Erstmals ist ein Prozess gegen DDR-Spitzenfunktionäre wegen der Mauerschüsse mit Freisprüchen zu Ende gegangen. Der SED-Westexperte Herbert Häber und die beiden Politbüro-Mitglieder Siegfried Lorenz und Hans-Joachim Böhme waren wegen Totschlags durch Unterlassen in vier Fällen angeklagt.
Robert Ide
Nach einer halben Stunde Schlagabtausch hallte das Wort durch den Gerichtssaal, das Prominente aufschrecken lässt: "Paparazzi". Rechtsanwalt Christian Schertz hatte es am Dienstag vor dem neunten Zivilsenat des Berliner Kammergerichts ausgerufen - kurz darauf konnte er als Gewinner eines bedeutenden medienrechtlichen Streits den Saal verlassen.
Es war ein großer Tag für die DDR. Gebannt hingen die Ostdeutschen vor den Fernsehschirmen, ohne auf die Westprogramme umzuschalten.
Ein Semesterticket für Berlin und Brandenburg kann nicht mehr zum kommenden Wintersemester eingeführt werden. Das bestätigte Florian Böhm von der studentischen Verhandlungsgruppe "Semtix" auf einer Informationsverantaltung an der Freien Universität Berlin.
Im Rahmen des Bündnisses für Arbeit haben Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber in dieser Woche ein Aktionsbündnis zur Förderung ausländischer Jugendlicher geschlossen. Damit sollen die Bedingungen für Ausbildung und Lehre verbessert werden, Barrieren auf beiden Seiten sollen fallen.
Oft beleuchten nicht nur sorgfältig angelegte Akten die Vorgänge in Regierungsstuben, sondern auch unerwünschte Mitschriften von Geheimdiensten. Das zeigte sich in der CDU-Spendenaffäre, als die Abhörprotokolle der Stasi ein Schlaglicht auf die Rolle von Altkanzler Helmut Kohl warfen.
Auf einen angehenden Studenten musste die Veranstaltung im Berliner Siemens-Gebäude sonderbar wirken. Im Foyer wurde Champagner gereicht, im Saal gab es ein Rahmenprogramm mit Gastvorträgen und bunten Schaugrafiken zu bewundern.
Im zweiten Politbüroprozess vor dem Berliner Landgericht hat die Staatsanwaltschaft mehrjährige Freiheitsstrafen gegen die ehemaligen SED-Spitzenfunktionäre Siegfried Lorenz, Hans-Joachim Böhme und Herbert Häber gefordert. In seinem Schlussplädoyer beantragte Oberstaatsanwalt Bernhard Jahntz am Dienstag Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten für Böhme und Lorenz.
Es ist das letzte Geheimnis, dass die Stasi mit ins Grab genommen hat: Das Agentennetz der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) im Westen. Die Vernichtung der Akten wurde 1990 vom Runden Tisch toleriert, die Datei mit den Agentennamen konnte sich der US-Geheimdienst CIA in den Wendewirren unter den Nagel reißen.
Nein, das war keine gute Idee mit "Big Brother". Überwachte Kandidaten, die sich gemeinsam in einem Haus einrichten und dann nach und nach selektiert werden - das kann nur Unglück bringen.
Besoldungsreform bei Krisengespräch mit Hochschulen angeregtRobert Ide Mit Sonderprogrammen und einer Reform der Hochschul-Vergütung will der Berliner Wissenschaftsenator Christoph Stölzl (parteilos) auf die Krise der Berliner Informatik-Studiengänge reagieren. Bei einem kurzfristig anberaumten Gespräch mit den Präsidenten der drei Berliner Universitäten und den Dekanen der Informatik-Fachbereiche regte Stölzl am Dienstag an, die Besoldung von Informatik-Dozenten zu erhöhen.
Die deutsche Nationalstiftung hat am Freitag die Gründer der DDR-Oppositionsgruppe "Neues Forum" mit dem Nationalpreis ausgezeichnet. In einem Festakt in der Berliner Gethsemanekirche wurden die 30 Unterzeichner des Gründungspapiers "Aufbruch 89" geehrt, die im September 1989 zur Umgestaltung der ostdeutschen Gesellschaft aufgerufen und damit den Umbruch in der DDR maßgeblich vorangetrieben hatten.
Nach öffentlicher Sendepause gerät die Fernsehshow "Big Brother" wieder in die Schlagzeilen. Mit dem Einzug von Verona Feldbusch in den von Kameras überwachten TV-Container sollten am Donnerstag abend die Einschaltquoten wieder in die Höhe schnellen.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, hat den zügigen Umzug der Naturwissenschaften der Humboldt-Universität nach Berlin-Adlershof zugesichert. Aus Anlass der Grundsteinlegung für den Neubau eines Physikinstituts am Mittwoch versprach er, dass die naturwissenschaftlichen Institute der HU "ohne Verzögerung" in den Wissenschaftspark Adlershof umziehen sollen.
Die Berliner Fachhochschulen können sich vor Lob kaum retten. Wissenschaftssenator Christoph Stölzl wies ihnen eine "Schlüsselrolle" in der Hochschullandschaft zu, und der Wissenschaftsrat fordert eine deutliche Aufstockung der Studienplätze.
Der frisch gebackene Berliner Wissenschaftssenator gab sich vor seiner Feuerprobe gelassen. In lockerer Pose verkündete er am Mittwoch vor dem Berliner Wissenschaftsausschuss, dass er "keine kulturpolitischen Erwägungen" abzugeben gedenke.
Der Auftakt des zweiten Politbüro-Prozesses zeigt, wie schwierig es ist, einer Diktatur mit Mitteln des Rechtsstaates beizukommen. Erwartungsgemäß hagelte es Verfahrensanträge, und das Gericht vertagte sich.
Doch viele Antragsteller klagen trotz der Fortschritte nach wie vor über ProblemeRobert Ide Das Militärtribunal der Roten Armee machte kurzen Prozess. Im Mai 1946 verurteilten sowjetische Richter sechs Brandenburger Jugendliche zu je zehn Jahren Freiheitsentzug.
Das Bürgerhaus in Potsdams Mitte hat schon einige Jahrhunderte auf dem Buckel. Am Eingangsportal blättert der Putz ab, die Dielen im Treppenhaus knarren bei jedem Schritt.
Der Mann ist leicht zu übersehen. Er trägt einen grauen Mantel, eine Schiebermütze und einen Einkaufsbeutel.
Der 24-jährige Zlatko Trpkovski, der am Sonntag aus der RTL-2-Sendung "Big Brother" ausgeschieden war, hat in Deutschland einen einzigartigen Medienrummel ausgelöst. Beim Sender und der betreuenden Agentur "Stoffels Mediaconsulting" standen auch am Dienstag die Telefone nicht still.
Wenn Markus Meckel sich an den 12. April 1990 erinnert, beschleicht ihn ein "Gefühl der Besonderheit".
"Das K und das E laufen aus", ruft der Mann mit schwarzem Mantel und Hut in sein Handy, "wir brauchen dringend mehr Leute". Dann läuft Hans-Christian Bustorf vom "Berliner Kurier" wieder aufgeregt über den Alexanderplatz und gibt Anweisungen an die 50 versammelten Teenager.
In einem dramatischen Noteinsatz haben Einwohner am Fuße des japanischen Vulkans Usu kurz vor einem erwarteten neuen Vulkanausbruch ihre Habseligkeiten in Sicherheit gebracht. Rund 100 Menschen aus dem Dorf Sobestu auf der nördlichen Insel Hokkaido kehrten am Sonntag in Begleitung von Soldaten und Hilfskräften für eine halbe Stunde in ihre verlassenen Häuser zurück, um ihr Hab und Gut zusammenzupacken und mitzunehmen.