
Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt meint: Statt Thilo Sarrazin anzupöbeln und aus ihrem Viertel zu jagen, sollten die Kreuzberger ihn einfach stehen lassen.

Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt meint: Statt Thilo Sarrazin anzupöbeln und aus ihrem Viertel zu jagen, sollten die Kreuzberger ihn einfach stehen lassen.
Als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist das Netzwerk Quadriga organisiert, aber zutreffend ist eigentlich nur das Wort beschränkt. Statt als gemeinnützig erweist sich der Laden eher als gemeingefährlich, und zwar für seine Mitglieder, Förderer und Funktionäre, aber auch für die deutsche Außenpolitik.

Die Grünen wollen den Doktortitel aus dem Personalausweis streichen lassen. Was fällt ihnen als nächstes ein? Und was sagt das über die Partei aus?
Der Quadriga-Preis ehre Vorbilder, Persönlichkeiten, deren Handeln auf Werten beruht, heißt es. Für welche Werte steht Wladimir Putin? Die Quadriga hat auf ihrem Ausflug nach Moskau einen Totalschaden erlitten.

Citius, altius, fortius – so lautet das offizielle Motto der Olympischen Spiele, und so sieht mancher auch Berlin: immer schneller, höher, stärker.
Der Westen hat gewonnen, der Osten hat verloren, kennen wir ja schon. Um die Flugrouten wird ein Ost-West-Getöse gemacht, das aber eigentlich gar nichts mit einem klassischen Ost-West-Konflikt gemein hat.
Mit Karl Lagerfeld über die Modestadt Berlin zu sprechen, kann ziemlich lustig sein. Von der Avantgarde-Haltung der Nachwendejahre hält er nicht viel, „Pfff!

Die CDU widerruft ihre Irrlehren bezüglich der Hauptschulen - genauso panisch wie alles andere. Man müsse die Wirklichkeitsveränderung zur Kenntnis nehmen. Die Wirklichkeit in Schulen ist allerdings vor allem ein riesiges Durcheinander.
Nach der Trunkenheitsfahrt des Wahlkampfleiters von Renate Künast stürzt sich die politische Konkurrenz voller Häme auf die Grünen. Mildernde Umstände gibt es nicht, auch nicht für Künast.
Fast alle haben es gewollt: Die Brandenburger sind dem Ministerpräsidenten ihrer Wahl immer auf seinem Weg gefolgt sind, in Kenntnis aller Vorwürfe, Unterlagen und Aussagen.

Das Netz ist nicht "politisch", "kreativ" oder "innovativ", wie es in der Begründung für den Online-Award für "Guttenplag Wiki" heißt, findet Lorenz Maroldt. Es ist die Metaplattform des Plagiats.

Gregor Gysi versucht das Thema Linke und Antisemitismus mit einem Fraktionsbeschluss zu beenden. Vergeblich. Die unscharfe Abgrenzung zu Extremisten durchzieht die Partei wie einst die Mauer Berlin.
Zehn Jahre ist Klaus Wowereit im Amt. Für die rot-rote Koalition gilt heute das Gleiche wie damals für die schwarz-rote: Es ist aus, aus und vorbei. Am Ende der Ära Rot-Rot steht allerdings kein großer Skandal, sondern nur eine Wahl.

Irgendein Auto brennt eigentlich jede Nacht in Berlin. Frank Henkel, Spitzenkandidat der Berliner CDU, fordert inzwischen "Null Toleranz" für die Brandstifter. Eine gute Idee - nicht, weil "Null Toleranz" gut ist, sondern weil das Thema in den Wahlkampf gehört.
Auf einmal steht Berlin in Deutschland wieder so ähnlich da wie Griechenland in Europa, als verschwenderischer, fauler und ein bisschen auch asozialer Nachbar, der zwar gerettet wird, zähneknirschend, aber nur um den Preis seiner Haushaltskapitulation.
Die Pläne für das Mercedes-Gebäude widersprechen in wichtigen Punkten einem erfolgreichen Bürgerentscheid in Friedrichshain-Kreuzberg. Man darf über den Bau sauer sein. Die Gründe, die gegen das Hochhaus vorgebracht werden, sind allerdings noch schlechter.

Was ist eigentlich so schwer daran, einen Polizeipräsidenten für Berlin zu finden? Klare Antwort: Der bisherige war zu gut.
Sage niemand, die FDP bleibe sich nicht treu. Mühelos gelingt es ihr, am ersten Tag nach dem großen Ämtertausch ihr Profil als verwirrte Versammlung freier Demokraten zu schärfen.

Was geschah wirklich in Seehofers Keller? Es gibt heftigen Streit um den Henri-Nannen-Preis für „Spiegel“-Autor René Pfister.

Ein Ranking wird es nicht geben. Die Vergleichstests an Schulen, "Vera" genannt, werden nicht veröffentlicht. Ein knallharter Wettbewerb zwischen Schulen ist zwar unsinnig. Gegenüber Eltern ist es andererseits entmündigend, ihnen Daten über die Qualität der Schule vorzuenthalten.

Torben P. nach dessen Prügelattacke bis zum Prozess frei zu lassen, ist für Lorenz Maroldt nicht nur menschlich schwer vermittelbar, es ist auch juristisch nicht zwingend, schreibt er im aktuellen Kontrapunkt.
Vielleicht war Frank Schaefer ja gar nicht ein so guter Erstligatrainer. Zu weich für’s Geschäft, taktisch ein Amateur, ohne Autorität bei den Spielern, ein Zweifler, zunehmend Verzweifelter.
Sarrazin bedauert – aber was? Es lag ihm fern, Migranten zu diskriminieren. Abgesehen von nutzlosen Obsthändlern, die Kopftuchmädchen produzieren? Nur wer sein Buch tatsächlich nicht kennt, kann damit zufrieden sein, wie der Streit mit der SPD beigelegt wurde.
Die Grünen in Baden-Württemberg haben sich als vertrauenswürdige Regierungspartei schon disqualifiziert, bevor sie überhaupt Regierungspartei sind.
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