diesem Sonntag erneut einen neuen Präsidenten. Der Politologe Amr Hamzawy war Abgeordneter in dem nun aufgelösten Parlament. Er glaubt nicht, dass das Land im Chaos versinkt.
Institutionelles Chaos nach Auflösung des Parlaments / Am Wochenende wird ein Präsident gewählt.

Die Entwicklungen in Ägypten bedeuten nichts Gutes. Die Frustration wird steigen und mit ihr die Gewalt. Immer mehr zweifeln an der Zukunft ihrer Nation, während es mit der Wirtschaft weiter bergab geht.

Wenige Monate nach der Parlamentswahl hat das ägyptische Verfassungsgericht die Wahl für ungültig erklärt. Zugleich wurde entschieden, dass der säkulare Kandidat Schafik bei der Stichwahl am Wochenende antreten darf.
Das Ausland liefert Waffen an syrische Rebellen, es wird gekämpft wie im Krieg. Ausgerechnet Russland wirbt jetzt für eine internationale Syrienkonferenz.

Heftige Angriffe der Rebellen auf die syrische Hauptstadt / Auslandsopposition wählt Kurden zum neuen Vorsitzenden.
Das Urteil über Hosni Mubarak und der Freispruch einiger hoher Funktionäre spalten Ägypten. Was bedeutet das für die Zukunft des Landes?
Wer auch immer Ägyptens Präsident sein wird: Demokratischer wird das Land nicht
Islamist oder Mubarak-Vertrauter: Wer auch immer Ägyptens nächster Präsident sein wird - demokratischer wird das Land nicht sein
Nach der Präsidentschaftswahl in Ägypten zeichnet sich eine Stichwahl zwischen Mohammed Mursi und Ahmed Schafik oder Hamdin Sabahi ab. Wer sind die Kandidaten und wofür stehen sie?

Die Ägypter gehen mit großer Hoffnung in die Präsidentenwahlen. Vergessen scheinen die vielen turbulenten Monate seit dem Sturz von Hosni Mubarak und die düsteren Aussichten für die kommenden Jahre.

Zum ersten Mal können die Ägypter in freien Wahlen ihren neuen Präsidenten wählen. Die Wünsche der Menschen an den Wahlurnen sind so vielfältig wie ihre Gesichter. Vor allem aber wollen sie einen Präsidenten, der für das Volk da ist und nicht umgekehrt.

Der Präsidentschaftswahlkampf in Ägypten war ernsthaft, fair und gewaltlos – nun steht eine Richtungsentscheidung bevor.

Gilles Kepel, einer der renommiertesten Experten Frankreichs für den Nahen und Mittleren Osten, fürchtet aufgrund der Wirtschaftslage schon bald schwere Revolten in Ägypten. Zugleich sieht er aber in dem Land die Kapazität, langfristig eine Demokratie zu etablieren.

Ehemalige Minister, Islamisten und ein säkularer Linker: Fünf Männer gelten als Favoriten für die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Ägypten.

Am Mittwoch und Donnerstag wählen die Ägypter zum ersten Mal in freien Wahlen einen neuen Präsidenten. Favoriten für die Stichwahl im Juli sind der frühere Außenminister Amre Moussa und der Ex-Muslimbruder Abdel Moneim Abolfotoh.

Die Staatsparteien siegen bei angeblich hoher Wahlbeteiligung und die Opposition spricht von Wahlbetrug. Alles beim Alten in Algerien?
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