Schauprozess in Teheran, Vergewaltigungen in den Gefängnissen, ungeklärte Foltermorde von Häftlingen – der neue Justizchef des Iran tritt sein Amt in der schwersten Krise der Islamischen Republik seit ihrer Gründung an. Am Samstag wurde Sadegh Laridschani vom Obersten Religionsführer Ali Chamenei offiziell ernannt.
Martin Gehlen
Schauprozess in Teheran, Vergewaltigungen in den Gefängnissen, ungeklärte Foltermorde von Häftlingen – der neue Justizchef des Iran tritt sein Amt in der schwersten Krise der Islamischen Republik seit ihrer Gründung an.
Die Palästinenserorganisation geht im Gazastreifen gegen islamische Fundamentalisten vor. Hamas-Polizisten stürmen ein Gotteshaus. Ein heftiger Schusswechsel folgt. Die Bilanz: 24 Menschen sterben.

Die Sicherheitslage im Irak verschlechtert sich dramatisch. Immer mehr Amerikaner wollen den Totalabzug - auch ein hochrangiger US-Miitär.

Ein halbes Jahr nach dem Ende des Gazakrieges war Martin Gehlen erneut eine Woche im Gazastreifen. Er sprach mit Menschen, die er im Januar, vier Tage nach Ende der Bombardierungen getroffen hatte - Verletzte, Ärzte, Politiker, Experten und Hamaskämpfer. Wie sehen sie heute ihr Schicksal und ihr Leben?

In Kairo ist der Hochsommer fast unerträglich – abends strömen die Menschen auf die Brücken.
EU verurteilt Schauprozess im Iran. Reformgeistlicher prangert Misshandlungen in Gefängnissen an.
Zahlreiche junge Demonstranten sollen in den iranischen Gefängnissen vergewaltigt und misshandelt worden sein. Bereits am Sonntag hatte der Polizeichef des Landes Misshandlungen von Gefangenen eingeräumt.
Zwischen der Europäischen Union und dem Iran bahnt sich wegen des Schauprozesses in Teheran eine scharfe Konfrontation an.
Der Massenprozess gegen mehr als 100 Oppositionelle und Demonstranten vor dem 15. Revolutionsgerichtshof in Teheran ist am Samstag nach einwöchiger Unterbrechung fortgesetzt worden. Unter den Angeklagten waren laut Berichten staatlicher Medien mehrere prominente Reformpolitiker, ein Mitarbeiter der britischen Botschaft sowie eine 24-jährige Französin.
Nun klagt das Regime auch Ausländer an: Es schert sie offenbar weder, was die eigene Bevölkerung denkt, noch was die Welt denkt
Das Regime foltert seine Gegner: Gefangene und ihre Familien berichten über Scheinhinrichtungen und Vergewaltigungen in iranische Gefängnissen. Viele Eltern haben in den letzten Wochen die zerschundenen Leichen ihrer Söhne und Töchter zurückbekommen.

Bei der Vereidigung Ahmadinedschads zum iranischen Ministerpräsidenten bleiben viele Sitze im Parlament leer. Auch die Familie von Staatsgründer Chomeini erweist dem neuen alten Regierungschef nicht die Ehre. Ahmadinedschad lässt das kalt - er warnt seine Gegner.
Ob Diesel oder Esel: Am Schmuggel in den Gazastreifen verdienen viele. Die UN fordern ein Ende der Blockade.

Seit der Blockade 2007 kommen nur noch die wichtigsten Waren nach Gaza, denn Israel kontrolliert die vier offiziellen Grenzübergänge in das Palästinensergebiet. Doch der Schmuggel boomt. Demnächst wird sogar eine Passage für Autos fertig - unter der Erde.

Der Prozess gegen regimekritische Demonstranten in Teheran ruft den Protest der Opposition hervor.
Eine Regierung, die sich auf Schlägertrupps, bewaffnete Motorradkommandos und Folter stützt, kann politisch nicht viel gestalten. Wichtige Teile der Elite und erfahrene Fachleute halten sich abseits. Wie lange das gut geht, lässt sich schwer vorhersagen.
Mittelalterliche Foltermethoden, Geständnisse unter Drogen – führende Politiker in Iran werfen dem Teheraner Regime vor, während der Schauprozesse gegen Oppositionelle Geständnisse erzwungen zu haben.
Bewaffnete haben das Gedenken an die Toten des Protests im Iran verhindert. Ex-Präsident Chatami klagt offen die Justiz an.
Bei einem Einsatz irakischer Sicherheitskräfte gegen Bewohner eines Lagers der iranischen Volksmudschahedin sind mindestens 400 Menschen verletzt worden. In Camp Ashraf leben etwa 3500 Volksmudschahedin, die der schiitischen Führung in Bagdad seit langem ein Dorn im Auge sind.
Zehn Jahre hat er in Moabit getanzt, Bier getrunken und das Filmemachen gelernt. Jetzt macht Maged Jendia Propaganda-Filme für die Hamas.
Die iranischen Behörden haben inzwischen zwar 140 Demonstranten aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis entlassen. Doch am Sonnabend beginnen die ersten Schauprozesse gegen Regimegegner. Ein angesehener Geistlicher erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung.
Die Kabinettsbildung wird für Irans umstrittenen Präsidenten Ahmadinedschad zum Problem: Nach der umstrittenen Wahl und den Protesten sind die Risse in der Elite des Landes zu breiten Gräben geworden, die auch durch das konservative Lager gehen.
Das Land ist winzig, eine Million Einwohner leben hier, vier Fünftel davon sind Ausländer. Bis Mitte der neunziger Jahre war die Halbinsel Qatar ein verschlafener Landstrich.