Affäre : MDR-Chefin: Fall Mirmseker kein Skandal

Intendantin Karola Wille verneint Dimension wie bei Kika oder Udo Foht. Es seien keine strafrechtlichen Vorgänge festgestellt worden.

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Die Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Karola Wille, hält den Fall des geschassten Unterhaltungschefs von MDR Radio 1 Sachsen-Anhalt, Reinhard Mirmseker, für nicht vergleichbar mit den Affären Udo Foht und Kinderkanal. Es handle sich „nicht um einen Skandal, wie wir ihn im letzten Jahr hatten“, sagte Wille dem Leipziger Lokalradio mephisto 97.6 am Freitag. Es seien keine strafrechtlichen Vorgänge festgestellt worden.

„Reinhard Mirmseker hat gegen die Dienstvorschriften verstoßen und dabei sind arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen worden“, sagte Wille. Auf die Unregelmäßigkeiten bei Mirmseker wurde der MDR Wille zufolge durch eigene Recherchen aufmerksam, die im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht worden waren. Wille sagte: „Entscheidend ist, dass man Transparenz in die Vorgänge bringt und diese prüft.“

Am Dienstag hatte der Mitteldeutsche Rundfunk sich von Reinhard Mirmseker getrennt. Er soll gegen eine Dienstanweisung verstoßen haben, die verlangt, private Firmenbeteiligungen und Nebentätigkeiten offenzulegen. Funkhaus-Chefin Elke Lüdecke hat den Redaktionsleiter daraufhin mit sofortiger Wirkung suspendiert.

Der MDR war in den vergangenen Jahren wegen zahlreicher Skandale in die Kritik geraten. Im September 2009 verurteilte das Landgericht Leipzig den früheren MDR-Sportchef Wilfried Mohren wegen Bestechlichkeit in 19 Fällen sowie Vorteilsnahme in drei Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Im Sommer 2011 leitete die Leipziger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foht wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Betrug und Untreue ein. Zudem waren MDR-Mitarbeiter in einen millionenschweren Betrugsskandal beim Kinderkanal verwickelt.

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