Kurz, schmerzlos und am liebsten zu Hause - so möchten die meisten Deutschen sterben. Die Realität sieht anders aus: Von den rund 850 000 Menschen, die jährlich in der Bundesrepublik sterben, erleben schätzungsweise zwei Drittel ihren Tod im Krankenhaus oder Pflegeheim.
Martin Gehlen
Der Augenblick des Todes - allen Menschen steht er bevor, niemand weiß, wann er kommt. Und trotzdem kann man ihn verfehlen.
Als der leicht gebeugte, weißhaarige Mann am Dienstagabend im voll besetzten Auditorium erscheint, erstirbt augenblicklich das Gerede. Vereinzeltes Räuspern noch, dann erfüllt eine andächtige Stille den überdachten Innenhof der Bayerischen Landesvertretung an der Behrenstraße - wie zu Beginn eines feierlichen Gottesdienstes.
Als völlig unzureichend hat der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Hellmut Puschmann, die finanzielle Förderung von Schuldnerberatungsstellen durch die Bundesländer kritisiert. Menschen, die ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können, müssten oft bis zu einem Jahr warten, bis sie einen Termin in einer Beratungsstelle bekommen, sagte Puschmann in Berlin bei der Vorstellung einer Untersuchung von Caritas und Diakonie zur Überschuldung privater Haushalte.
Die alten Griechen kannten Chimären, Mischwesen aus Mensch und Tier. Jahrhundertelang bevölkerten diese Fabelwesen lediglich die antike Mythologie.
Fast jede Woche überraschen die Forscher bei der Gentechnik mit neuen Erkenntnissen. Atemberaubend schnell läuft die Entwicklung - gerade zwei Jahre ist es beispielsweise her, dass die Stammzellforschung so richtig an Fahrt gewonnen hat.
So mancher Jüngere würde gerne wissen, was er im Alter als gesetzliche Rente erwarten kann. Doch das ist nur schwer in Mark und Pfennig vorauszusagen.
In drei Monaten ist offiziell Schluss. Bis zum Jahresende 2000 will die deutsche katholische Kirche endgültig aus der gesetzlichen Schwangerenberatung austreten - wie es Papst Johannes Paul II.
80 Millionen Frauen werden jedes Jahr ungewollt schwanger, 20 Millionen treiben ihr Kind unter lebensbedrohlichen Umständen ab. 500 000 Mütter sterben an Komplikationen.
Er gilt als weltoffen und kollegial - ein neuer Hoffnungsträger unter den Bischöfen. Für die deutsche Kirche war seine Ernennung eine positive Überraschung.
Die Evangelische Kirche spricht von einem schweren Rückschlag. Die Anglikaner fühlen sich herabgewürdigt und sehen dreißig Jahre ökumenische Arbeit entwertet.
Im Entwicklungshilfeministerium hängt der Haussegen schief. Die Mitarbeiter sind empört, der Personalrat erwägt eine außerordentliche Personalversammlung.
Wann hat es das in der Ewigen Stadt gegeben? Mehr Besucher als Einwohner bevölkern in diesem Sommer ihre Straßen und Plätze.
Zwischen SPD und Grünen zeigen sich neue Differenzen in der Gesundheitspolitik. Während die grüne Gesundheitsministerin Andrea Fischer offenbar entschlossen ist, die Kassenärzte für Überschreitungen im Arzneimittelbudget 1999 haftbar zu machen, wächst in der SPD der Widerstand gegen die Politik der festen Budgets, welche Fischer von ihrem Vorgänger Horst Seehofer (CSU) übernommen hat.
Die junge Frau mit den langen Haaren läuft aufgeregt hin und her. Sie spricht mal diesen, mal jenen der grauhaarigen Herren in schwarzen Anzügen an, die sich in der Seitenkapelle des Fuldaer Domes zu schaffen machen.
Für die einen war er das "Flammenschwert Gottes" und die "Speerspitze des deutschen Episkopats", für die anderen war er einfach ein "Rechtsradikaler im Bischofsgewand" und mittelalterlicher Poltergeist. Kein anderer deutscher Oberhirte der Nachkriegszeit hat in religösen und politischen Fragen so die Geister geschieden wie Johannes Dyba, Erzbischof von Fulda.
Seine rechte Hand hält die Lesebrille fest umschlossen und fuchtelt in Richtung Publikum. "Wir wollen zeigen, dass Politik mehr ist als Wurschtelei", ruft er aus.
Die gelben Wandplakate mit der gepixelten Sanduhr sind eingerollt, die Stände in den Messehallen abgebaut, die rückenmarternden Papphocker auf dem Recyclinghof. Fünf Tage lang hat sich der 94.
Leo Schwarz hat verstanden: "Unsere Leute machen Dampf", bilanzierte der Trierer Weihbischof die stürmische Diskussion in der mit 1500 Leuten vollbesetzten Halle 6 auf dem Hamburger Messegelände. Priestermangel, verwaiste Gemeinden, Machtanspruch der Amtsträger, Diskussionsverbote, Angst, Verzagtheit: Der innerkirchliche Problem- und Fragenstau ist gewaltig und verschaffte sich am Freitag auf dem Katholikentag energisch Luft.
Die Wahl des Ortes ist Programm. Erstmals seit 152 Jahren findet ein Katholikentag im protestantischen Norddeutschland statt - in Hamburg.
Er kann zurückblicken auf ein erfülltes Leben und ein eindrucksvolles Lebenswerk. Johannes Paul II.
Seit gut vier Jahren herrscht frischer Wind in dem altehrwürdigen Gebäude der deutschen Krankenkassen. Ende 1996 erlaubte der Gesetzgeber erstmals den 50 Millionen gesetzlich Versicherten, ohne Rücksicht auf ihre Berufszugehörigkeit frei zwischen den gesetzlichen Kassen zu wählen.
Es gehört zu den Oldtimern des Sozialgesetzbuches - das Betriebsverfassungsgesetz von 1972. Das angestaubte Normengestrüpp, basierend auf der Arbeitswelt der sechziger Jahre, ist dringend reformbedürftig.
Die katholische Kirche stellt sich auf den Verlust ihrer traditionellen Bedeutung in ganz Deutschland ein. Die Erfahrung in den neuen Bundesländern, wo sich kirchliche Milieus auflösten und Christen nur noch eine extreme Minderheit seien, vermittele eine Vorahnung, "was für die pastorale und seelsorgliche Zukunft in ganz Deutschland zu erwarten ist", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, am Mittwoch in Berlin.