Medien : Gegen rechte Gewalt

Zahlreiche Prominente unterstützen neue Internetseite

Burkhard Schröder

Die Illustrierte „Stern“ und die Amadeu Antonio Stiftung haben eine neue Internet-Plattform ins Leben gerufen: mut-gegen-rechte-gewalt.de. Die Online-Plattform ist anspruchsvoll und journalistisch aufbereitet. Zahlreiche Artikel, Quellen und Linksammlungen widmen sich dem Thema „Rechtsextremismus“. Schwerpunkt des Angebots sind aktuelle Termine und Veranstaltungen zu den Themen Rassismus und Antisemitismus. Prominente wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Fußball-Nationalspieler Michael Ballack, Talkmasterin Sabine Christiansen und Bela B. von der Band „Die Ärzte" unterstützen das Projekt, die Software-Firma SAP tritt als Sponsor auf.

Renate Schmidt, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sagte auf der Pressekonferenz zum Start der Website, es gehe darum, demokratisches Verhalten von Jugendlichen und die Zivilgesellschaft zu stärken. „Extreme Gewalttaten“ seien überwiegend rechtsextremistisch motiviert. Andreas Petzold, Chefredakteur des „Stern“ betonte, dass es vor allem auf ein langfristiges Engagement ankomme. Journalisten sollten zwar Distanz wahren, in diesem Fall solle jedoch auf das nach wie vor aktuelle Thema aufmerksam gemacht werden. „Rechte Gewalt bewegt sich zur Zeit unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle, obwohl sie real zunimmt.“ Anetta Kahane, Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, sagte, das neue Portal biete ein breites Spektrum. Auch kritische Stimmen kämen zu Wort.

Die für das Projekt zuständige Online-Redakteurin Simone Rafael, deren Stelle von der Amadeu Antonio Stiftung bezahlt wird, sieht ihr Angebot nicht in Konkurrenz zu bestehenden Websites wie dem jüdischen Portal haGalil ( www.hagalil.com ) oder dem „Informationsdienst gegen Rechtsextremismus“ ( www.idgr.de ). Es habe sich gezeigt, dass sich die Internetnutzer auf allen vorhandenen Websites zu einem bestimmten Thema informierten. Deshalb würden von der neuen Seite auch alle anderen Portale verlinkt.

Das Portal im Netz unter:

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

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