Uli Stielike, so viel steht schon mal fest, wird es nicht. "Der Uli soll den Mund halten und sich um seine A-Jugend kümmern, damit die mal ein Spiel gewinnt", sagt Gerhard Mayer-Vorfelder.
Michael Rosentritt
"Extremer Spreizfuß, dazu Senkfuß! Knickfuß rechts stärker als links.
Was so ein paar Lagertage am "Drielandenpunt" so alles ausrichten können. Der Fußballlehrer Erich Ribbeck ist bekanntermaßen kein Holländer, aber daran allein liegt es nicht, dass er nur bedingt als Fachkraft akzeptiert wird.
Es zählt zu den Vorlieben der Deutschen, Ordnung zu schaffen. Auf engstem Raum funktioniert das mitunter recht gut.
Was hatte seine Stirn nur so faltig werden lassen? Die besorgniserregende Leistung im Spiel gegen Rumänien oder aber die Angst vor dem, was jetzt noch kommt?
Auch der einzig erfreuliche Umstand eines ansonsten verkorksten Abends macht schwer zu schaffen. Wolfgang Niersbach, der Mediendirektor des DFB, hat sichtliche Mühe mit der opulenten Trophäe, die Mehmet Scholl als "Bester Spieler des Spiels" zwischen Deutschland und Rumänien bekommen hat.
Im Gepäck von Mehmet Scholl findet sich neben Duftwässerchen, Laptop und sonstigen Dingen des Fußballerbedarfs etwas ganz Spezielles. "Spionagechef im geheimen Krieg" heißt das Buch, geschrieben von Markus Wolf.
Heute darf es von allem noch ein bisschen mehr sein. "Hoch die Tassen, Ihr lieben Väter" - dieser Schriftzug prangt über dem Eingang.
Erich Ribbeck ist ein Kopfmensch. Und es scheint, als könne die viele Sonne, die hier auf Mallorca so streng scheint, ihm nichts anhaben dabei.
Der Ort der Selbstfindung scheint trefflich gewählt. Auf der Suche nach einem Weg aus einer tiefen Sinn- und Spielkrise hat sich die deutsche Fußballnationalmannschaft an einem Berg hoch über Palma einquartiert.
Die Kinder der Eheleute Ramelow sind recht unterschiedlich geraten. Auch was das Sendebedürfnis anbelangt.
Sport: Die Mannschaft steht nach einer verrückten Saison da wie ein Gewinner, ohne gewonnen zu haben
Jürgen Röber streifte den Regenblouson ab wie eine Saison, in deren Verlauf ihm sehr oft die Tränen hätten kommen können. Erst eine leicht verspätete Kunde aus Stuttgart und damit die Gewissheit, in der kommenden Saison im Uefa-Cup spielen zu dürfen, ließen Erleichterung in seine Glieder fahren, die anschließend nach allem griffen, was sich anbot - taumelnde Spieler, einen Zeugwart mit Flasche, den telefonierenden Manager und und und.
Rainer Jarohs war mal Fußballer. Ein ganz guter sogar.
Wenn es Egidius Braun besonders schlecht geht, geht er an die Orgel einer Aachener Kapelle und spielt sich den Schmerz von der Seele. Eine trefflichere Gelegenheit als jetzt gab es noch nie im Leben des 75-jährigen Hobby-Organisten.
Der Kampf des Jahres trägt ein hübsches Motto - "Die Abrechnung". Hört sich irgendwie endlich an, oder?
"Ich möchte in der nächsten Saison den Europacup nicht nur im Fernsehen erleben", sagt Dieter Hoeneß. Der Manager von Hertha BSC hat vor dem Heimspiel heute gegen Eintracht Frankfurt (15 Uhr 30, Olympiastadion) noch einmal an die Einstellung der Berliner Profis appelliert.
Nur mal so aus einer Laune heraus - Fia, Fifa, Mafia. Das hört sich mächtig-gewaltig an.
Einen Gegner, der lange stehen bleibt, der sogar noch zurückschlägt und trifft, den mögen die Klitschkos nicht. Beide nicht.
Er ist 15 Kilo schwerer, 14 Zentimeter größer als Chris Byrd. Doch nach der neunten Runde gab der Seriensieger aus der Ukraine auf.
Noch weiß man drüben nicht viel von den Klitschkos, aber sie werden sie kennenlernenMichael Rosentritt Heute wird er zuschlagen - Witali Klitschko, der promovierte Schwergewichtsweltmeister. Es spricht einiges dafür, dass der gebürtige Kiewer mit Lebensraum Hamburg den US-Amerikaner Chris Byrd schnell und unkonventionell "verarzten" wird.
Kaufhaus-Boxen ist seine Sache nicht. Fritz Sdunek wirkt bisweilen hilflos zwischen den vielen Regalen und dem improvisierten Ring, der schnell zum Sparring gezimmert wurde.
Was macht man nur mit einem solchen Spiel? Immerhin einem Champions-League-Spiel, in dem für den Sieger eine Prämie von 1,2 Millionen Mark ausgesetzt ist.
Während Jürgen Röber in der Halbzeitpause in der Kabine sagte: "Männer, ihr müsst Geduld haben, ihr kriegt schon eure Chance", hatte Dieter Hoeneß genug vom Stillhalten. Er machte sich auf die Strümpfe und verließ seine Sitzschale auf der Tribüne.
Oben im Ring steckt irgendeiner ein gelbes Mikrofon durch viele Arme bis hin zu Sven Ottke. Der Animierungsversuch glückt - freudestrahlend nimmt Ottke das Mikro in die Hand, was ziemlich kompliziert ist wenn man Boxhandschuhe trägt.