Berliner Silvesteraufführungen im Radialsystem, im Konzerthaus und in der Komischen Oper.
Rüdiger Schaper
"Zwischenstand“ der Krankheit: Christoph Schlingensief im Gorki Theater.
Die nominierten Stücke des Berliner Theatertreffens stehen fest, es handelt sich um zehn bemerkenswerte Inszenierungen.
Ein Buchtipp, nicht nur für Italien
Vor anderthalb Jahren, beim Berliner Beckett-Festival, kam es zu einer denkwürdigen Begegnung. Martin Esslin, für den die Bezeichnung Literaturwissenschaftler etwas trocken klingt, traf den Schauspieler Rick Cluchey nach langer Zeit wieder.
Peter Stein packt ein. Am Wochenende geht die Berliner Aufführungsserie des "Faust" zu Ende.
Another Side Of Bob Dylan? Beim Durchblättern neuer Publikationen über Bob, den ewigen "Jokerman", befällt einen eine seltsame Unruhe.
Er war ein Bestseller-Autor in einem Land, in dem es eigentlich keine Bestseller und keinen freien Buchmarkt gab. Rudi Strahl erreichte mit seinen Büchern eine Gesamtauflage von annähernd fünf Millionen Exemplaren.
Ohne Christoph Marthaler wäre das Theater der letzten zehn Jahre ein anderes gewesen. An der Berliner Volksbühne - und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg - kreierte der Schweizer, Musiker von Hause aus, seinen Stil, der die Langeweile des Betriebs mit aufreizender Langsamkeit unterminiert und den Somnabulismus seiner Helden zur stillen Sensation werden ließ.
Alice Ströver von den Bündnisgrünen weiß, warum die Berliner Volksbühne sich so bravourös schlägt: Gabriele Gornowicz führt dort den Haushalt. Und Frauen, sagte Alice Ströver gestern im Unterausschuss Theater, seien nun mal besser im Wirtschaften.
Ein Spiel auf Zeit, auf Lebenszeit - das ist Theater immer; noch der kleinste Einakter erhöht oder vernichtet das Kostbarste, das wir besitzen. Die Zeit: Goethe schrieb sechzig Jahre am "Faust", und ebenso alt musste Peter Stein werden, um zum ersten Mal in der Geschichte des Theaters das wahnsinnige Unternehmen einer vollständigen Aufführung sämtlicher 12 111 Verse zu realisieren, mit 80 Mitarbeitern und rund 30 Millionen Mark Produktionskosten.
Ob das ein schlechtes Vorzeichen war? Bei der Anhörung des Unterausschusses Theater im Berliner Abgeordnetenhaus zum Etatentwurf 2000 der Kulturverwaltung waren zeitweise mehr Intendanten im Raum als Stühle.
Jörg Haider hat eine Lesewut ausgelöst, weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Das Schauspiel Frankfurt zum Beispiel veranstaltet am Sonntag einen Lese-Marathon mit Elfriede Jelinek, Peter Turrini und dem Intendanten Peter Eschberg, der aus Wien stammt und nun laut darüber nachdenkt, nach dem Ende seiner Frankfurter Zeit im nächsten Jahr nicht in sein Heimatland zurückzukehren.
Alle Jubeln. Ein Wahnsinnsmonat.
Zwei Theater, zwei Städte streiten um einen Schauspielchef. Der Fall ist einmalig, der moralische, künstlerische und auch finanzielle Streitwert noch gar nicht zu ermessen.
Berlins Kulturetat hat im laufenden Jahr ein Volumen von knapp über einer Milliarde Mark. Damit gehört er - in absoluten Zahlen - zu den größten weltweit.
Der Tanz zuerst: Sasha Waltz wird am 22. Januar 2000 die neue Schaubühne eröffnen.
Kein Jahrbuch, fast schon ein Jahrhundertbuch diesmal von der Zeitschrift "Theater heute". Der Titel greift wolkig hoch: "Fortschritt & Geschichte" (Theater heute, Das Jahrbuch 1999, Friedrich Verlag, 36 Mark).