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Gesundheits-Apps auf der Re:Publica : Der Arzt für die Hosentasche

03.05.2012 15:15 Uhrvon
Noch bis zum 4. Mai dauert die Re:publica 2012. Foto: dpaBild vergrößern
Noch bis zum 4. Mai dauert die Re:publica 2012. - Foto: dpa

Symptome eintippen, Diagnose bekommen: Auf der Re:publica erklären Wissenschaftler und Unternehmer Chancen und Nebenwirkungen von Gesundheitsapps. Sehen Sie hier außerdem Live-Bilder von der Web-Konferenz.

Die gesundheitsschädigenden Auswirkungen von zu viel Medienkonsum sind hinreichend bekannt. Das begann damit, dass pädagogische Gruselliteratur Kinder vor eckigen Augen warnte, sollten sie zu viel fernsehen. In Zeiten des Internets warnen Mediziner und Psychologen vor sozialer Vereinsamung, einmal ganz abgesehen von den vielfältigen negativen Folgen des Sitzens in gebeugter Haltung. „Intensive Facebook-Nutzung“, warnt auch Kai Sostmann, Leiter des Kompetenzzentrums E-Learning der Charité, „kann besonders bei Menschen, die eine Prädisposition dafür haben, zu einem vermehrten Auftreten von Depressionen führen.“

Doch die Risiken und Nebenwirkungen streift Sostmann auf der diesjährigen Re:publica nur kurz, auf der Konferenz treffen sich schließlich vornehmlich die Netzoptimisten.

Die Sequenz von Vorträgen, zu der auch Sostmanns Beitrag gehört, beschäftigt sich mit der Frage: Wie kann das Web 2.0 dazu beitragen, unsere Gesundheit zu verbessern? Denn in der Tat gibt es inzwischen einen beachtlichen Markt von Apps, Plattformen, Webseiten und „Serious Games“, ernsten Spielen, die alle zum Wohle der Gesundheit ihrer Nutzung arbeiten – oder ihnen zumindest helfen mit ihren Krankheiten besser umzugehen.

Sehen Sie hier Live-Bilder von der Re:publica:

Ansgar Jonietz berichtet von einem Patienten, der einen MRT-Befund seiner Schulter zugeschickt bekam. Darin hieß es: „In der flüssigkeitssensitiven Sequenz Nachweis eines ausgeprägten Knochenmarködems.“ Mit einer solchen Diagnose kann der Normalbürger so gut wie nichts anfangen. Er fragt sich weiterhin, ob er krank ist, und wenn ja wie schwer. Da die Dresdner Medizinstudenten Anja Kersten und Johannes Bittner diese Erfahrung häufig in ihrem Freundeskreis und in der Verwandtschaft machten und Befunde „übersetzten“, gründeten sie gemeinsam mit dem Informatiker Ansgar Jonietz das Portal „Was hab' ich“. Die Idee und auch die Webseite sind denkbar einfach: Auf www.washabich.de können Patienten ihre in medizinischer Fachsprache verfassten Befunde einschicken.

Video-Vorschau: Was es auf der Re:publica zu erleben gibt:

Video zum Artikel:
Treffen der NetzgemeindeVideo abspielen
Berlin  03.05.2012  MinTreffen der Netzgemeinde

Die Emails erreichen ein Team von inzwischen 484 Medizinstudenten und 110 Assistenz- und Fachärzten, die die Befunde übersetzen und an die Patienten zurücksenden. Das gesamte Team arbeitet ehrenamtlich, eine Monetarisierung des Start-ups ist nicht geplant. Vor einem Jahr gegründet, hat www.washabich.de inzwischen einige Aufmerksamkeit erregt. Im Moment erscheint deshalb auf der Webseite die Ansage „Zur Zeit ausgelastet“ - nach dem letzten Fernsehbericht regnete es über 2000 Anfragen. Die große Nachfrage erklärt sich Ansgar Jonietz aber auch durch eine grundlegende Veränderung im Verhalten der Patienten: „Der Patient von heute möchte mitentscheiden können“, sagt er. Die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren, habe längst zu einer „Emanzipation“ geführt. „Die Leute glauben nicht mehr an den 'Gott in Weiß'“.

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