Jörg Kachelmann ist freigesprochen, die Diskussion eröffnet: Um neue Grenzen für die Medien, Fehlbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit der Justiz, die Ängste von Frauen, Vergewaltigungen anzuzeigen. Und nicht zuletzt um die persönlichen Folgen für die Betroffenen.
Jost Müller-Neuhof
Jörg Kachelmann ist freigesprochen, die Diskussion eröffnet: Um neue Grenzen für die Medien. Um Fehlbarkeit und Öffentlichkeitsarbeit der Justiz und die Ängste von Frauen, Vergewaltigungen anzuzeigen. Und nicht zuletzt um die persönlichen Folgen für die Betroffenen.
Jubel nach dem Urteilsspruch: Jörg Kachelmanns Schuld ist nicht zu beweisen, es steht Aussage gegen Aussage. Doch nachdem Richter Seidling seine Begründung vorgetragen hatte, wurde es sehr still im Saal. Es ging um Wahrheit – und den Schmerz, sie nicht zu finden.
Im Prozess gegen Jörg Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung wird das Landgericht Mannheim am Dienstag sein Urteil verkünden. Ein Überblick über die wichtigsten Beweismittel.

In Mannheim findet am Dienstag der spektakulärste Strafprozess der vergangenen Jahre ein vorläufiges Ende. Wer Täter ist und wer Opfer in diesem Prozess, mag unklar bleiben. Sicher ist, hier kämpft eine Lügnerin gegen einen Spieler.

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann hat die Verteidigung Freispruch beantragt. Anwalt Johann Schwenn sieht keinen einzigen Beweis für eine Schuld seines Mandanten.
Im Prozess gegen Jörg Kachelmann fordern die Ankläger eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Sie halten die Aussage der Nebenklägerin insgesamt für glaubhaft. Auch die Indizien sprächen gegen Kachelmann.
Die Staatsanwälte wollen wohl einen Schuldspruch für Jörg Kachelmann – er selbst möchte vor seinem Urteil die Medien auf Linie bringen.
Kachelmann sagt im Gericht vorerst nichts zum Tatgeschehen – dafür hat er seinen Humor wiedergefunden

Guttenbergs aufgeblasenes Werk ist die Fälschung eines akademischen Betrügers. Koch-Mehrin fertigte eine Karrieredissertation und schrieb dafür aus Historikerhandbüchern ab ohne zu kennzeichnen. Für den Doktorentzug mag das reichen – auch für den Rücktritt?

Das Urteil zum Weddinger Gymnasium wird bald erwartet. Die Klage eines muslimischen Schülers hat Aussicht auf Erfolg.

"Es blieb keine andere Möglichkeit als eine Freilassung", sagt Gisela von der Aue zum Streit um die unterbliebene Untersuchungshaft für Torben P. Der angeklagte U-Bahnschläger wird unterdessen massiv bedroht.

Die unter Plagiatsverdacht stehende FDP-Politikerin Koch-Mehrin ist von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Graf Lambsdorff will ihr Nachfolger im Europaparlament werden.
Silvana Koch-Mehrin will den Neuanfang ihrer Partei erleichtern – Plagiatsvorwürfe belasten sie

Mehrere Plagiatsvorwürfe werden gegen die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin erhoben. Jetzt droht ihr die Aberkennung ihres Doktortitels.
Kurz vor dem FDP-Parteitag in Rostock muss die FDP ein weiteres Problem verkraften: Die Universität Heidelberg will offenbar der Europapolitikerin und bisherigen Vorzeigeliberalen Silvana Koch-Mehrin den Doktortitel aberkennen.
Wie die Verwahrung gefährlicher Täter künftig auszusehen hat – und wer zahlt

Wer international die Rechtsstaatsidee verteidigt, muss bei der Sicherungsverwahrung ins Grübeln kommen. Ohne erkennbaren Sicherheitsgewinn wurden immer mehr Menschen in die Verwahrung gedrängt, die sich so anfühlt wie eine Todesstrafe bei lebendigem Leib.

Das bloße Wegsperren gefährlicher Täter hat ein Ende. Und die Richter verbeugen sich vor Europas Recht

Das Bundesverfassungsgericht kippt die Gesetze zur Sicherungsverwahrung Schwerkrimineller und fordert Reformen. Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) sieht Berlin gut vorbereitet auf Entlassungen von gefährlichen Straftätern

Was darf eine Nation sich herausnehmen, um auch außerhalb des eigenen Territoriums gegen seine Feinde vorzugehen? Eine juristische Analyse nach der tödlichen Attacke auf Osama bin Laden.
Wie sich die US-Attacke mit Völkerrecht verträgt
Zwei Gewalttaten durch junge Männer innerhalb von 24 Stunden in Berlin heizen die Diskussion um Jugendgewalt und ihre Ursachen an. Schon nach einer Attacke vor zwei Monaten hatten Politiker mehr Sicherheit auf den U- und S-Bahnhöfen gefordert.
Wenn Spitzenleistung zur Durchschnittsnorm wird, entfaltet sich ungeheurer Druck und notwendige Enttäuschung greift Platz. Gelassenheit muss nicht Gleichgültigkeit sein. Man kann Kinder auch lieben, indem man für sie da ist, ohne sich um sie zu kümmern.