Für eine Investorin wagt sich der Bürgermeister von Werder schon einmal aufs Glatteis. Und dabei gelang Werner Große ein besonderes Kunststück: Er bat die in Zypern geborene Geschäftsfrau Suzanne Melas auf einen mit Kufen präparierten Stuhl und drehte mit ihr mehrere Runden auf der neuen städtischen Eisbahn.
Claus-Dieter Steyer
Zumindest zur Hälfte entspricht der Brandenburger Maßregelvollzug seit gestern internationalen Standards. Denn für etwa 20 Millionen Euro entstanden auf dem Gelände der Landesklinik in Brandenburg/Havel mehrere Gebäude zur Unterbringung und zur Therapie psychisch kranker Straftäter.
In den Fernsehnachrichten aus Kabul wirkt die Bundeswehr überzeugend: gut vorbereitet, straff organisiert, im Auftreten diszipliniert. Doch wie sieht es abseits der internationalen Arena aus?
Käse mit Basilikum und Knoblauch oder mit Pfeffer und ganzen Senfgurken dürfte ziemlich einmalig sein. Doch die Erfindung aus der Bauernkäserei im kleinen Dorf Bandelow an der nordöstlichen Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern schmeckt vielleicht nicht gleich nach dem ersten Biss, aber nach dem zweiten ganz gewiss.
Eine Seenkette soll in der Lausitz entstehen, dort, wo einst Riesenbagger die Erde umpflügten - und zwar mit Häusern auf dem Wasser, damit die Ufer zum Promenieren frei bleiben. "Die Bewohner erreichen ihre schwimmenden Häuser über einen Steg oder ein Boot und somit bleibt der Uferweg für Wanderer und Radfahrer frei", sagt Landschaftsplaner Professor Rolf Kuhn und gerät auf einem Symposium mit Kollegen und Kommunalpolitikern der Lausitz geradezu ins Schwärmen: Häfen für Hausboote und Yachten, sieht er, Steilufer, Buchten, Naturschutzgebiete, Gebiete für Motorsport, Seeterrassen, Leuchttürme, Schleusen und Brücken zur Verbindung der zehn künftigen Seen zwischen Senftenberg, Hoyerswerda und Schwarze Pumpe.
Im Selbstlauf wird sich für einen erneuten Anlauf zu einer Länderfusion Berlin-Brandenburg keine Mehrheit finden. Dafür haben sich am Rande Berlins unbemerkt zu viele städtebauliche und wirtschaftliche Probleme angehäuft.
Brandenburgs Bauern lassen sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen. Mit beneidenswerter Gelassenheit stecken sie die aufgeflammte BSE-Aufregung weg wie einen kleinen Kratzer an einem ihrer großen Traktoren.
Nach dem dritten Brandenburger BSE-Fall kämpfen Landwirte, Schlachtbetriebe und der Handel gegen die Verunsicherung der Kunden. Im Fleischzentrum Lausitz in Kasel-Golzig bei Luckau wurde gestern auf veränderte Schlachtmethoden verwiesen.
Nach einer bangen Nacht konnten sich die Landwirte von Großwoltersdorf gestern Nachmittag über gute Nachrichten aus Potsdam freuen: Das dortige Veterinär- und Lebensmittelkontrollamt hatte seine Tests an 80 Rinderhirnen abgeschlossen, und das Ergebnis lautete: BSE-negativ. Die Tiere waren am Mittwoch notgeschlachtet worden, weil sich bei einem Tier der Kohorte der Verdacht auf Rinderwahnsinn bestätigt hatte - nach langer Zeit der Ruhe wieder ein Fall der Seuche.
BSE-Alarm in Brandenburg: Zum dritten Mal seit Januar vergangenen Jahres wurde die Krankheit bei einem Rind im Land festgestellt. Die betroffene Kuh stammt aus einem Landwirtschaftsbetrieb in Großwoltersdorf bei Gransee.
Keine Schlangen: Eher ruhig startete der Silvesterböller-Verkauf. Nur wenige Kunden trugen schon gestern Knaller und Raketen nach Hause, der große Andrang wird erst für Montag erwartet.
Am Heiligen Abend kann sich das sorbische Christkind zur Ruhe setzen. Die Familien bleiben unter sich.
Das Weihnachtspostamt Himmelpfort an der nördlichen Brandenburger Landesgrenze steuert auf einen Rekord zu. Mehr als 210 000 Briefe und Karten aus aller Welt sind seit der diesjährigen Eröffnung Ende November eingetroffen und zum größten Teil beantwortet worden - 30 000 mehr als beim vergangenen Weihnachtsfest.
Eigentlich war alles klar, doch nun kommt es anders: Statt eines Erlebnisrestaurants entsteht im historischen Kaiserbahnhof von Potsdam eine Managementakademie für Führungskräfte. Bauen will die Deutsche Bahn AG als Bahnhofbesitzerin höchstselbst, wie jetzt mitgeteilt wurde.
Ab heute Nachmittag dürfte es leer werden in Prenzlau: Kein Brummi- oder Pkw-Fahrer muss sich mehr auf dem Weg zur oder von der Ostsee durch die Kreisstadt quälen, weil dann der rund 27 Kilometer lange Brandenburger Abschnitt der neuen Autobahn A 20 Lübeck-Stettin (Szczecin) eröffnet wird. Um ungefähr eine Stunde wird sich die Reisezeit zwischen Berlin und Usedom beziehungsweise Rügen verkürzen.
Wer die einzig erhaltene "Reichsautobahn-Tankstelle" aus der Nähe betrachten will, muss gut zu Fuß sein: eine ordentliche Zufahrt gibt es nicht mehr, Schutzplanken versperren den Weg, dahinter rollt der Verkehr. 1937 eröffnet, überstand die frühere Tankstelle an der Ausfahrt Fürstenwalde auf halber Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) als einziges Werk des Architekten Friedrich Tamms die Wirren der Zeit.
Die meisten vorbereiteten Protestplakate und Transparente blieben gestern in der Gedenkstätte Sachsenhausen zusammengefaltet oder eingerollt. Offensichtlich hatte das neue Museum über das sowjetische Speziallager, das von 1945 bis 1950 auf dem Gelände des früheren KZ bestand, die Mehrheit der Überlebenden und ihre Angehörige überzeugt.
Der Glanz des 1945 spurlos verschwundenen Bernsteinzimmers muss überwältigend gewesen sein. Schon sein Modell im Maßstab 1:12 blendet die Augen.
Die Aufregung in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Oranienburg war groß. Ein Kurier des Russischen Staatsarchives hatte sich zur Übergabe wertvoller Dokumente angemeldet.
Ein Horrorszenario machte gestern in Premnitz die Runde. Möglicherweise steht der ganze Chemiestandort mit mehr als 600 Arbeitsplätzen vor dem Ende.
Strömender Regen und kalter Wind störten die Hunderten von Trauernden nicht. Still und ernst verfolgten sie gestern auf dem Alten Markt in Potsdam der Übertragung der offiziellen Trauerfeier für Regine Hildebrandt.
Mit einer bewegenden Trauerfeier in der Woltersdorfer St. Michael-Kirche haben Angehörige, Freunde, politische Weggefährten und viele Einwohner gestern Nachmittag Abschied von Regine Hildebrandt genommen.
Die Sozialdemokraten bleiben in den Brandenburger Rathäusern bestimmende Kraft. Nach der gestern abgeschlossenen ersten Runde der Bürgermeisterwahlen in 43 Orten setzten sie sich in 17 Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern durch.
Was polnische Taxifahrer schaffen, ist für ihre deutschen Kollegen offenbar auch kein Problem: Sie lassen sich ihre Geschäfte mit den Schnäppchenjägern an der Grenze nicht vermiesen. Denn die sollen in ihre Autos und nicht etwa in einen billigeren Bus einsteigen.