Der Trailer des Leipziger Dokfilmfestivals, gedreht von Anja-Christin Remmert und Uwe Teske, ist von ungewöhnlich karger Schönheit.Ein Mädchen steht da am rechten Bildrand, sieht in die Kamera - in ein imaginäres Publikum.
Silvia Hallensleben
Der Trailer des Leipziger Dokfilmfestivals, gedreht von Anja-Christin Remmert und Uwe Teske, ist von ungewöhnlich karger Schönheit.Ein Mädchen steht da am rechten Bildrand, sieht in die Kamera - in ein imaginäres Publikum.
Wie für Waren gibt es auch Markenzeichen für Filmemacher.Fassbinder: der arbeitswütige Egomane.
Die Pubertät ist im Leben wie im Kino meist eine schreckliche Zeit.Auch für Maria: In dem australischen Kaff Cider Gully, das nur aus ein paar Häuschen und einem Friedhof zu bestehen scheint, gibt es kaum Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.
Immer öfter ertappt sich die Kritikerin dabei, im Kinosessel Produzentin zu spielen.Die terroristische Sorte natürlich: Weg damit!
Knaben in zartem Alter scheinen entweder von Waffen, Autos oder den Ammenbrüsten präödipaler Ersatzmütter zu träumen.Bei Mädchen, wenn sie in einem Milieu aufwachsen, das solche Phantasien hergibt, nehmen vielleicht Pferde und Haushandwerker die entsprechende erotische Rolle ein.
Esperanza ist, auch wenn sie im Fernsehen das Wetter ansagen darf, eine eher unscheinbare junge Frau.Eine Frauenzeitschrift würde sie wohl sofort zwingen, das Beste aus ihrem Typ zu machen und aus dieser Unscheinbarkeit Glamour und Selbstbewußtsein zu wecken.
Nein, ein wilder Mann ist das nicht, und es läßt sich auch kaum vorstellen, daß dies in einem früheren Leben einmal anders gewesen sein könnte.Einer, dem schon bei einer sanft schaukelnden venezianischen Gondelfahrt seekrank wird.
Wenn die Deutschlandhymne anklingt, lassen die Männer und Frauen auf der Gartenparty des Deutschen Klubs von Guatemala ihre Drinks stehen und erheben sich.Unter dem mittelamerikanischem Sternenhimmel ist es noch erhebend, Deutscher zu sein.
Viele schöne große Worte sind im letzten Jahr gefallen.Von Mediendialog war die Rede, von Standbeinen und -orten, Marketing und Opening und natürlich dürfte auch der Synergieeffekt nicht fehlen.
Vor vier Jahren schwärmte ein Londoner Bekannter heftig von einem Film, der dort gerade zu sehen war."Sonatine" hieß er und sollte ein Gangster-, ein Yakuzafilm sein: Bandenkämpfe, Waffen und Autos, aber ganz und gar ungewöhnlich und speziell.
"Und vor mir die Sterne", ein Film über das Leben und Sterben der Schlagersängerin Renate KernVON SILVIA HALLENSLEBENEs war einmal, lange vor Fliege und Domian und Guildo Horn, da wurden Schlager als Lebenshelfer noch ernstgenommen.Damals, es war das Jahr 1964, trat eine junge Verkäuferin bei einem Talentwettbewerb auf die Bühne einer Provinzgaststätte.
Schaurigschöne Bandenkämpfe: "Black Mask" aus HongkongVON SILVIA HALLENSLEBENIm Hongkong-Kino scheinen sich Fordismus und fernöstliche Traditionen zu funktionierender Symbiose und mehr oder weniger hoher Kunst zusammengeschlossen zu haben.Jeder Film ist aus Elementen zusammengesetzt, die morgen schon in leicht veränderter Kombination ein neues Modell ergeben.
Schwulst nach Henry James: "Washington Square"VON SILVIA HALLENSLEBENWas für Gründe kann es geben, im Jahre zwei vor der Jahrtausendwende einen Gesellschaftsroman vom Ende des letzten Jahrhunderts zu verfilmen? Der Trost an der Übersichtlichkeit damaliger Problemlagen?
Arbeit der Kamera: Jacek Petryckis Filme im Polnischen KulturinstitutVON SILVIA HALLENSLEBENEs ist schon oft - zu recht - beklagt worden, daß Zuschauer wie Kritik mit der höchst arbeitsteiligen Produktionsform Kino so umgehen, als sei man in Marcels Literaturbude: Ein Mann, ein Werk.Ein Film ist aber kein Roman.
in Saarbrücken zeigt sich der deutsche Film realistisch und ohne Sozialromantik Liebestriangel und HärtetestVON SILVIA HALLENSLEBENSaarbrücken ist Leistungsschau, Marktplatz.Wie Zuchtvieh werden hier Jahr für Jahr die Hoffnungsträger vorgeführt, beklatscht, beurteilt - und eventuell verkauft.
Der definitive Frauenablachfilm: Sherry Hormanns schwarze Komödie "Widows"VON SILVIA HALLENSLEBENEs gibt Filme, die möchte die Kritikerin nach Sichtung erst einmal reifen lassen, damit sie, gut abgelagert, nach und nach ihre Verführungs- oder Verstörungskünste genüßlich verströmen lassen.Es gibt andere, die sollte man besser gleich und sofort abrechnen.
Das siebente osteuropäische Kinofestival in CottbusVON SILVIA HALLENSLEBENOsten oder Westen? Das ist eine Frage der Perspektive.
Lange Jahre stand Leipzig unter der Knute.Jetzt wäre alles möglich.
Funktionieren Geschichten im Kino nur, wenn sie das Gewöhnliche zeigen? Eindrücke vom "Europäischen Salon für die Liebhaber des jungen Films" in PotsdamVON SILVIA HALLENSLEBENDie Idee ist simpel und einleuchtend.
Bunte Grußpostkarten aus Den Haag: drei Dokumentarfilme über den Krieg in Bosnien-Herzogowina im Forum VON SILVIA HALLENSLEBEN-Auf einer Hängebrücke hoch oben über dem Flüßchen Neretva läßt sich Hans Koschnik von einem Offizier die Details eines geplanten Brückenbaus erläutern.Man spricht von Panzern, Zusammenführung und Normalisierung, als unten zwei Jungs auf einem Autoreifen durch die Fluten sausen.