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Halbmond aus der Bildschirmecke entfernt : "Einknicken gegenüber einer orchestrierten Minderheit"

Streit um Ramadan-Logo: Kritik und Lob von Muslimen für Bayerischen Rundfunk. Der Themenschwerpunkt wird fortgesetzt.

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Ramadan
RamadanFoto: dpa

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hält es für einen Fehler, dass der Bayerische Rundfunk (BR) ein Ramadan-Logo aus seinen Fernsehsendungen zum muslimischen Fastenmonat entfernt hat. Dieser Schritt sei „ein Einknicken gegenüber einer besonders lautstarken und orchestrierten Minderheit“, sagte Aiman Mazyek am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Programmbeauftragte des Bayerischen Fernsehens, Andreas Bönte, verteidigte indes die Reaktion auf Zuschauerproteste. Mazyek lobte zugleich aber auch die „vorbildliche Art und Weise“, in der sich der öffentlich-rechtliche Sender mit dem Ramadan auseinandersetze und so seinem Informationsauftrag nachkomme.

Seit dem 20. Juni bis zum Ende des Ramadan (Mitte Juli) zeigt das Bayerische Fernsehen regelmäßig Beiträge. Dazu gehören Spielfilme, Dokumentationen, Diskussionssendungen und Beiträge in Magazinen sowie ein Internet-Dossier. Während der Schwerpunkt-Sendungen blendete der Sender zunächst rechts oben in der Ecke ein eigens kreiertes Logo mit einer Mondsichel und dem Schriftzug Ramadan ein. Nachdem das Logo am Samstagabend während eines Themenabends mehrere Stunden lang zu sehen gewesen war, hagelte es Kritik und Beschimpfungen unter anderem auf der Facebook-Seite des Bayerischen Rundfunks. „Ihr seid's doch ned ganz sauber“, schrieb ein Zuschauer. „Wir leben in DEUTSCHLAND oder besser gesagt in BAYERN .... zefix noamoi“, kommentierte ein anderer. „Wir sind ein christliches Land - und unsere Feiertage wurden noch nie eingeblendet. Was betreibt ihr für eine Volksverblödung???“, schrieb eine Userin. In einem Kommentar stand: „Unter FJS hätte es das nicht gegeben - da wären jetzt beim BR Köpfe gerollt - und zu recht.“ Auch in der CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch gab es nach Teilnehmerangaben von manchen Abgeordneten scharfe Kritik, unter anderem wurde die Forderung nach einem Protestbrief an BR-Intendant Ulrich Wilhelm laut. Schließlich
entschied sich der Sender, das Logo nicht mehr zu verwenden.

Auch Nurhan Soykan, Sprecherin des Koordinationsrates der Muslime, bedauerte die Entscheidung. Sie hätte sich aber auch gewünscht, dass sich mehr Muslime in der Diskussion über
das Logo zu Wort gemeldet hätten. Denn grundsätzlich trage ein solcher Sendeschwerpunkt dazu bei, „dass Muslime zur Normalität werden“, sagte sie.

BR nicht eingeknickt, sagt der Programmbeauftragte

Der Programmbeauftragte Bönte sagte dem epd, zahlreiche Menschen hätten sich wegen des Logos irritiert beim Zuschauertelefon des Bayerischen Rundfunks gemeldet. Dabei habe
sich herausgestellt, dass viele Zuschauer die Mondsichel als politisches Symbol für den Islam interpretierten und nicht als Zeichen für den Ramadan, der sich ja nach dem Mond richte,
sagte er. Zudem hätten viele gedacht, dass das Logo den ganzen Tag lang verwendet würde. Schließlich habe er sich dafür entschieden, das Logo zu entfernen: „Ich wollte die Luft rausnehmen aus der Diskussion und vor allem die Inhalte der Sendungen wieder in den Mittelpunkt rücken.“ Es wäre wohl klüger gewesen, fügte Bönte selbstkritisch hinzu, bei dem Logo „gleich deutlich zu machen, dass es sich um einen Themenschwerpunkt handelt“.

Der Kritik, der Sender sei eingeknickt, widersprach Bönte. Davon könnte man sprechen, „wenn wir das Programm nicht weiter senden würden“. Doch sei „nur das Logo rausgenommen
worden, inhaltlich ändert sich rein gar nichts“. (mit epd)

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