Der Blick zurück soll die nötige Kraft für den Sprung nach vorn bringen. Ein Videofilm zeigt zu Beginn des Gewerkschaftskongresses ein paar Höhepunkte der eigenen Geschichte, zum Beispiel den DAG-Chef Roland Issen Hand in Hand mit der HBV-Vorsitzenden Margret Mönig-Raane, wie sie Demonstranten anfeuern: "Hände weg vom Ladenschluss.
Alfons Frese
Der Name:Verdi ist die Abkürzung für Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft. Der Name ist Programm, denn unter dem Dach der neuen Organisation werden sowohl private als auch öffentliche Dienstleistungen angesiedelt.
Für Wolfgang Rupf wird es jetzt ganz eng. Der Chef der Bankgesellschaft Berlin, der gestern vielleicht noch glaubte, mit der Ablösung einer Handvoll Vorstände etwas Luft zu bekommen, gerät immer tiefer in den Strudel der Affäre um eigenartige Bankgeschäfte.
Mit großen Worten soll das kleine Resultat kaschiert werden. Der Bundeskanzler ist ganz begeistert über das tolle Wachstum im Lande und erklärt die "außerordentlich positive Entwicklung" zum Erfolg des Bündnisses für Arbeit.
"Oft sind Doppel dann besonders erfolgreich, wenn die Partner unterschiedliche Eigenschaften haben". Ein Zitat aus dem Jahr 1998, ein Zitat von Gerhard Cromme und Ekkehard Schulz, mit dem sie sich als Führungsduo von Thyssen-Krupp vorstellten.
Jürgen Schrempp bleibt sich treu. Keine Spur von Zweifeln an der eigenen Strategie: In drei Jahren soll der Konzern einen Gewinn von knapp 18,5 Milliarden Mark einfahren.
Wozu brauchen wir einen Bundeswirtschaftsminister? Diese Frage stellt sich der parteilose Werner Müller auch: Er wolle nicht zurücktreten, doch auch "nicht wirkungslos" sein.
Manchmal ist eine schlechte Nachricht besser als gar keine Nachricht. In diesem Sinne ist die überraschende Mitteilung über den Stellenabbau bei Chrysler zu begrüßen; die täglichen Spekulationen über die Zahl der bedrohten Arbeitsplätze und Fabriken wurden unerträglich.
Hart oder weich? Diese Frage über die Art der Landung der US-Wirtschaft nach ihrem zehnjährigen Höhenflug hat sich erledigt.
Der Streit um die Mitbestimmung wird personalisiert, Minister Müller bringt sich gegen Minister Riester in Stellung, am 14. Februar will das Kabinett beschließen.
Der Fortschritt ist eine Schnecke, und so richtig langsam geht es auf dem Arbeitsmarkt zu. Immerhin: Im Jahr 2000 gab es so wenig Arbeitslose wie zuletzt 1995.
Die Stimmung wird auch der Porsche GT2 nicht retten. Das Monstrum aus Stuttgart - 462 PS zum Preis von 339 000 Mark - gehört zu den Stars der Auto Show in Detroit, wo kommende Woche die Branche ihre neuesten Produkte präsentiert.
Das waren noch Zeiten, als die Schreibmaschine mit Kugelkopf an der Spitze des technischen Fortschritts stand und der VW-Käfer zum meistgebauten Auto der Welt wurde. Im Jahr 1972 kannte niemand Globalisierung, Outsourcing und New Economy.
Jeden Tag einen schlechte Nachricht - Jürgen Schrempp braucht in diesen Wochen ein dickes Fell. Oder gute Nerven.
Was unterscheidet Jürgen Schrempp von Edzard Reuter? Der eine war Chef der Daimler-Benz AG, der andere führt die Daimler-Chrysler AG.
Mit Fusionen ist das so eine Sache. Niemand erfährt das gegenwärtig so brutal wie Jürgen Schrempp, dessen "Hochzeit im Himmel" nach nur zwei Jahren in einer derartigen Beziehungskrise steckt, dass man sich ernsthaft Sorgen um den Partner Chrysler machen muss.
Die ÖTV ist in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestolpert. Da ist es nur folgerichtig, dass der Vorsitzende der Gewerkschaft die Verantwortung übernimmt und geht.
Eine Ruck-Rede hat gefehlt. Doch ÖTV-Chef Herbert Mai ist kein mitreißender Rhetoriker.
Das ÖTV-Mitglied Gerhard Schröder will es, der ÖTV-Chef Herbert Mai sowieso und die Basis, also die rund 1,5 Millionen Mitglieder, wollen es auch. Warum tut sich dann die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) so schwer mit der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi)?
Es kommt der Zeitpunkt, da sind der Worte genug gewechselt. "Wir werden das machen.
Ferdinand Piëch oder Jürgen Schrempp - wer macht das Rennen? Welcher Konzernlenker hat die schlüssigere Strategie, welches Unternehmen die bessere Perspektive?
Was für ein Coup! Ziemlich spontan und gleichsam über Nacht für gut 100 Milliarden Mark eine Firma kaufen - das ist selbst für "Neutronen Jack" ungewöhnlich.
Die Umfrageergebnisse kommen gerade recht: Die Konjunktur verliert Schwung, die Investitionsbereitschaft sinkt, Umsatzerwartungen werden nach unten korrigiert. "Jetzt ist die Wirtschaftspolitik am Zuge", resümiert der Bundesverband der Deutschen Industrie seinen neuesten Konjunkturreport.
Rein oder raus? Die richtige Antwort auf die Frage ist viel wert.