Ehrung für "Panama Papers" : Das sind die Journalisten des Jahres

Das Investigativ-Team der "Süddeutschen Zeitung" ist für die Enthüllung der "Panama Papers" ausgezeichnet worden. Unter den Journalisten des Jahres sind auch Chefredakteure von "Zeit Online" und Tagesspiegel.

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Die Kanzlei Mossack Fonseca spielte eine Schlüsselrolle in der preisgekrönten Enthüllung der Panama Papers.
Die Kanzlei Mossack Fonseca spielte eine Schlüsselrolle in der preisgekrönten Enthüllung der Panama Papers.Foto: Carlos Jasso/Reuters

Das "Medium Magazin" hat die besten Journalisten des Jahres 2016 gekürt. Eine mehr als 80-köpfige Fachjury hat dabei das Investigativ-Team der "Süddeutschen Zeitung" für die Enthüllung der "Panama Papers" als "Journalisten des Jahres 2016" ausgezeichnet. In der Jurybegründung für Bastian Obermayer, Frederik Obermaier und Vanessa Wormer heißt es: "Weltweit war die Wirkung der Aufdeckungen enorm - und ein Ende ist nicht in Sicht. Diese Arbeit ist ein Musterbeispiel für kollaborativen Journalismus, der über Medien- und Ländergrenzen hinweg komplexe Themen bearbeitet." Das "SZ"-Team habe eindrucksvoll bewiesen, was beharrliche, akribische journalistische Recherchen leisten könnten - "Aufklärung im besten Sinne".

Die Jury des "Medium Magazins" bestimmte zudem in zehn Fachkategorien die "Journalisten des Jahres". In der Kategorie "Chefredakteur national" gewann Jochen Wegner ("Zeit online"), der zum Vordenker für digitalen Qualitätsjournalismus avanciert sei. In der Laudatio werden unter anderem die "ausgeruhte, analytische Berichterstattung" vor allem auch bei großen Ereignissen und "mobil optimierte Formate" wie "Live-Dossiers" und "Kartengeschichten" des Portals gewürdigt.

Als "Chefredakteur regional" wurde Lorenz Maroldt vom Tagesspiegel ausgezeichnet. Mit seinem "Checkpoint"-Newsletter habe er die politische Agenda im Berliner Wahljahr maßgeblich mitbestimmt. Im Verbund mit Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff seien daraus die neuen Bezirksnewsletter "Tagesspiegel Leute" als "ein innovatives hyperlokales Projekt" entstanden.

ZDF-Journalistin Dunja Hayali, Gewinnerin in der Kategorie "Politik", habe in ihrem Talkmagazin bemerkenswerte Qualitäten als politische Debattenführerin gezeigt. Gabriele Fischer, Chefredakteurin von "brand eins", wurde "Journalistin des Jahres 2016" in der Kategorie "Wirtschaft", finde immer wieder Antworten auf Fragen, die sich noch niemand gestellt habe. Als Agenda-Setterin sei sie unentbehrlich. Johanna Adorján gewann in der Kategorie "Kultur". Die Mitarbeiterin und Autorin der "Süddeutschen Zeitung" sei eine kluge, gebildete Kulturkennerin mit exzellenter Beobachtungsgabe.

Der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann siegte in der Kategorie "Unterhaltung". Mit seinem Erdogan-Gedicht, aber nicht nur damit, sei es ihm gelungen, "wichtige Diskussionsprozesse anzustoßen". Alle weiteren Gewinnerinnen und Gewinner samt Jurybegründung finden sich auf der Website des "Medium Magazins".

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