Alle wollen nach oben, dort gibt es Prestige und Geld. Doch der Weg dahin ist lang, mühsam und teuer.
Alfons Frese
Der Tarifstreit in der Metallindustrie geht weiter.
Erst Edeka, jetzt Schlecker und demnächst vielleicht Aldi oder Metro - der Handel entdeckt das Autogeschäft, und die Autoindustrie stöhnt auf und zieht vor Gericht. Kein Wunder, denn Hersteller und Autohändler leben ganz gut vom exklusiven Vertrieb, den in der EU die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) schützt: Jeder Hersteller kann sich einen Händler aussuchen, der nur seine Marke verkauft und sich dabei auch noch auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt.
Die 570 000 Beschäftigten in der westdeutschen Chemieindustrie bekommen von April an 3,3 Prozent mehr Lohn. Damit verständigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf den höchsten Tarifabschluss seit 1995, damals hatte es 3,8 Prozent mehr Geld gegeben.
Der Anspruch an den Nachfolger ist schlicht: "Er muss besser sein als ich." Aber ist das möglich?
Jürgen Schrempp trat müde und etwas zerknittert vor die Daimler-Chrysler-Aktionäre. So, als käme er gerade von einer mehrtägigen Baustellenbesichtigung: In Tokio die hochverschuldete Mitsubishi Motor inspiziert und in den USA den Sanierungsstand bei Chrysler und Freightliner überprüft.
Die IG Metall macht Krawall. Die Zahl der Streikenden steigt von Tag zu Tag und den Arbeitgebern hat die Gewerkschaft ein Ultimatum gestellt: Entweder legen die bis Mitte April noch deutlich was drauf auf ihr Zwei-Prozent-Angebot, oder die Verhandlungen werden für gescheitert erklärt.
Hoffentlich kommt kein Regen. Denn das Wasser könnte einen Weg in den Kofferraum finden, dort ein Steuergerät nässen und damit den ganzen Wagen lahmlegen.
Alle Jahre wieder tut das Tanken richtig weh. Im vergangenen Frühjahr stiegen die Energie- und damit die Benzinpreise auf deutlich über zwei Mark.
Seitdem die IG Metall für ihre Lohnforderung von 6,5 Prozent wirbt, hängt ein düsteres Szenario über der Tariflandschaft: Ein Arbeitskampf mitten in der Rezession, ein hoher Lohnabschluss, der die ersten Andeutungen einer Frühjahrskonjunktur abwürgt und die Chancen des Bundeskanzlers auf die Wiederwahl weiter reduziert; außer Edmund Stoiber kann das niemand wollen. Auch die Arbeitgeber nicht, die deshalb erstmal Entwarnung gegeben haben.
Ein wenig unfreundlich ist das schon, was Heinrich von Pierer über die Arbeitsämter sagt. Die einzigen von den Ämtern geschaffenen Jobs seien die der 88 000 Arbeitsamtsmitarbeiter, lästert der Siemens-Chef.
Ein guter Monarch zeichnet sich durch drei Dinge aus: die Auswahl des passenden Nachfolgers, den rechtzeitigen Rückzug sowie die Übergabe eines wohlorganisierten Reichs. Ferdinand Piëch, über neun Jahre Alleinherrscher in Wolfsburg, hat fast alles richtig gemacht.
Was ist noch schlimmer als ein Parteifreund? Ein Gewerkschaftskollege.
Der designierte DGB-Chef geht erstmal in Kur. Für vier Wochen zieht sich Michael Sommer zurück, um sich für den Job als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes vorzubereiten.
Jürgen Schrempp ist kleinlaut geworden. Prognosen traut er sich nicht einmal mehr für die nächsten drei Monate.
Ist es bittere Ironie oder doch eher eine selbstbewusste Art, mit leeren Taschen übers politische Minenfeld zu laufen? Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Volkmar Strauch glaubt an eine "Vorreiterrolle", in der die klamme Hauptstadt sich profilieren könnte: "Politik ohne Geld - da können die anderen von uns lernen", meint die rechte Hand von Gregor Gysi.
Wirtschaft: Bündnis für Arbeit: Ohne Schwung - ohne Aufschwung: Die acht Spitzentreffen im Überblick
Am 7. Dezember 1998 lud Bundeskanzler Gerhard Schröder zum ersten Mal zum Bündnis für Arbeit, bis zum vergangenen Freitag folgten sieben weitere Treffen.
Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, sagt Dieter Schulte bald 50 Jahre nach der Maurerlehre - und geht in den Ruhestand. Er hat einen guten DGB-Chef abgegeben.
Gerhard Schröder wird am Sonntagabend einen liebenswürdigen Gastgeber abgegeben haben. Doch Charme und Überzeugungskraft gelten so viel nicht in der rauen Welt des Kapitals; da geht es mehr um Wirtschaftlichkeit und kalkulierbares Risiko.
Wenige Tage vor den Gesprächen im Bündnis für Arbeit wächst der Druck auf die Gewerkschaften zur Lohnzurückhaltung. Die Bundesregierung will in ihrem Jahreswirtschaftsbericht für maßvolle Tarifabschlüsse plädieren und der Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, forderte angesichts der hohen Arbeitslosigkeit moderate Lohnabschlüsse.
Politik ist das Bohren dicker Bretter. Falls der EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti dies noch nicht gewusst haben sollte - die Reform der berüchtigten Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) für den Autovertrieb klärt ihn auf.
Verliert der Bundeskanzler die Nerven? Oder löst sich Gerhard Schröder doch noch aus dem Sog der negativen Nachrichten?
Hinter den Aufruf konnte sich fast die ganze Republik stellen: "Deine Stimme für Arbeit und soziale Gerechtigkeit." So wandte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund vor vier Jahren ans Wahlvolk.
Schlechte Nachrichten für Walter Riester. An diesem Mittwoch wird die Bundesanstalt für Arbeit eine Arbeitslosenzahl für Dezember von knapp vier Millionen melden.