Sie suchen einen Job? Und Sie müssen dummerweise noch zehn Jahre arbeiten?
Alfons Frese
Wo sitzt der Schurke, der uns die Arbeitslosigkeit einbrockt? Ist es der Unternehmer, der keine Leute einstellt?
Gerhard Schröder hatte sich das so schön vorgestellt. Zum 1.
Jürgen Schrempp hat Wort gehalten. Der Vorstandsvorsitzende von Daimler-Chrysler und sein wichtigster Helfer, Chrysler-Chef Dieter Zetsche, sind am ersten Milestone ihrer Sanierungsetappe angekommen.
Politiker sind Berufsoptimisten. Sie sind geradezu gezwungen, ein schönes Bild von der Zukunft zu entwerfen; andernfalls würde ihnen das Volk das Vertrauen entziehen.
Bernhard Jagoda (CDU) macht Gerhard Schröder (SPD) Mut. Der Bundeskanzler, so ruft ihm der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit aus Nürnberg zu, solle ruhig an seinem Ziel von 3,5 Millionen Arbeitslosen im kommenden Jahr festhalten.
Peter Hartz hatte die Schwierigkeiten kommen sehen. Der für das Personal zuständige VW-Vorstand meinte schon vor Wochen, das Modell "5000 mal 5000" bringe ziemlich viel Innovation auf einmal.
Alan Greenspan gibt Entwarnung. Nach fünf großen Schritten seit Beginn des Jahres hat die amerikanische Notenbank nun das Tempo gedrosselt und beim sechsten Mal den Leitzins nur um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.
Vielleicht helfen die Ölscheichs dem Kanzler. Der Preis für das Schmiermittel der Industriegesellschaften sinkt zurzeit kräftig, und prompt fällt auch die deutsche Inflationsrate.
Ihr gebt mir die Zustimmung zur Einführung einer privaten Altersvorsorge, dafür kriegt ihr eine Reform der Mitbestimmung. So sprach Walter Riester und vereinbarte mit den Gewerkschaften ein Geschäft.
Zum Thema Online Spezial: Machtwechsel in Berlin Wie hältst du es mit der ÖTV? Diese Frage muss sich ein Regierender Bürgermeister nicht mehr stellen - weil die ÖTV in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgeht.
Ferdinand Piëch, der Chef des größten europäischen Autoherstellers, will sich auf keinen Fall mit der größten europäischen Gewerkschaft anlegen. Deshalb haben VW und IG Metall vor Jahren die Vier-Tage-Woche erfunden und damit rund 30 000 Arbeitsplätze retten können.
Die Autoindustrie ein "reifer" Wirtschaftsbereich auf gesättigten Märkten mit entsprechend wenig Wachstumspotenzial? Deutschland ein häßlicher Standort, reguliert und teuer, der die Unternehmen in die Flucht schlägt?
Das ist bitter. Zum zweiten Mal binnen weniger Jahren brummt die EU-Kommission VW eine Millionenstrafe auf.
"Wir sind fit". Eine solche Aussage eines Postbeamten hätte vor einigen Jahren noch ziemliches Erstaunen provoziert.
Selbstverständlich wirken sich BSE und MKS auf Wirtschaft und Wachstum aus, zum Beispiel auf die Fahrzeugindustrie. Voraussichtlich 40 000 Transporter werden wegen der Tierseuche in diesem Jahr nicht an Landwirte und Spediteure verkauft.
Wie sich die Fälle gleichen: Eine Übernahme in Großbritannien, mit der neuen Tochter endlich auf den US-Markt. So ist die Situation bei RWE und Eon, den deutschen Energiekonzernen, die langsam die Welt entdecken.
Die Lehrer sind faule Säcke. Basta.
Man muss ein paar Leute kennen, wichtige Leute mit Einfluss und Kontakten. Die versammelt man ab und zu, diskutiert ein paar Ideen, bringt etwas Geld ins Spiel und schon ist ein Netzwerk geknüpft.
Die Reifen? Ja doch, die Reifen.
Muss denn das sein, fragen sich die Flugreisenden in der Wartehalle, dass ein Jumbo-Pilot künftig 600.000 Mark im Jahr bekommen soll und ein erster Offizier im Lufthansa-Cockpit sein Berufsleben mit 135 000 Mark beginnt?
Der Nachfolger muss nur ein Kriterium erfüllen: "Er muss besser sein als ich." Da sich Ferdinand Piëch aber für einen der Besten hält, liegen die Kandidaten nicht gerade auf der Straße.
Es ist geschafft. Nach sechstägigen Kongressmühen, unzähligen Regularien und Abstimmungen, Reden und Grußworten, Abschieds- und Eröffnungsfesten fahren die Gründer der neuen vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi heute nach Hause.
Arbeitslosigkeit hat viele Ursachen, entsprechend gibt es nicht das Rezept für mehr Arbeitsplätze. Doch erstaunlich ist gleichwohl, dass über Strategien gegen die Massenarbeitslosigkeit seit Jahren diskutiert wird und überzeugende Instrumente noch immer fehlen.