"Es sollte ein Traumurlaub werden", sagt Johannes B. Kerner routiniert in die Kamera.
Robert Ide
Nein, eigentlich möchte sie nichts sagen. Nein, ihre Enttäuschungen möchte sie nicht aufzählen.
Klaus Fischer träumte von einem gerechten Land. Doch nun er fühlt sich als "vaterlandsloser Geselle".
Seine politische Karriere begann ungewöhnlich - auf dem Land und in der Kirche. Als Pastor baute Joachim Gauck in Mecklenburg kleine evangelische Gemeinden auf, ehe er sich in der Rostocker Bürgerbewegung engagierte.
Es gibt zwei Gedichte, die Angelika Unterlauf beeindruckt haben, damals in der DDR. Das eine ist das "Lied vom Klassenfeind" von Bertolt Brecht, das andere nennt sich "Westwind".
Wim Thoelke hat ihn bekommen, Karl Dall, "Die Sendung mit der Maus" und Margarete Schreinemakers: Sie alle haben ihn - aber keiner wollte ihn wirklich haben, den "Preis der beleidigten Zuschauer". Zehn Mal hat ihn der Kölner Kleinverleger August Hofmann auf der Buchmesse bereits vergeben.
Heute startet die zweite Staffel von "Big Brother" - aber Kulturkritiker und Moralwächter haben ihr Lamento aufgegeben. Niemand regt sich auf.
Es sollte beginnen mit einer neunminütigen Attacke von Jagdbombern auf den Flughafen Tegel, danach sollten Artillerie die Stadt unter Beschuss nehmen und Pionier-Einheiten an 59 Stellen die Grenze durchbrechen. Bis ins letzte Detail war der Überfall der DDR auf West-Berlin geplant.
Wenn Sozialdemokraten über Grundsätze diskutieren, wird es meist ungemütlich. Gerhard Schröder hat das gemerkt, als er gemeinsam mit dem britischen Labour-Chef Tony Blair ein Papier über die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft verfasste und damit einen Proteststurm seiner Parteibasis entfesselte.
Die früheren SED-Politbüromitglieder Günter Schabowski und Günther Kleiber sind zum zehnten Jahrestag der deutschen Einheit auf freiem Fuß. Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen begnadigte sie am Mittwoch mit Wirkung zum 2.
Freunde fürs Leben werden die beiden wohl nicht mehr. Als sie sich im Sommer 1990 kennen lernten, prallten ihre Biografien und Interessen aufeinander.
Live-Übertragungen aus dem Krankenhaus, Hochglanz-Reportagen aus dem Dschungel, wahre Familiengeschichten im Spielfilmformat - so sieht die Zukunft des deutschen Fernsehens aus. Mit einer Rückkehr zum Dokumentarfilm und einer Mischung aus Bildungsfernsehen und Schauspiel wollen die Sender neue Quotensiege erringen.
Die Berichterstattung über Aktenvernichtungen im Bundeskanzleramt hat erste Auswirkungen - auf die Arbeit der Presse selbst. Nach Informationen des Tagesspiegel hat die Hamburger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Wochenzeitung "Die Zeit" aufgenommen.
Eigentlich waren die Skispringer schuld. Als sie im Winter 1989/90 um die Wette flogen, da riefen Reporter im Fernsehen: "Die sind super, einfach super.
"Wo viele Vietnamesen sind, da sind immer ein paar schwarze Schafe." Die Reportage über das Leben von Vietnamesen in Deutschland beginnt fast standesgemäß: mit einem Vorurteil.
Es hätte so schön sein können. Die Bundesregierung und der Zentralrat der Juden rufen zur "gesamtdeutschen Bürgerinitiative" gegen rechte Gewalt auf - und in der ersten Reihe steht Zlatko, Star aus dem "Big Brother"-Container.
Die öffentlich-rechtlichen Sender haben es schwer in Ostdeutschland. Besonders das "Erste" leidet darunter, dass viele Sachsen und Mecklenburger private Programme bevorzugen.
Es gibt Orte, die haben die Ruhe gepachtet. Zum Beispiel die Ostseeinsel Hiddensee.
Die Szene erinnerte an einen dunklen Kriminalfilm. Fast geräuschlos parkten am 21.
Das Tischtuch ist zerschnitten. Sigrid Löffler hat das "Literarische Quartett" verlassen - für immer.
Im Hamburger Verlagshaus des "Spiegel" gibt man sich gelassen. "Wir sind Kummer gewohnt", sagt Sprecher Heinz P.
Brandenburger Patrioten durften sich freuen. Jahrzehntelang war die heimliche Hymne ihres Heimatlandes - Titel: "Märkische Heide" - verpönt.
Politikern fällt das Reden nicht schwer. Stundenlang können sie untereinander streiten oder in verbaler Endlosschleife für ihre Ziele werben.
Im zweiten Politbüro-Prozess wird ein rechtskräftiger Freispruch für den SED-Westexperten Herbert Häber immer wahrscheinlicher. In einem Brief an Häber kündigte die Nebenklage an, keine Revision gegen das Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Freitag einzulegen.