Der Junge hieß Mathias Rust. Er kam aus Deutschland.
Malte Lehming
Fidel Castro hat nichts dagegen. Das jedenfalls sagen zwei amerikanische Senatoren, die in der vergangenen Woche in Kuba waren.
Seine Gesichtszüge lassen sich schwer deuten. Seit dem Attentat vor 24 Jahren, verübt von einem rassistischen Sittenwächter, sitzt Larry Flynt im Rollstuhl.
Der Schein trügt. So lautet eine gängige Prognose.
Schon wird Bilanz gezogen. Der Krieg in Afghanistan war ein voller Erfolg, heißt es.
Wo sich der Terror-Fürst Osama bin Laden derzeit versteckt hält, ist unbekannt. Zuletzt gesehen wurde er am vergangenen Freitag in der Region um Tora Bora, einer weit verzweigten Bergfestung in Ostafghanistan.
Der Terrorist zielt wahllos auf Wehrlose. Seine Tat ist ein Verbrechen, das sich nicht entschuldigen lässt.
Auf Anschlag folgt Anschlag, auf Vergeltung Vergeltung, auf Friedensinitiative Friedensinitiative. Für die meisten Beobachter ist der Nahost-Konflikt so deprimierend wie langweilig geworden.
Fünf Prozent der Ärzte sind schlichtweg verrückt, heißt es. Schon rein statistisch gesehen sei es deshalb gut möglich, sagt der Berliner Mikrobiologe Helmut Hahn, dass hinter den Milzbrand-Briefen in den USA ein hochrangiger US-Forscher stecke.
Für jeden Krieg gilt eine oberste Regel: Es gibt keine Regel. Begriffe wie "umfassendes Gesamtkonzept" oder "schlüssige Strategie" täuschen eine Klarheit vor, die nicht existiert.
Das ist nach wie vor die oberste Devise der US-Regierung: Nerven behalten. Denn die Situation in Afghanistan wird täglich unübersichtlicher.
Es gab mal eine Zeit, in der den Russen nicht zu trauen war, grundsätzlich nicht. Das jedenfalls sagten die Regierungen im Westen.
Sie gaben sich die Hand. Worte wurden nicht gewechselt, aber die Geste war bezeichnend.
Wer war der Erste? Wer rief am 11.
Es dürfte nicht oft in der Geschichte der Kriege vorgekommen sein, dass ein Regierungschef seine verbündeten Truppen davor warnt, zu früh erfolgreich zu sein. Eben das jedoch tat der US-Präsident am Sonnabend in New York.
Die Urne besteht aus poliertem Mahagoniholz, ist 13 Zentimeter hoch und eingeritzt wurde lediglich ein Datum: 09-11-01. Das ist die amerikanische Schreibweise für den 11.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Das gilt auch für Geheimdienste.
Ein Datum haben die Bewohner von Masar-i-Scharif noch genau im Kopf: Es ist der 8. August 1998.
Vor einem Monat begann der Krieg in Afghanistan. Die Nato hatte den Bündnisfall erklärt, die Uno ihr Okay gegeben.
Von heute an wird James Dobbins seinen Lebensmittelpunkt im Flugzeug haben. Mehrere Wochen lang wird der 59-jährige US-Spitzendiplomat hin und her reisen zwischen der amerikanischen Ostküste, Pakistan, Usbekistan, Tadschikistan, China, der Türkei, vielleicht dem Iran und anderen Ländern.
In Amerika ist man eher als in anderen Ländern bereit, extreme Meinungen zu dulden. Doch selbst dort sind einige Fragen tabu.
Diplomatie ist das eine - der Krieg das andere. Der Druck auf die Bundesregierung zur militärischen Unterstützung der USA wächst.
Wenn es bei der Aufklärung eines Verbrechens heißt, es würde "jede Spur verfolgt, sämtlichen Hinweisen nachgegangen und keine Möglichkeit ausgeschlossen", dann ist eines sicher: Die Ermittler tappen im Dunkeln. Und so trat denn auch am Freitag in Washington ein spürbar frustrierter FBI-Chef vor die Presse und räumte in den beiden größten kriminalistischen Untersuchungen der US-Geschichte allgemeine Ratlosigkeit ein.
Wer Krieg führt, muss bereit sein, selbst zu sterben: Die Logik, die hinter diesem Satz steht, ist so töricht wie verführerisch. Wer nicht sein eigenes Leben riskiert, soll suggeriert werden, habe kein Recht, das Leben anderer Menschen zu zerstören.